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Tischtennis-WM

Favorit Ma Long erneut Einzel-Weltmeister

Boll-Bezwinger Ma Long setzt seinen Siegeszug bei der WM in Düsseldorf bis zum Titel fort. Die Heim-WM ist aus Gastgebersicht unter dem Strich ein Erfolg - auch wenn die Zukunft des deutschen Tischtennis offen ist.

Sieger Ma Long (l.) und Fan Zhendong (r.) geben sich nach Spielende die Hand (Foto: picture-alliance/dpa/J. Güttler)

Harter Kampf, faire Geste: Sieger Ma Long (l.) und Fan Zhendong (r.) reichen sich nach dem WM-Finale die Hände

Der chinesische Olympiasieger Ma Long hat bei der Tischtennis-WM in Düsseldorf seinen Einzel-Titel erfolgreich verteidigt. Der Weltranglistenerste und Viertelfinal-Bezwinger von Rekordeuropameister Timo Boll gewann das Finale vor 8000 Zuschauern gegen seinen an Nummer zwei gesetzten Nationalmannschaftskollegen Fan Zhendong mit 4:3. "Dieses Spiel werde ich mein ganzes Leben nicht mehr vergessen", sagte der "Dominator" nach dem dramatischen Entscheidungssatz. 7:9 lag Ma schon zurück, ehe die Nummer eins der Welt noch einmal Klasse bewies und seinen zweiten Matchball zum 12:10 verwandelte: "So gut werde ich wohl niemals wieder spielen können", meinte Ma.

Auf dem Weg zu seinem zweiten WM-Triumph hatte Ma am Tag nach seinem 4:2-Viertelfinalerfolg über Boll das chinesische Halbfinalduell mit dem Weltranglistendritten Xu Xin mit 4:0 für sich entschieden. Boll hatte als einziger Europäer in der Runde der besten Acht gestanden. Der deutsche Weltranglistenfünfte Dimitrij Ovtcharov war schon im Achtelfinale ausgeschieden.

Mas erneuter Titelgewinn bedeutet für China das siebte WM-Gold im Herren-Einzel nacheinander. Bei den nunmehr elf WM-Turnieren in den vergangenen 20 Jahren ging der Titel neunmal an das Reich der Mitte. Als bislang letzter Europäer eroberte der Österreicher Werner Schlager 2003 den WM-Thron.

Was kommt nach Boll?

Timo Boll (r.) im WM-Viertelfinale gegen Ma Long (l.) (Foto: Getty Images/AFP/P. Stollarz)

Timo Boll (r.) scheiterte im WM-Viertelfinale an Ma Long

Die Heim-Weltmeisterschaften in Düsseldorf sind aus deutscher Sicht durchaus ein Erfolg. Die erst 23 Jahre alte Petrissa Solja gewann im Mixed sogar die ersehnte deutsche Medaille. Und trotzdem wird es Momente wie diesen im deutschen Tischtennis in absehbarer Zeit wohl nicht mehr viele geben. "Ein kleines Nachwuchsproblem im deutschen Tischtennis ist da. Denn irgendwann werden wir nach einem Timo Boll oder Dimitrij Ovtcharov eine große Lücke füllen müssen", sagte Sportdirektor Richard Prause der Deutschen Presse-Agentur ganz offen.

Zu den Erkenntnissen dieser stimmungsvollen Heim-WM gehört eben auch: Am Ende gingen wieder vier von fünf Titeln nach China. Und während in Asien weiterhin reihenweise Supertalente wie das erst 13-jährige Wunderkind Tomokazu Harimoto aus Japan oder der auch erst 20 Jahre alte Fan Zhendong heranwachsen, kommt im deutschen Team hinter Boll und dem schon im Achtelfinale gescheiterten Ovtcharov zu wenig nach. "Ich bin mit mir im Reinen. Ich habe ein sehr gutes Turnier gespielt", sagte Boll selbst dazu. "Aber diese WM hat wieder gezeigt: Unsere Konkurrenz vor allem in Asien ist sehr, sehr stark. Auch wir haben eine gute Basis, aber es kann sich niemand leisten, auf dem Sofa zu liegen. Es hilft nur, weiter hart zu arbeiten."

51.000 Zuschauer insgesamt, je 8000 an den drei ausverkauften Schlusstagen: Die harten Fakten und vor allem die bemerkenswerte Atmosphäre in der Halle übertrafen sogar die Erwartungen des Deutschen Tischtennis-Bundes. "Wir können stolz auf unsere Zuschauer sein", so Boll. "Und wir hätten ihnen gerne noch mehr Erfolge zurückgegeben."

ck/kd (dpa, sid)

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