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Fehl und Fehler

Fehler sind da, um gemacht zu werden und daraus zu lernen. Manche lernen jedoch nie. Dann kommt es zu Fehlleistungen, Fehldiagnosen, Fehlentscheidungen. Eins gilt: Fehlerfrei ist niemand. Außer Superman vielleicht.

Wir machen sie alle, weil niemand von uns vollkommen ist und weil jeder neben seinen Stärken auch Schwächen hat. Das ist zutiefst menschlich. Wo Menschen leben und arbeiten, werden auch Fehler gemacht. Die Auswirkungen von Fehlern können mal mehr, mal weniger schlimm sein.

Wirtschaftliche Fehlentwicklung

Schild wegen Insolvenz geschlossen

Die Konsequenz von Fehlentscheidungen

Man darf jeden Fehler machen, aber nur einmal ist ein Satz, den man nicht nur in finanziellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten beherzigen sollte. Da kann die eine, kleine Fehlentscheidung plötzlich verheerende Auswirkungen haben. Kommen mehrere Fehlentscheidungen zusammen, kann ein ganzes System zusammenbrechen.

Zeitungen berichten dann, dass von der Geschäftsführung zu viele schwerwiegende Fehler gemacht wurden. Das Unternehmen ist unter der Last seiner Fehler zerbrochen – denn die Geschäftsführung hat die Fehlentwicklung des Unternehmens nicht rechtzeitig erkannt und ihr gegengesteuert.

Persönliche Fehlentwicklung

Das Wort Erziehung, in Kreide gemalt

Ein Kind kann sich fehl entwickeln ...

Ausdruck einer Fehlentwicklung kann auch die eine oder andere Wirtschaftskrise sein. Werden Ressourcen ausgebeutet, leben reiche Staaten auf Kosten von armen Staaten, wird die Umwelt verschmutzt, so sind das alles Zeichen einer Fehlentwicklung.

Auch ein Kind kann sich fehl entwickeln. Es verfällt der Spielsucht, raubt, mordet. Und dabei hatten die Eltern doch so gehofft, dass aus ihm zumindest ein Arzt, wenn nicht gar ein berühmter Politiker wird.

Fehl und Fehler

Also: Fehler haben immer mit etwas Negativem zu tun. Schauen wir auf die Wortentwicklung. Das Wort Fehl geht auf das lateinische fallaBetrug zurück. Im Altfranzösischen wurde daraus faille. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts erscheint es als Lehnwort im deutschen Sprachraum. Fehl ist noch in Begriffen wie Fehlanzeige, Fehlgeburt, Fehltritt, Fehlschuss enthalten – aber auch als erweitertes Verb in fehl in der Annahme gehen, fehl am Platz sein.

Das Wort Fehler leitet sich ebenfalls vom Altfranzösischen ab. Faillier bedeutet verfehlen, sich irren. Als Nomen wurde es schon früh in der Militärsprache verwendet, nämlich für einen Fehlschuss.

Fehler von A bis Z

Ein Pfeil auf einem Dartbrett

Kein Fehlschuss

Schaut man ins Lexikon, findet man Fehler von A bis Z. Beispiel für A: Fehlanzeige. Es ist in seiner ursprünglichen Bedeutung die Meldung bei Schießübungen, dass ein Schütze sein Ziel verfehlt hat. In der Umgangssprache hat sich Fehlanzeige auch eingebürgert – als Ausdruck für die Mitteilung, dass etwas nicht stimmt, für einen negativen Bescheid oder für eine ergebnislose Suche. Hat zum Beispiel jemand eine gewünschte Wohnung nicht mieten können, kann er sagen: "Fehlanzeige! Der Vermieter hat sich nicht für mich entschieden."

Beispiel für Z: Fehlzündung. Die Definition des Lexikons lautet: die Zündung bei Verbrennungsmotoren zum falschen Zeitpunkt. Und diese äußert sich meist durch einen lauten Knall aus dem Auspuff. Oder die Fehlzeit, die Zeit, die man nicht an seinem Arbeitsplatz ist, weil man zum Beispiel krank das Bett hüten muss.

Fehler ohne eigenes Zutun

Schon an diesen wenigen Beispielen lässt sich die Grundbedeutung des Fehlers erkennen. Er ist immer etwas, was falsch ist – was also vom Richtigen abweicht. Fehler sollte man tunlichst vermeiden. Aber das ist nicht so einfach. Manchmal passieren Fehler, für die man eigentlich gar nichts kann. Sie passieren ohne eigenes Zutun.

