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Wirtschaft

Fed-Ausblick macht Sorgen

Der schwache Konjunkturausblick der US-Notenbank Federal Reserve hat den deutschen Anlegern Sorgen bereitet.

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Die Fed hatte am Dienstag (13. August 2002) die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert gelassen, jedoch erstmals seit dem Frühjahr wieder vor einer Abschwächung der Wirtschaft gewarnt.

Der DAX verlor 2,5 Prozent auf 3.589 Punkte. Am Neuen Markt gaben die Kurse noch stärker ab: Der Nemax50 büßte 2,9 Prozent auf 475 Punkte ein.

Die Deutsche Börse stellt ab dem 23. September den DAX um. Das gab sie am Dienstag nach Börsenschluss bekannt: Überraschend muss dabei der Spezialchemiehersteller Degussa seinen Platz im deutschen Börsenolymp räumen. Mit dem Chemie- und Pharmakonzern Altana rückt ein Unternehmen aus der gleichen Branche nach. Seit längerem
erreicht das Unternehmen die erforderlichen Werte bei
Marktkapitalisierung und Börsenumsatz - die beiden Kriterien für die DAX-Mitgliedschaft. Daher kam der Aufstieg von Altana nicht unerwartet. Der Altana-Aktie nütze die Nachricht nichts: Sie verlor knapp 5 Prozent.

Der Absteiger Degussa gab dagegen nur 2,4 Prozent ab - verkehrte Börsenwelt. Die Deutsche Börse begründete die Entscheidung gegen Degussa damit, dass das Unternehmen mit der geplanten Übernahme durch den Kohlekonzern RAG einen zu geringen Streubesitz habe.

Derzeit beträgt er nur noch 24 Prozent. Ansonsten hätte Degussa die Bedingungen für einen Verbleib im DAX erfüllt. Sollte der Energiekonzern E.on, der bisherige Besitzer von Degussa, seine Ankündigung wahr machen und einen Teil seiner Aktien an die Börse bringen, könnte Degussa in ein oder zwei Jahren in den DAX zurückkehren.

Analysten hatten eher Epcos als Top-Kandidaten für einen Abstieg aus der ersten Börsenliga gesehen. Von der "Rettung" konnte die Aktie des Baulementherstellers aber nur am Vormittag profitieren, bis Handelsschluss sank der Wert um 3,6 Prozent.

Besonders unter Druck standen am Mittwoch die Finanzwerte. An der Spitze der Verlierer lag MLP mit minus 7 Prozent. Der Wert ist zwar erst einmal im DAX verblieben. Die Deutsche Börse will in Zukunft aber häufiger den Index überprüfen - insofern nur ein kurzes Aufatmen.

Die Bayrische HypoVereinsbank verlor 4,7 Prozent. Sie drücken die schlechten Zahlen der Schweizer CreditSuisse und der deutschen Allianz - zwei der größten Finanzkonzerne Europas.

Die Allianz-Gruppe hat im ersten Halbjahr einen Verlust von einer Milliarde Euro im Bankgeschäft gemacht - bei der Tochter Dresdner Bank läuft das Geschäft gar nicht gut. Das drückte das Konzernergebnis vor Steuern und Abschreibungen aus Übernahmen um 6 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Gut lief dagegen das Versicherungsgeschäft: Die Beitragsseinnahmen stiegen hier um 12 Prozent auf 42 Milliarden Euro. Der Konzern hatte bereits vor zwei Wochen die Finanzmärkte mit einer Gewinnwarnung geschockt. Daher
hielt sich das Minus an diesem Mittwoch mit 2,8 Prozent im Rahmen.

Gute Laune dagegen beim Energiekonzern E.on. Er hat sein
Betriebsergebnis im ersten Halbjahr um 42 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro gesteigert. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Gewinn von 2,2 Milliarden Euro gerechnet. Vor allem das Stromgeschäft laufe gut. Doch auch bei E.on ist nicht alles Gold, was glänzt: Der Umsatz ging um 15 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro zurück. Die Aktie gab angesichts der Schwäche im Gesamtmarkt "nur"
1,5 Prozent ab.

Rentenmärkte

Das Umschichten von Aktien in Anleihen geht trotz der niedrigen Zinsen weiter. Der Bund-Future daher erneut im Plus: Er gewann 0,3 Prozent auf 111,52 Punkte.

Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen dementsprechend niedriger bei 4,29 Prozent fest. Am Vortag hatte sie 4,33 Prozent betragen.

Devisenkurse

Der Euro präsentierte sich stärker gegenüber dem Dollar, verlor aber gegenüber dem Yen. Nach den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank entsprach ein Euro:

0,9857 US-Dollar,
0,6394 Britische Pfund und
114,90 Japanische Yen


Die 30 Dax-Kurse im Einzelnen (ohne Gewähr):

Adidas-Salomon 76,80 -0,58
Allianz 125,88 -3,62
BASF 40,50 -1,30
Bayer 23,30 -1,02
Bay. HypoVereinsbank 19,98 -1,17
BMW 39,35 +0,10
Commerzbank 10,61 -0,16
DaimlerChrysler 43,50 -0,95
Degussa 30,95 -0,75
Deutsche Bank 59,50 -1,40
Deutsche Post 10,39 -0,11
Deutsche Telekom 10,42 -0,43
E.ON 50,65 -0,75
Epcos 14,45 -0,54
Fresenius Medical Care 32,05 -1,34
Henkel 64,80 -0,43
Infineon Technologies 11,28 -0,32
Linde 45,07 +0,02
Lufthansa 12,10 -0,44
MAN 19,35 -0,04
Metro 25,53 -1,02
MLP 14,21 -1,09
Münchener Rück 185,27 -11,23
TUI 36,25 0,00
RWE 75,50 -2,50
SAP 58,48 -0,32
Schering 46,80 -1,18
Siemens 12,43 -0,26
ThyssenKrupp 20,27 -0,31
VW 47,40 -0,65

  • Datum 14.08.2002
  • Autorin/Autor Johannes Beck
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2Yhx
  • Datum 14.08.2002
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