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Politik

FBI will Milzbrand-Anschläge aufgeklärt haben

Milzbrandforscher Bruce Ivins ist der "einzig Verantwortliche" für die Milizbrandanschläge im Herbst 2001, sagt das FBI. Zu einem Verfahren kommt es nicht: Der Verdächtige hat vergangene Woche Selbstmord begangen.

Haus (Quelle: AP)

Das Haus von Milzbrandforscher Bruce Ivins

Für das FBI ist mal wieder ein Fall abgeschlossen: Die Milizbrandanschläge, die im Herbst 2001 die USA erschütterten, wurden nach Angaben der Ermittlungsbehörde von dem Milzbrandforscher Bruce Ivins verübt. Eine Indizienkette sowie eine Beweisführung im Ausschlussverfahren habe ergeben, dass er der "einzig Verantwortliche", sagte Staatsanwalt Jeffrey Taylor am Mittwoch (06.08.2008) in Washington.

Der Verdächtige ist tot

Vor Gericht gestellt werden kann Ivins nicht mehr. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass der 62-Jährige Selbstmord verübt hatte - nachdem ihm mitgeteilt worden war, dass Anklage gegen ihn erhoben wird. "Wir glauben, wir hätten seine Schuld vor einem Geschworenengericht nachweisen können", sagte Staatsanwalt Taylor.

Ivins arbeitete in einem Labor des US-Heeres in Fort Detrick im US-Staat Maryland. Dort entwickelte er Gegenmittel gegen biologische Waffen, vor allem gegen Milzbrand. Die Briefe mit dem Milzbrand-Erreger hat er laut FBI verschickt, um Unterstützung für einen von ihm entwickelten Impfstoff zu bekommen.

DNA-Spuren waren der entscheidende Hinweis

Mann im Schutzanzug (Quelle: AP)

Das FBI auf Spurensuche

Besonders belasten den Wissenschaftler DNA-Spuren. Untersuchungen haben laut FBI ergeben, dass die bei den Anschlägen verwendeten Sporen aus Beständen stammen, die es nur in Ivins' Labor gab. Zugang habe auch nur Ivins gehabt. Laut Staatsanwaltschaft soll er psychische Probleme gehabt haben. So seien sonderbare E-Mails und Rezepte von Psychiatern gefunden worden.

Ivins' Anwalt Paul Kemp überzeugt die Argumentation des FBI nicht: "Ich glaube nicht, dass er es getan hat." Die Staatsanwaltschaft suche nur einen Schuldigen, um den Fall zu den Akten legen zu können. "Aber ich denke, sie sind am Ende. Sie sind ausgebrannt und wissen nicht weiter."

Was sagt die Persönlichkeit aus?

"Sehr überzeugend" fand Chris Smith, republikanischer Abgeordnete des Repräsentantenhauses, die Beweisführung. Zusammen mit seinem demokratischen Kollegen Rush Holt hatte er das Verfahren verfolgt. Holt dagegen ist skeptisch: Das FBI habe "in der Biografie einer eigenartigen Persönlichkeit geforscht, um dann zu schließen, dass die Persönlichkeit wegen ihrer Eigenartigkeit auch bösartig sein könnte. Das ist ein Sprung, den man normalerweise im Gericht nicht macht", kritisierte Holt. Mit ähnlichen Methoden habe das FBI schon einen Kollegen von Ivins verdächtigt. Der Fall hatte kürzlich Schlagzeilen gemacht, weil der Betroffene nie angeklagt worden war und schließlich erfolgreich eine Entschädigung von 5,8 Millionen Dollar einklagt hat.

Bei den Anschlägen vor sieben Jahren starben fünf Menschen, die mit den Milzbrand-Erregern in Kontakt gekommen waren. 13 weitere erkrankten an Milzbrand. (det)

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