So muss ein Ökonom nicht zwangsläufig ein Taugenichts sein, wenn sich seine Kalkulation im Endeffekt als Fehlkalkulation herausstellt. Fehlentwicklungen, auf die er keinen Einfluss hat, können ebenso die Ursache dafür sein wie Fehlinformationen aus dritter Hand.

Katastrophale Fehler

Zugunglück bei Holtdorf in Sachsen im Februar 2011. Ein Lokführer hatte ein Haltesignal übersehen

Eine Fehlleistung mit schlimmen Folgen

Fehler sind also nicht gleich Fehler. Es gibt Fehler auch als irrtümliche Entscheidung in Form einer Fehldiagnose – zum Beispiel in der Medizin. Da erfährt ein Patient von seinem Arzt, dass er an einer unheilbaren Krankheit leidet. Wochen später stellt sich heraus, dass der Arzt die Ergebnisse falsch gedeutet und eine Fehldiagnose gestellt hatte.

Katastrophaler kann die Fehlleistung – das so genannte menschliche Versagen – sein, das Leid bringt – wie die Fehlleistung eines Piloten, die zum Absturz seines Flugzeugs führt oder das Übersehen eines Haltesignals auf einer Bahnstrecke durch den Zugführer.

Kleine Fehler, große Wirkung

Ein Maler auf einem Schiffsanker

Ziemlich leichtsinnig ...

Geradezu harmlos sind dagegen der Druck- oder Tippfehler bei Schriftstücken, der Rechtschreibfehler, der Webfehler in einem Kleidungsstück oder der Fehlgriff beim Kauf von Dingen. Entdeckt man diese Fehler, kann man meist etwas dagegen unternehmen oder sie beseitigen. Das ist bei Leichtsinnsfehlern allerdings nicht so.

Diese können schon mal schlimme Auswirkungen haben, die man nicht bedacht hat. Egal, ob man einen wackligen Stuhl als Leiter benutzt oder Motorrad ohne Schutzkleidung fährt – die Konsequenzen können schwerwiegend sein. Häufig passieren diese Fehler gerade den Leuten, die denken, fehlerfrei zu sein und niemals einen Fehler zu machen.

Die Fehlerlosen

Jemand zeigt mit dem Finger

Du warst es!

Manche lernen aus ihren Fehlern, sie werden aus ihnen klug. Manche schieben die Fehler jedoch einem anderen in die Schuhe, weil sie selbst nicht dafür gerade stehen wollen. Sie wollen nicht bekennen: "Das ist einzig und alleine mein Fehler!"

Allerdings gilt hier der Spruch aus Shakespeares König Lear: "Wer Fehler schminkt, wird einst mit Spott bedacht". Irgendwann kommt es doch heraus. Und dann kann der- oder diejenige nur noch reumütig bekennen: "So ein Fehler wird nicht wieder vorkommen. Beim nächsten Mal passe ich auf."

Die Einsicht

Das Fazit: Kein Mensch ist fehlerlos. Fehler sind die besten Lehrer. Aber frei nach Konfuzius gilt auch: Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten. Die Einsicht muss vorhanden sein. Denn ein Fehler, den man erkennt, wird beim nächsten Mal schon keiner mehr sein.

Fragen zum Text

Eine Redewendung besagt: …

1. Fehler sind ohne Furcht und Tadel.

2. Fehler sollte man möglichst nur einmal machen.

3. Fehlerfreie sind die besten Menschen.

Stellt jemand etwas fest, was sich hinterher als falsch erweist, dann hat er/sie …

1. eine Fehlkalkulation erstellt.

2. eine Fehldiagnose gestellt.

3. eine Fehlentwicklung festgestellt.

Ergänzen Sie die fehlenden Buchstaben: …

1. feh…..s

2. …f….r

3. F…g..u..

Arbeitsauftrag

Schreiben Sie einen Text zu einem Thema Ihrer Wahl, in dem Sie auch einige Redewendungen oder Sprichwörter verwenden – eine Auswahl finden Sie in unserem Sprachangebot. Bringen Sie in dem Text absichtlich einige Fehler unter. Tauschen Sie die Texte untereinander aus und korrigieren Sie die Fehler.

Autorin: Beatrice Warken

Redaktion: Eva Maria Höttecke

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