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Wirtschaft

FATIMA wirbt um Integration

Ein Großprojekt in NRW namens FATIMA hat sich große Ziele gesteckt: Es will innerhalb von zwei Jahren türkischstämmige Unternehmen in die deutsche Wirtschaft integrieren. Dabei soll auch ein neues Berufsbild entstehen.

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Das Döner-Brötchen sollte erst der Anfang sein

Nein, das ist kein Märchen aus 1001 Nacht! Das von den Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Nordrhein-Westfalen im Juli dieses Jahres ins Leben gerufene Projekt FATIMA nimmt konkrete Formen an. FATIMA steht für "Fachkräftequalifizierung von Akademikern Türkischer Herkunft in NRW – Integration als Mittel der Außenwirtschaftsförderung". Durchgeführt wird das Projekt von der IBP, einer von der Kammervereinigung NRW getragenen Beratungs- und Projektgesellschaft. Die Planungsphase hat die IBP bereits abgeschlossen. Nun beginnt sie gemeinsam mit den türkischen Unternehmerorganisationen TIDAF und MÜSIAD sowie dem Zentrum für Türkeistudien (ZfT) mit der praktischen Umsetzung.

"Deutsche und Türken können voneinander lernen"

Ziel des Projektes ist es, die türkischen Unternehmer intensiver in die Wirtschaft und die Institutionen in NRW einzubinden, erklärt IBP-Sprecher Jürgen Vogel. Hierdurch will man die Zusammenarbeit von deutschen und türkischen Unternehmen fördern. Denn bisher arbeite jeder für sich – Berührungspunkte gebe es de facto nicht. Beide Seiten könnten durch FATIMA voneinander lernen und ihre jeweiligen wirtschaftlichen Chancen erweitern, glaubt Vogel.

Tänzerin Tag der Türken in Berlin

Gemeinsam in eine bessere wirtschaftliche Zukunft?

Schirmherr des Projektes ist NRW-Landeswirtschaftsminister Ernst Schwanhold. Insgesamt läuft das FATIMA–Projekt bis Ende 2004. 80 Prozent des Gesamtbudgets in Höhe von 250.000 Euro übernimmt das Wirtschaftsministerium. Die übrigen 20 Prozent tragen die IHKs in NRW.

Drei Schritte zur wirtschaftlichen Integration

In drei Schritten will man das Projekt umsetzen: In der ersten Projektphase wird die IBP - unterstützt vom Zentrum für Türkeistudien - eine Analyse der türkischen Wirtschaft in NRW vornehmen. "Sie soll Aufschluss geben", so Yunus Ulusoy vom ZfT "über die Anzahl an türkischstammigen Unternehmen, deren Größe, Strukturen und Formen sowie über die bisherige Integration türkischer Unternehmen in das nordrhein-westfälische Wirtschaftsleben". Die Befragung einer repräsentativen Gruppe türkischer Unternehmen konzentriert sich dabei zunächst auf eine ausgewählte Region. Dafür vorgesehen sind Bochum, Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen.

Die Ergebnisse der Befragung bilden die Basis für die zweite Projektphase. Hier soll FATIMA die Gesprächsbereitschaft zwischen deutschen und türkischen Unternehmen fördern, um eine Zusammenarbeit auszubauen und zu festigen. "Wir wollen Deutsche und Türken an einem runden Tisch zusammenbringen, damit sie sich besser verstehen und untereinander Aufträge vergeben können", sagt IBP-Sprecher Vogel.

Sollten die ersten beiden Phasen erfolgreich abgeschlossen werden, denkt Vogel bereits über den nächsten Schritt nach: "In einer dritten Phase könnte dann die Qualifizierung von Akademikern türkischer Herkunft zu deutsch-türkischen Wirtschaftsassistenten stehen". Nein, kein Märchen – FATIMA meint es ernst: Gemeinsam mit Fachhochschulen oder Berufsschulen sei sogar eine Ausbildung zu diesem neuen Berufsbild in nicht allzu ferner Zukunft denkbar.

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