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Sport

Felix Loch holt erstes Gold für Deutschland

Der erst 20-jährige Rodler Felix Loch hat seinen kometenhaften Aufstieg mit einer Gold-Medaille gekrönt. Silber ging an Lochs Teamkollege David Möller - und an die Eisschnellläuferin Stephanie Beckert.

Felix Loch (Foto: AP)

Jüngster Rodel-Olympiasieger: Felix Loch

Felix Loch hat die erste deutsche Goldmedaille der Spiele von Vancouver gewonnen und sich damit zum jüngsten Rodel-Olympiasieger gemacht – nachdem er ja auch schon der jüngste Weltmeister aller Zeiten war. Der gebürtige Sonneberger verwies bei seinem Olympia-Debüt im Whistler Sliding Centre nach vier Läufen seinen Teamkollegen David Möller aus Sonneberg mit deutlichem 0,679-Sekunden-Vorsprung auf den Silberrang – im Rodeln ein geradezu riesiger Vorsprung. Es war der erste deutsche Rodel-Doppelsieg bei den Männern seit 1988 in Calgary und der erste deustche Olympiasieg im Rodeln seit 1998.

Bronze ging an den favorisierten Armin Zöggeler. Der Italiener verpasste nach seinen Olympiasiegen 2002 in Salt Lake City und 2006 in Turin den Hattrick. Diesen hat nur die deutsche Rodler-Legende Georg Hackl (1992, 1994 und 1998) geschafft. Hackl bezeichnete Felix Loch nach dem Olympiasieg als cool und traut ihm zu, seine Erfolge noch zu übertreffen.

Ein Traumstart!

"Das ist für uns ein absoluter Traumstart. Das gibt Zuversicht für alle Wettbewerbe", sagte Andreas Trautvetter, der Präsident des deutschen Bob- und Schlittenverbandes. Felix Loch selbst fehlten in der ersten Euphorie einfach die Worte – jedenfalls die sachlichen, denn ansonsten sprudelte es aus dem überglücklichen Modellathleten nur so heraus.

In Whistler kam Weltmeister Loch und Ex-Weltmeister Möller die verkürzte Strecke entgegen - schließlich sind beide als gute Starter bekannt. Nach dem tödlichen Unfall des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili im Training am Freitag war der Hochgeschwindigkeitskurs entschärft worden. Die Männer gingen vom flacheren "Damenstart" ins Rennen, fuhren 176 Meter weniger und nur 14 der 16 Kurven. Zudem war es Loch nach eigenen Worten ganz gut gelungen, den tödlichen Trainingsunfall "ganz gut zu verkraften", der bi allen natürlich immer noch im Hinterkopf gewesen sei. – seine jugendliche Unbekümmertheit dürfte ihm auch in dieser Hinsicht geholfen haben.

Überraschung im Eisschnelllauf

Stephanie Beckert (Foto: dpa)

Nur eine Läuferin war besser als Stephanie Beckert

Ähnlich wie Felix Loch gehört Stephanie Beckert zu den ganz jungen Athleten im deutschen Olympiateam. Innerhalb der letzten zwei Jahre hat sie sich in die Weltspitze vorgearbeitet und in diesem Winter bereits mit zwei Weltcupsiegen aufhorchen lassen. Man hatte es ihr also durchaus zugetraut, als sie es dann aber tatsächlich geschafft hatte, war es doch eine Riesenüberraschung. Bei ihrem ersten olympischen Rennen gewann die 21-jährige Stephanie Beckert gleich ihre erste Medaille. Über 3000 Meter sicherte sie sich in 4:04,62 Minuten Silber. Gold ging unangefochten an die favorisierte Tschechin Martina Sablikova (4:02,53). Bronze holte sich in 4:04,84 Minuten die Kanadierin Kristina Groves, an der Beckert auf der Zielgeraden noch vorbeisprintete. "Das ist der Wahnsinn, das muss ich erstmal sacken lassen", sagte Beckert, die zwar nach dem Rennen vor Freude strahlte, aber ansonsten doch eher ruhig und zurückhaltend ihren Triumph genoss. Bittere Enttäuschung dagegen bei Beckerts Vereinskameradin Daniela Anschütz-Thoms. Sie lief in der letzten Paarung des Wettbewerbs in 4:04,87 Minuten nur um drei Hundertstel-Sekunden an einer Medaille vorbei.

Die Favoriten straucheln

Die deutschen Biathlon-Herren erwischten im dichten Schneetreiben von Whistler einen Fehlstart in die Olympischen Wettbewerbe. Beim Sprint der Biathleten über 10 Kilometer spielte das Wetter eine entscheidende Rolle. Da es kurze Zeit nach Beginn des Rennens anfing stark zu schneien, hatten nur die ersten zehn Starter eine reelle Siegchance, sämtliche Favoriten scheiterten an den widrigen Bedingungen. Michael Greis schoss dreimal daneben, der hoch favorisierte Norweger Ole Einar Björndalen sogar viermal. Die Gunst der Stunde nutzte der Franzose Vincent Jay, der ohne Schießfehler blieb. Er verwies den Norweger Emil Hegle Svendsen und den Kroaten Jakov Fak auf die Plätze.

