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Fußball

FC Bayern vor echter Meisterprüfung

Der FC Bayern muss im Halbfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Barcelona dessen Tormaschine Messi/Neymar/Suarez stoppen. Bundestrainer Joachim Löw macht den Bayern trotzdem Mut.

Selbst für die erfolgsverwöhnten Bayern ist es kein Spiel wie jedes andere. Das unterstreicht allein schon die Tatsache, dass Torjäger Robert Lewandowski überhaupt mitgefahren ist, zum Halbfinalhinspiel der Champions League am Mittwoch beim FC Barcelona (Anstoß 20.45 Uhr MESZ, DW-Liveticker ab 20.30 Uhr). Lewandowski hatte sich vor Wochenfrist

im verlorenen DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund

bei einem Zusammenprall mit BVB-Torwart Mitch Langerak eine Gehirnerschütterung zugezogen und sich Oberkiefer und Nasenbein gebrochen. "Ich bin zurück", twitterte Lewandowski und stellte ein Bild dazu, das ihn mit einer Karbonmaske beim Training zeigte.

"Robert hat einen sehr guten Eindruck gemacht. Ich denke, dass er fit und motiviert ist", sagte Vereinskollege Jerome Boateng. "Robert hat keine Angst, er ist sehr mutig. An die Maske wird er sich gewöhnen, das wird kein so großes Problem."

Barça-Trio mit Torgarantie

Suarez, Messi und Neymar feiern einen ihren vielen Treffer für Barcelona. (Foto: Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images)

Eingebaute Torgarantie: Suarez, Messi und Neymar (v.l.)

Die Bayern können ihren Toptorjäger im Duell mit Barça auch eigentlich nicht entbehren. Ein Auswärtstor würde die Chancen deutlich erhöhen, das Finale am 6. Juni im Berliner Olympiastadion zu erreichen. Der FC Barcelona spielte zuletzt in Bestform, seine Tormaschine läuft wie geschmiert. Der Argentinier Lionel Messi, der Brasilianer Neymar und der Urugayer Luis Suarez haben in dieser Saison in Champions League, Primera Division und im spanischen Pokal zusammen bereits 108-mal getroffen. In der europäischen Königsklasse hat das Trio im Schnitt pro Partie zwei Tore erzielt. Auf die Bayern-Abwehr und Manuel Neuer kommt also mit größter Wahrscheinlichkeit jede Menge Arbeit zu. "Das müssen wir als Mannschaft bewältigten", sagt Verteidiger Boateng. "Man muss sie gut kontrollieren", ergänzt der Spanier Xabi Alonso.

Löw: "Immerhin sechs Weltmeister"

Verzichten muss der FC Bayern definitiv auf seine Superstars Frank Ribery und Arjen Robben sowie David Alaba und Holger Badstuber. Bundestrainer Joachim Löw macht den Bayern dennoch Mut. "Natürlich haben die Bayern eine Chance gegen Barcelona. Auch wenn Barcelona im Moment den besseren Lauf zu haben scheint, besitzen die Bayern trotz der Verletzungen immer noch genügend Topspieler, um dagegenzuhalten", sagte Löw der "Bild"-Zeitung. Immerhin stünden dem deutschen Meister sechs Weltmeister zur Verfügung. Zudem hätten die Bayern den Vorteil des Rückspiels im eigenen Stadion. Löw bezweifelt jedoch, dass das Wissen von Trainer Pep Guardiola über dessen Ex-Klub Barcelona spielentscheidend ist: "Es wird ein sehr emotionales Spiel für ihn. Er hat in Barcelona gespielt und als Trainer großartige Erfolge gehabt. Ob er sportlich dadurch Vorteile hat? Das glaube ich nicht. Auf dem Niveau kann kaum einer den anderen mehr überraschen, und Sie können sicher sein, dass beide Seiten alles über den Gegenüber wissen."

Thomas Müller bejubelt einen Treffer im Champions-League-Halbfinale 2013 gegen Barcelona. Foto: Getty Images

Im Halbfinale 2013 sah Barcelona kein Land: Thomas Müller bejubelt einen der insgesamt sieben Bayern-Treffer

Statistik spricht für FC Bayern

Die bisherige Europapokalbilanz spricht eher für die Bayern. Fünf Siegen und zwei Unentschieden steht nur eine Niederlage gegen den FC Barcelona gegenüber. Die Spanier haben noch eine Rechnung offen. Im Halbfinale der Champions League 2013 wurden sie von den Bayern regelrecht demontiert: Der deutsche Rekordmeister gewann 4:0 und 3:0 und holte sich später auch den Titel. Doch auch die Münchener bezogen im Stadion Camp Nou in Barcelona schon einmal richtig Prügel. 2009 gingen sie im Viertelfinale mit 0:4 unter und schieden nach einem 1:1 im Rückspiel aus.

Besonders im Fokus steht aber auch ein Deutscher auf Seiten des FC Barcelona: Der Ex-Gladbacher Marc-Andre ter Stegen wird gegen die Bayern das Tor von Barca hüten. In der Primera Division zieht Trainer Luis Enrique fast immer den erfahrenen Chilenen Claudio Bravo vor, aber in der Königsklasse darf ter Stegen ran. Ter Stegen ist hochmotiviert, es seinen Landsleuten, aber auch seinen Kritikern in Spanien zu zeigen. Unterstützung erhält er derweil von höchster Stelle: Der viermalige Weltfußballer Lionel Messi prophezeit seinem deutschen Mitspieler Marc-Andre ter Stegen eine goldene Zukunft. "Er ist ein toller Torwart und hat mich gleich am ersten Tag sehr angenehm überrascht. Ich kannte ihn überhaupt nicht, aber seine Eigenschaften könnten ihn zum besten Torwart der Welt machen", sagte der Argentinier. Vielleicht zeigt ter Stegen das ja bereits an diesem Mittwoch.

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