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Champions League - Achtelfinal-Rückspiel

FC Bayern düpiert Arsenal erneut

Nein, es ist kein Tippfehler: Der FCB gewinnt - wie schon in München - auch das Rückspiel mit 5:1. Während er zum sechsten Mal in Folge im Viertelfinale der Champions-League steht, droht Arsenals Coach das Aus.

Es regnete Klopapierrollen. So viele, dass jeder der 60.000 Zuschauer im Stadion locker hätte davon Gebrauch machen können. Denn um Geschäfte geht es mittlerweile vordergründig beim Fußball - besonders in der Königsklasse. "Football without fans is not worth a penny" war nach der Klopapier-Aktion kurz nach Anpfiff auf einem großen Banner der FC Bayern-Fans zu lesen. Fast 100 Euro kostet die günstigste Karte mit Gebühren und Versand.

Immerhin: Die Fans bekamen etwas geboten für das viele Geld. Nach dem 5:1 in München setzte sich der deutsche Rekordmeister auch im Rückspiel mit  5:1 (0:1) durch - trotz Rückstands. "Das Resultat passt nicht zu dem, was vor der Roten Karte und dem Elfmeter passiert ist", kam Bayern-Verteidiger Mats Hummels nach dem Abpfiff auf die entscheidende Szene zu sprechen. Aber der Reihe nach.

Kurze Ecke - Torwartecke?

Zunächst agierten die "Gunners" aus Kontern heraus, nach einer Viertelstunde hatten sie die Spielkontrolle übernommen und kamen immer wieder gefährlich in den Strafraum. Der agilste im Arsenal-Team, Theo Walcott, brachte seine Mannschaft nach 20 Minuten in Führung. Der englische Nationalspieler ließ die gestandenen Abwehrprofis Xabi Alsono und Mats Hummels im FCB-Strafraum einfach stehen und drosch den Ball von der rechten Seite aus sieben Metern ins kurze Eck. Welttorhüter Manuel Neuer riss zwar noch die Fäuste hoch und berührte noch den Ball - der flog aber trotzdem weiter ins Tornetz. "Ich habe versucht, die Arme hoch zu reißen, aber der Ball war zu schnell. Ich hatte etwas Pech bei der Aktion", erklärte Neuer nach der Partie.

Eine knappe Viertelstunde später versuchte Walcott, Neuer mit einer Kopie seines Tores nochmal zu überwinden. Diesmal traf er vom rechten Fünfmetereck jedoch nur das Außennetz (34. Minute). Arsenal war mittlerweile das dominierende Team, und der FC Bayern hatte Mühe, den Gegner vom eigenen Strafraum weg zu halten. Die beste Chance für die Bayern hatte Top-Torjäger Robert Lewandowski, als er eine Flanke von Arjen Robben acht Meter vor dem Tor volley annahm. Doch der Pole traf den Ball nicht richtig (38.).

Erst Gelb, dann Rot

Italien Neapel v Real Madrid - UEFA Champions League Robert Lewandowski (picture alliance/empics/J. Walton)

Die entscheidende Szenez: Koscielny (r.) foult Lewandowski im Strafraum - Rot und Elfmeter

Trotzdem jubelte der Stürmer - nur etwas später. Knapp zehn Minuten nach Wiederanpfiff holte Laurent Koscielny Lewandowski im Strafraum von den Beinen. Schiedsrichter Tasos Sidiropoulos zeigte dem Franzosen zunächst die Gelbe Karte. Als er bemerkte, dass Koscielny der letzte Mann gewesen war, revidierte der Grieche seine Entscheidung - und zeigte Rot. Und auf dem Punkt. Der Gefoulte selbst schoss den Elfmeter und damit den Ausgleich zum 1:1 (54.).

Das war ganz bitter für Arsenal. Nun mussten sie mit nur zehn Mann in 36 Minuten vier Tore erzielen - und durften kein einziges mehr zulassen, um überhaupt noch in die Verlängerung zu kommen. Und was tat der FC Bayern München? Er nutzte seine Überzahl aus, um Arsenal die letzte Hoffnung zu nehmen. Nach einem Fehler von Alexis Sanchez an der eigenen Strafraumgrenze nahm sich Arjen Robben den Ball und schob ihn an Schlussmann David Ospina vorbei ins Tor zur 2:1-Führung (68.).

Arsenal-Fans stinksauer

Das war selbst für die englischen Fans zu viel. Die Anhänger, die dafür bekannt sind, ihre Teams bis zur allerletzten Sekunde zu unterstützen, verließen teilweise bereits in der 70. Minute das Stadion. Ahnten sie, was für den derzeitigen Tabellen-Fünften der Premier League noch kommen würde?

Arsenal Coach Arsene Wenger (Reuters/H. McKay)

Wenger: Adieu nach 21 Jahren?

Noch zwei weitere Tore kassierte das Team um den umstrittenen Trainer Arsene Wenger. Beim 3:1 lief Bayerns Douglas Costa über das halbe Spielfeld, bevor er den Ball von der Grenze des Sechzehnmeterraumes genau in die linke Ecke versenkte (78.). Noch schöner war das vierte Tor der Bayern: Arturo Vidal lupfte den Ball über Ospina hinweg über die Linie (80.). Spätestens beim letzten Tor zum 5:1 überwog dann das Mitleid mit dem Gegner: Nach einem langen Pass waren Costa und Vidal alleine im Strafraum vor Ospina. Ersterer passte seinem Teamkollegen locker den Ball zu, der ihn ohne Mühe zum 5:1 ins Tor schob (85.).

Die Frage ist, was schlimmer ist. Zweimal hintereinander mit 1:5 gegen den FC Bayern zu verlieren oder zum siebten Mal in Folge im Achtelfinale der Champions League auszuscheiden. Letztlich kann es den Anhängern der "Gunners" wohl egal sein. Arsene Wenger dagegen nicht. Seit 21 Jahren ist er Trainer beim englischen Traditionsverein. Vermutlich kommt kein weiteres Jahr mehr dazu.

6,5 Millionen für die nächste Runde

Und die Bayern? Die stehen zum sechsten Mal nacheinander im Viertelfinale der Königsklasse. Das ist gut für das Renommee. Und für die Vereinskasse. 6, 5 Millionen Euro kassieren die Münchener für den Einzug in die nächste Runde - und träumen so langsam vom Titel. Die Fans auch. Die Frage ist nur, ob sie sich noch die (rein theoretisch) fünf Partien bis zum Finale leisten können. 

Sie haben immer noch nicht genug vom Spiel? Dann lesen Sie die einzelnen Szenen noch mal in unserem Liveticker nach.

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