Biathlon-Olympiasieger Vincent Jay bei der Zieldurchfahrt (Foto: AP)

So sehen Sieger aus: Vincent Jay startete früh und musste lange warten bis sein Erfolg feststand

"Das war ein irreguläres Rennen, aber wir sind halt eine Outdoor-Sportart und hatten heute kein Glück", sagte Bundestrainer Frank Ullrich am Tag nach dem Silberlauf von Magdalena Neuner. "Wir hatten bei diesen Bedingungen keine Chance und konnten nur Schadensbegrenzung betreiben." Das gelang Christoph Stephan, der auf Platz 19 lief, noch am besten, der dreimalige Olympiasieger Michael Greis wurde 21. Da das Sprintergebnis auch die Startreihenfolge und die Zeitabstände im Verfolgungsrennen festlegt, sieht es auch dort für die deutschen Skijäger nicht sehr rosig aus.

Dramatische Sprintentscheidung

Eric Frenzel beim Skispringen (Foto: AP)

Eric Frenzel war der beste Deutsche

Enttäuschte Gesichter machten auch die deutschen Kombinierer. Mit großen Hoffnungen in den Wettbewerb gestartet, lagen Björn Kircheisen, Eric Frenzel und Tino Edelmann noch in aussichtsreicher Position, auch wenn keinem der drei ein sehr guter Sprung gelungen war. In der Loipe versuchte das deutsche Trio, das mit etwas mehr als einer Minute Rückstand auf den Führenden Janne Ryynaenen aus Finnland startete, die Lücke zu den Spitzenpositionen zuzulaufen. Edelmann und Kircheisen brachen auf der zweiten Hälfte der 10-Kilometer-Strecke ein und belegten schließlich die Plätze 18 und 22. Einzig Frenzel konnte am Ende noch zusetzen und wurde Zehnter. Mit dem Ausgang des Rennens hatten die Deutschen aber nichts mehr zu tun. Die Entscheidung fiel erst auf den letzten Metern, als der Franzose Jason Lamy Chappuis kurz vor der Ziellinie den US-Amerikaner Johnny Sillane nach abfing und sich die Goldmedaille sicherte. Dritter wurde der Italiener Alessandro Pittin.

Eiskunstläufer auf Medaillenkurs

Zu Beginn des Winters galten sie als die sicherste Goldbank für Vancouver, doch dann verlief die Saison überhaupt nicht nach Plan – Krankheiten und Verletzungen störten , die Kür gefiel nicht und musste geändert werden. Dennoch liegen die Paarläufer Aljona Savchenko und Robin Szolkowy nach einem fehlerfreien urzprogramm auf Medaillenkurs. Sie mussten sich nur den Chinesen Shen Xue und Zhao Hongbo geschlagen geben und belegen derzeit den zweiten Rang. Auf den dritten Platz liefen Yuko Kawaguti und Alexander Smirnow aus Russland. Das zweite deutsche Paar, Maylin Hausch und Daniel Wende, liegt nach einigen Unsicherheiten nur auf dem 17. Platz.

Kanadas Gold-Fluch gebannt

Er lastete schwer auf Kanadas Athleten, der Gold-Fluch. Bei den beiden bisherigen Olympischen Spielen auf kanadischem Boden – Montreal 1976 und Calgary 1988 – war es den Gastgebern jeweils nicht gelungen, eine Goldmedaille zu gewinnen. Dementsprechend groß war jetzt auch der Druck von den Sportfans, diese "Schmach" zu tilgen. Buckelpisten-Artist Alexandre Bilodeau dürfet sich daher wohl zum Volkshelden gemacht haben, als er den Männer-Wettbewerb vor dem australischen Top-Favoriten Dale-Begg-Smith und Bryan Wilson aus den USA gewann. Deutsche waren nicht am Start

Zuschauermassen bei Siegerehrung

Während viele Wettbewerbe der Winterspiele vor einer doch überschaubaren Zuschauermenge ausgetragen werden, konnten sich die Athleten bei der bei der ersten offiziellen Medaillenzeremonie über mangelndes Faninteresse nicht beklagen. Mehr als

20 000 Zuschauer waren dabei, als unter anderem Stepanie Beckert ihre Silbermedaille bekam. Allerdings dürften die Sportler davon profitieren, dass es jeweils unmittelbar nach der Medaillenvergabe im BC Place Stadium ein Popkonzert gibt….

Wetter bleibt Thema Nr. 1

Überhaupt bleiben Wetter und vor allem der Regen in Vancouver weiter ein Dauerthema. Das Abfahrtstraining der alpinen Ski-Damen musste erneut abgesagt werden. Wegen der anhaltenden Niederschläge konnte die Piste nicht ausreichend präpariert werden. Nun soll am Montag (15.02.2010) ein zweigeteilter Damen-Testlauf stattfinden. Tags darauf ist eine weitere Testfahrt angesetzt. Damit die Abfahrt wie geplant am Mittwoch (17.02.2010) stattfinden kann, müssen die Damen ein Training absolviert haben. Bereits am Freitag (12.02.2010) war die Probefahrt abgesagt und die ursprünglich für Sonntag geplante Super-Kombination um mehrere Tage verschoben worden.

Erste Schutzsperren

Der Ski-Weltverband FIS hat unterdessen die ersten beiden Sportler mit einer Schutzsperre belegt. Beim russischen Kombinierer Nijas Nabejew und dem Langläufer Kaspar Kokk aus Estland waren erhöhte Hämoglobinwerte festgestellt worden. Beide Sportler wurden bis einschließlich 16. Februar von den Wettbewerben ausgeschlossen und müssen sich vor einem möglichen Start einem weiteren Bluttest unterziehen. Die Schutzsperre wird verhängt, um die Gesundheit der Athleten zu schützen.

Autoren: Andreas Ziemons / Christian Walz / Wolfgang van Kann

Redaktion: Calle Kops

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