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Aktuell Welt

Fed hat es mit Zinserhöhung nicht eilig

Die US-Notenbank hält vorerst weiter an dem historisch niedrigen Leitzins knapp über null Prozent fest. Die Normalisierung der Geldpolitik will sie weiter "geduldig" angehen.

Wie von Beobachtern erwartet, gab die US-Notenbank nach der ersten Sitzung ihres Offenmarktausschusses in diesem Jahr keine neuen Hinweise auf den möglichen Zeitpunkt einer Zinserhöhung. Die Chefin der "Federal Reserve" (Fed), Janet Yellen, hatte im Dezember erklärt, mit der Formulierung "geduldig" sei gemeint, dass eine Zinserhöhung bei den folgenden zwei Sitzungen des Offenmarktausschusses unwahrscheinlich sei.

Anhebung im Juni?

Damit scheint die Zentralbank eine Anhebung des Leitzinses frühestens im Juni anzupeilen. Vergangenen Oktober hatte die Notenbank als ersten Schritt zur Normalisierung der Geldpolitik den Aufkauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren eingestellt. Der Leitzins der Fed liegt bereits seit Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Für eine straffere Geldpolitik sprechen die guten Konjunkturdaten der Vereinigten Staaten. Nach Angaben der Fed wächst die Wirtschaft "mit solider Geschwindigkeit". Die Konsumausgaben legten zu und der niedrige Benzinpreis gebe den Haushalten mehr Kaufkraft. Die Unternehmen investierten wieder kräftig. Lediglich der Immobilienmarkt erhole sich noch nicht schneller. Die Arbeitslosigkeit ist mit 5,6 Prozent so niedrig wie seit sechs Jahren nicht mehr. Im vergangenen Jahr entstanden in den USA 2,952 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze.

Niedrige Inflation

Sorgen macht der Zentralbank allerdings die niedrige Inflation. Wie die Europäische Zentralbank strebt die Fed eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Ähnlich wie in Europa steigen die Preise auch in den USA im Sog der sinkenden Energiekosten weit langsamer. Im Dezember legten die Preise in den USA im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,8 Prozent zu. Die Fed erwartet eine weitere Abschwächung des Preisauftriebs.

wl/sp (dpa, rtr, afp)