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Europa League

FC-Fans sorgen für Chaos bei Comeback

Bei der Rückkehr auf die internationale Fußball-Bühne sorgen Kölner Chaoten für Ärger - und lassen den leidenschaftlichen Auftritt der Mannschaft in den Hintergrund rücken. Fast wäre das Spiel abgesagt worden.

"In unserem Veedel" - ein absoluter Klassiker des Kölner Liedguts schallte laut durch das Emirates Stadion des FC Arsenal in London. Da waren 88. Minuten gespielt und die Kölner Fans sangen, obwohl ihre Mannschaft gegen den Favoriten hinten lag. Sie feierten eine leidenschaftliche und mutige Leistung, die sich jedoch am Ende bei der 1:3 (1:0)-Niederlage nicht auszahlte. Und sie feierten die Rückkehr ihres Teams in den Europapokal. Allerdings hatten einige Anhänger zuvor für unschöne Szenen gesorgt. Das Spiel wurde erst mit einer Stunde Verspätung angepfiffen.

 

Begonnen hatte es als große, friedliche Party. Auf den Highbury Fields, 15 Minuten vom Stadion entfernt, sitzen die Fans gemütlich in der Sonne, trinken ein Bier und schwenken Fahnen, auf denen oft die goldenen Sterne der Europäischen Union zu sehen sind. "Wir sind aus Köln, wir sind aus Deutschland, aber wir sind auch aus Europa," sagen Dimi und Max dem Deutsche-Welle-Reporter. "Wir haben das Gefühl, das wird mehr als ein Fußballspiel, wir wollen den Engländern zeigen, dass wir alle zusammenarbeiten werden." 

FC-Fans versuchen offenbar ohne Ticket ins Stadion zu kommen 

Doch es sollte sich zeigen, dass daraus an diesem Abend nichts werden sollte, im Gegenteil. Denn die friedliche Party sollte einen einen unrühmlichen Verlauf nehmen. Das erste Europacup-Spiel des 1. FC Köln nach 25 Jahren musste nach einem versuchten Blocksturm einzelner Fans aus Sicherheitsgründen um eine Stunde verschoben werden. Drei FC-Anhänger wurden vor der Partie zunächst festgenommen.

UEFA Europa League 2017/18 | FC Arsenal vs. 1. FC Köln | Sicherheit, Fans (Reuters/D. Klein)

Viele Gästefans wurden zunächst nicht ins Stadion gelassen

Am Mittag hatten die bis zu 15.000 FC-Fans noch für stimmungsvolle Bilder gesorgt. Friedlich und lautstark singend waren sie in einem großen Fanmarsch zum Stadion gewandert. Obwohl der FC für das Spiel nur 2900 Tickets zugebilligt bekommen hatte, hatte sich rund die fünffache Anzahl an Fans auf den Weg in die britische Metropole gemacht. Einige von ihnen kamen sogar mit dem Fahrrad oder Motorrollern. Die Kölner Fans hatte tagsüber ausgelassen in der Stadt gefeiert, unter anderem hatten sie einen dreistöckiges Pub in der Londoner Innenstadt komplett gemietet. Vor dem Stadion kam es dann aber zu Rangeleien.

Einige Kölner Fans hatten sich mit Tickets für den neutralen Zuschauer-Bereich eingedeckt. Diesen verweigerte Arsenal wie angekündigt den Einlass. Daraufhin war es zu Rangeleien zwischen einzelnen Anhängern und den Sicherheitskräften gekommen. 30 bis 50 Kölner Fans versuchten einen Blocksturm und wurden von den Beamten aufgehalten. Offizieller Grund für die Verschiebung des Anstoßes um eine Stunde war nach Angaben eines Arsenal-Sprechers die Tatsache, dass sich rund um das Stadion zu viele Kölner Fans ohne Tickets befanden. Aus diesem Grund ließen die Sicherheitskräfte die Heimfans zunächst nicht in den Stadion-Umlauf. Arsenal erklärte, man sei darauf vorbereitet gewesen, dass viele Fans ohne Ticket nach London kommen. Das Problem: Die Tickets für andere Blöcke waren für deutsche Fans leicht zu erwerben, die Warnung, dass diese keinen Einlass garantierten, kam erst zwei Tage vor dem Spiel.

Arsenal dreht die Partie

Fußball UEFA Europa League Arsenal - 1. FC Köln (Getty Images/AFP/A. Dennis)

Aus 40 Metern ins Glück: Kölns Cordoba jubelt

Alle FC-Fans die Einlass bekommen hatten, rieben sich schnell die Augen. Nach wachem und mutigem Beginn brachte Jhon Cordoba die Kölner in Führung. Aus 40 Metern überwand er den zurückeilenden Arsenal-Keeper David Ospina zur 1:0-Führung (24. Minute). Es war ein Traumtor. Obwohl Nationalspieler Jonas Hector kurz darauf verletzt vom Platz musste, spielte der Tabellenletzte der Bundesliga stark und ging mit der verdienten Führung in die Pause. Danach allerdings drehten die Gastgeber des FC Arsenal auf. Der Ex-Schalker Sead Kolasinac (49.), Alexis Sanchez (67.) und Hector Bellerin (82.) schafften mit ihren Treffern die Wende. 

Europapokal-Euphorie in Köln

Der Euphorie über die Europa-League-Teilnahme bei den FC-Fans wird das vermutlich keinen Abbruch tun. Obwohl sich nur Mitglieder für Auswärtskarten bewerben konnten, gingen beim Verein alleine für das Arsenal-Spiel 20.465 Bewerbungen ein. Die drei Heimspiele gegen die Gunners, BATE Borissow aus Weißrussland und Roter Stern Belgrad aus Serbien sind mehrfach überbucht.

HIER können Sie die wichtigsten Momente aller Europa-League-Spiele mit deutscher Beteiligung noch einmal Nachlesen.

jhr/jk/mf

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