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Wissen & Umwelt

Faultier nascht menschliche Fäkalien

Immer wieder haben Forscher im Regenwald Faultiere in flagranti erwischt, wie sie sich in ihren Toiletten den Bauch vollschlugen. Sollte es womöglich so sein, dass Faultiere sogar zu bequem sind, um selbst zu verdauen?

Faultier klettert aus Toilette (Foto: Deutsches Primatenzentrum GmbH)

Erwischt: Das Faultier klettert aus der Toilette

Sich heimlich in den Toiletten einer Feldstation von menschlichen Fäkalien ernähren. Diese für uns eher unappetitlich anmutende Vorliebe von Faultieren haben Forscher des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) beobachtet, die seit 1997 im peruanischen Regenwald stationiert sind – ursprünglich um Neuwelt-Affen zu erforschen.

Über die Jahre konnten sie allerdings mehr als 25 Mal beobachten, wie sich Faultiere in ihrer Toilette den Bauch vollschlugen. Dabei stehen menschliche Fäkalien für gewöhnlich gar nicht auf dem Speiseplan dieser urtümlichen Säugetiere, sondern fast ausnahmslos Blätter.

Nahrhafter Fäkalien-Snack?

Den Heißhunger erklären sich die Forscher damit, dass die Faultiere es auf die Nährstoffe und Bakterien im menschlichen Kot abgesehen hatten. Oder dass die Tiere Mineralstoffe aufnehmen und Larven fressen, die sich in der Toilette entwickelt haben.

Wie schnell die Tiere flüchten können, wenn man sie auf frischer Tat ertappt, überraschte die Forscher ebenfalls. "Normalerweise sind Faultiere schwierig zu beobachten", sagt Eckhard Heymann, vom DPZ in Göttingen. "Sie hängen in Bäumen und bewegen sich kaum", so der Forscher. Deswegen gibt es bisher auch nur wenige Informationen über sie.

Um die Faultiere vor möglichen menschlichen Krankheitserregern in den Fäkalien zu schützen, haben die Forscher die Toilette umzäunt. Seitdem wurde kein Faultier mehr auf frischer Tat ertappt.

Ihren Namen haben die Faultiere übrigens tatsächlich wegen der zeitlupenartigen Geschwindigkeit, mit der sie sich fortbewegen. In der Praxis hat das seinen Zweck: Die Tiere passen sich an ihren Lebensraum an; das regungslose Verharren im Blattwerk macht sie für Feinde fast unsichtbar. Der angenehme Nebeneffekt: ihr eigentliches Hauptnahrungsmittel wächst ihnen geradezu in den Mund.

Autorin: Hannah Fuchs (mit dpa)
Redaktion: Judith Hartl

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