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Fußball

Favoriten zittern um WM-Teilnahme

Die letzten neun Endrundenplätze bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 werden bis zum kommenden Mittwoch vergeben. In Europa zittern vor allem die großen Favoriten Frankreich, Russland und Portugal.

Griechenlands Trainer Otto Rehhagel (Foto: dpa)

Otto Rehhagel will mit Griechenland zur WM

Der Kampf um die letzten Tickets für die WM-Endrunde 2010 in Südafrika geht in die heiße Phase, stehen doch bis kommenden Mittwoch (18. November 2009) die Play-off-Spiele auf dem Programm. In Europa sind noch vier heißbegehrte Plätze zu vergeben. Frankreich muss dabei in Irland ebenso auf Topstar Franck Ribéry verzichten wie die Portugiesen gegen Bosnien-Herzegowina auf Cristiano Ronaldo. Russland nimmt nach seiner Deutschland-Pleite über Slowenien einen zweiten Anlauf, und zwischen Griechenland und der Ukraine zeichnet sich ein offener Schlagabtausch ab.

Rehhagels letzte WM-Chance

Griechenlands Stürmer Angelos Charisteas (Foto: ap)

Charisteas will die Griechen zur WM schießen

Otto Rehhagel kämpft mit Griechenlands Nationalmannschaft um seine wohl letzte Chance auf eine WM-Teilnahme. Gut fünf Jahre nach dem EM-Titel mit den Hellenen will sich der deutsche Trainer in den Play-offs gegen die Ukraine mit 71 Jahren den Traum von der WM erfüllen. "Wir sind kurz vor dem Ziel. Jetzt muss jeder über sich hinaus wachsen", sagte Rehhagel vor dem Hinspiel in Athen: "Das sind die großen Augenblicke im Fußball, in denen jeder Farbe bekennen muss. Wir müssen es uns verdienen, beim Turnier der ganz Großen dabei zu sein." Mit dem Leverkusener Theofanis Gekas, Nürnbergs Angelos Charisteas und Vasilis Pliatsikas von Schalke 04 stehen drei Bundesliga-Profis in Rehhagels Aufgebot. Die Ukraine, die bei der WM 2006 im Viertelfinale mit 0:3 am späteren Weltmeister Italien scheiterte, sieht sich als Favorit. "Wir werden auch in Athen auf Sieg spielen", verkündete Trainer Alexej Michailitschenko.

Russlands Angst vor Slowenien

Russlands Nationalteam von links oben: Igor Akinfeev, Alexander Kerzhakov, Yuri Zhirkov, Sergey Ignashevich, Vasili Berezutski, Vladimir Bystrov, Unten: Andrei Arshavin, Konstantin Zyryanov, Igor Denisov, Aleksandr Anyukov, Igor Semshov (Foto: ap)

Russlands Nationalteam gilt als Favorit

In Russland zittert man derweil vor Außenseiter Slowenien. Wie schon gegen Deutschland, als man 0:1 verlor, könnten Andrej Arschawin und Co. Probleme haben, das Tor zu treffen. Darauf lässt zumindest die Analyse von Trainer Hiddink schließen. "Die Slowenen verteidigen perfekt. Außerdem nutzen sie vorne fast jede Chance", sagte der Niederländer. Nach seinem Heimatland, Australien und Südkorea wäre Russland das vierte Team seit 1998, mit dem Hiddink bei einer WM zu Gast wäre. Die Außenseiter aus Slowenien glauben an ihre kleine Chance, wissen aber um die Unterschiede. "Russland hat mehr Fußballer als wir Einwohner, sagt Miso Brecko vom Bundesligisten 1. FC Köln: "Die Qualifikation wäre für uns wahrscheinlich mehr wert, als wenn Deutschland Weltmeister würde."

Frankreich ohne Ribery gegen Irland

Franck Ribery liegt auf dem Spielfeld, umringt von Mitspielern (Foto: ap)

Ribery fällt gegen Irland aus

Für den französischen Trainer Raymond Domenech wäre die verpatzte Qualifikation wohl auch das Aus als Nationalcoach. Schon bei der EM 2008 hatte der Vize-Weltmeister von 2006 nach enttäuschenden Vorstellungen in der Vorrunde die Segel streichen müssen. "Es gibt Spiele, für die braucht man keinen Druck von außen", sagt Domenech. "Alle von uns wollen zur WM, die Spieler zuerst". Mittelfeldstar Ribéry vom FC Bayern München bleibt angesichts seiner Knieprobleme erneut nur die Zuschauerrolle. Die von Giovanni Trapattoni trainierten Iren brachten im Laufe der Qualifikation bereits zweimal Weltmeister Italien an den Rand einer Niederlage und blieben ungeschlagen. "Die Unterstützung unserer Fans wird uns zu Höchstleistungen anspornen", meint Torwart Shay Given.

Portugal ohne Ronaldo in der Defensive

Cristiano Ronaldo liegt verletzt auf dem Spielfeld (Foto: pictue-alliance)

Ronaldo fehlt gegen Bosnien-Herzegowina

Portugals Trainer Carlos Queiroz setzt gegen Bosnien-Herzegowina nach dem Ausfall von Cristiano Ronaldo auf eine verstärkte Defensive - und erstmals seit drei Jahren auch wieder auf den Wolfsburger Ricardo Costa in der Abwehr. "Seine Hilfe wird besonders wertvoll sein. Er spielt mit zwei der besten Bosnier im Verein", sagte Queiroz. In Portugal seien die Offensivkräfte Edin Dzeko und Zvjezdan Misimovic "nicht bekannt - und ich hoffe, dass sich das nach den Playoffs nicht ändert. Unterm Strich habe ich keine Zweifel, dass wir uns qualifizieren", betonte Queiroz. Die Osteuropäer schöpfen ihre Zuversicht aus der Tatsache, dass sie im Rückspiel Heimrecht haben. "Das könnte ein kleiner Vorteil für uns sein", sagte Misimovic. Allerdings sind gleich neun Bosnier mit einer Gelben Karte vorbelastet.

In Afrika sind vor dem letzten Spieltag noch drei der sechs Startplätze für die Endrunde offen. Neben den bereits qualifizierten Teams Südafrika, Elfenbeinküste und Ghana haben Kamerun, Tunesien und Algerien die besten Chancen auf eine WM-Teilnahme. In Süd- und Mittelamerika spielen Costa Rica und Uruguay um ein weiteres Ticket. Ozeanien-Sieger Neuseeland kann derweil gegen Asien-Vertreter Bahrain die zweite WM-Teilnahme nach 1982 perfekt machen.

Autor: Arnulf Boettcher (sid, dpa)
Redaktion: Andreas Ziemons