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Kultur

"Fenster zur Welt"

Fernsehen für Afghanistan made in Germany: Die Deutsche Welle liefert in Zukunft jeden Tag zwei Stunden Programm an den Rundfunksender "Radio Television Afghanistan": eine Stunde in Pashto, eine in Dari.

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"Das ist ein großer historischer Augenblick für die Medien in Afghanistan", unterstreicht der stellvertretende Minister für Information und Kultur, Abdul Hamid Mubarez, den Stellenwert der Kooperation. Er und der Intendant der Deutschen Welle, Erik Bettermann, haben einen entsprechenden Vertrag am Donnerstag (9. Mai 2002) in Kabul unterzeichnet.

Berlin produziert für Afghanistan

Erik Bettermann

DW-Intendant Erik Bettermann

Produziert wird das Programmpaket bei DW-TV in Berlin. Aus den aktuellen Informationssendungen der deutschsprachigen Redaktionen werden die Beiträge ausgewählt und anschließend adaptiert. Das heißt, sie werden gesichtet und in die Landessprachen Pashto und Dari übertragen. Diese Aufgabe übernehmen Muttersprachler, die auch die kulturellen Eigenheiten ihres Heimatlandes genau kennen. Sie erhalten derzeit eine technische Schulung.

Der Aufwand hat einen Grund: "Es macht keinen Sinn, die deutschsprachigen Beiträge einfach nur mit Untertiteln in den Landessprachen anzubieten. Rund 90 Prozent aller Afghanen sind Analphabeten", gibt Günter Knabe, Leiter der Asien-Programme der Deutschen Welle, zu bedenken. Doch das heißt nicht, dass die Afghanen hinterwäldlerisch sind.

Schleier und Satellit

Immer mehr Haushalte haben inzwischen einen Fernseher. "In Kabul kann man verschleierte Frauen beobachten, wie sie eine Satellitenschüssel kaufen", erzählt Knabe weiter. Doch bevor es richtig losgehen kann mit der Fernsehkooperation, müssen erst noch die notwendigen technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Denn das Programmpaket wird auf digitalem Weg nach Kabul verschickt. Erst eine Satellitenschüssel mit entsprechendem Decoder macht es möglich, dass die Redakteure bei Radio Television Afghanistan die Beiträge in ihr Angebot einspeisen können.

Die Hauptstadt zuerst!

Im Sommer soll das Programm made in Germany auf Sendung gehen. Doch nicht überall im Land ist es zu sehen: Als erstes wird das Verwaltungs- und Regierungszentrum Kabul versorgt. Dennoch – ein erster Schritt ist getan. "Das Land Afghanistan nimmt das Angebot der Deutschen Welle an, weil wir uns seit über 100 Jahren mit Deutschland freundschaftlich verbunden fühlen", verweist der stellvertretende Minister für Information und Kultur auf den politischen Hintergrund der Zusammenarbeit. (arn)