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Aktuell Amerika

FBI sucht Hacker wegen Promi-Nacktfotos

Dutzende Nacktfotos von Prominenten wie Jennifer Lawrence sorgen nach ihrem Auftauchen im Internet für Wirbel. Die US-Bundespolizei FBI sucht die Täter. Und Apple macht sich große Sorgen.

Wie konnten Dutzende Nacktfotos von Prominenten im Netz landen? Das wahrscheinlichste Szenario: Ein Hacker war am Werk. Angesichts der breiten Diskussion über die pikanten Fotos in der Öffentlichkeit hat sich die amerikanische Bundespolizei FBI eingeschaltet und Ermittlungen aufgenommen.

Der IT-Konzern Apple prüft derweil Spekulationen über eine Hacker-Attacke auf seinen Online-Speicherdienst iCloud als Quelle für die Fotos. "Wir nehmen die Privatsphäre der Nutzer sehr ernst und untersuchen aktiv diesen Bericht", sagte eine Apple-Sprecherin dem Technologieblog Recode. Zusammen mit den Bildern hatten Unbekannte in Internet-Foren auch die Darstellung gestreut, die Fotos seien aus iCloud erbeutet worden. Konkrete Belege dafür blieben aus.

Viele Stars betroffen

Zu den Opfern der Indiskretion zählen neben der Schauspielerin Jennifer Lawrence (siehe Artikelbild) und der Pop-Sirene Rihanna die kanadisch-französische Sängerin Avril Lavigne, die Klitschko-Verlobte Hayden Panettiere, die US-Fußballspielerin Hope Solo, das Topmodel Kate Upton sowie ein Dutzend weiterer Stars und Starlets. Einige bestätigten, dass die Bilder authentisch waren, andere dagegen erklärten sie zu Fälschungen.

Die Sängerin Rihanna bei einem Auftritt 2010 (Archivfoto: Picture alliance)

Die Sängerin Rihanna bei einem Auftritt in Madrid 2010

Lawrence' Sprecher hatte nach Auftauchen der Bilder am Sonntag erklärt, die Behörden seien eingeschaltet worden. Jeder, der die gestohlenen Fotos veröffentliche, werde belangt. Auch Vertreter Uptons drohten dies an. Die Schauspielerin Kirsten Dunst reagierte bei Twitter mit einer sarkastischen Bemerkung "Danke, iCloud" auf die Veröffentlichung der Bilder.

Andere Hollywoodstars hoben hervor, dass es sich bei dem Datendiebstahl um ein Verbrechen handele und riefen unter dem Hashtag #ImNotLooking dazu auf, die Fotos aus Respekt vor den Betroffenen nicht anzusehen:

Viele Links

Nach Angaben mehrerer US-Medien waren die Nacktaufnahmen am Sonntag auf der Bild-Sharing-Webseite 4chan aufgetaucht. Andere Medien versahen Berichte über die Affäre mit Links zu den entsprechenden Fotos. Nach der Androhung rechtlicher Konsequenzen wurden die Links zu den Bildern inzwischen wieder gelöscht.

Unklar war am Montag, ob die Fotos tatsächlich über iCloud entwendet wurden oder mit Hilfe einer inzwischen geschlossenen Lücke in Apple's "Find my Phone"-App, die abhanden gekommene iPhones aufspürt. Diese habe es Angreifern erlaubt, eine uneingeschränkte Zahl von Passwörtern durchzuprobieren und so mit einem speziellen Programm eventuell die richtige Kombination zu erraten, hieß es unter Berufung auf IT-Sicherheitsexperten.

Viele Spekulationen

Andere Fachleute wiesen darauf hin, dass die Aufnahmen aus verschiedenen Quellen stammen und schon über Jahre gesammelt worden sein könnten. Nicht ausgeschlossen wurde auch, dass ein Hacker die Bilder gesammelt haben und seine Sammlung dann von anderen Angreifern geplündert worden sein könnte.

Für iCloud und anderen Online-Speicherdienste wie DropBox oder GoogleDrive sind schon geringste Zweifel an der Sicherheit ihrer Dienste kommerzielles Gift. Für Apple kämen solche Zweifel zur Unzeit: Das Unternehmen will kommende Woche voraussichtlich neue iPhones und einen mobilen Bezahldienst vorstellen. Da ist Vertrauen der Kunden besonders wichtig.

kle/as (afp, dpa, rtre)

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