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Aktuell Deutschland

Fastnacht im Frühling: Mainz holt Rosenmontagsumzug nach

Der 8. Februar war ein schlechter Tag für die Jecken am Rhein. Die meisten Rosenmontagsumzüge mussten wegen eines Stumtiefs abgesagt werden. Aber echte Narren geben nicht auf - und sie sind einfallsreich.

Genau drei Monate nach der sturmbedingten Absage des Rosenmontagsumzugs haben die Narren in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz doch noch ihren Festumzug bekommen.

Nach Angaben des Karnevalsvereins jubelten etwa 180.000 Menschen - darunter auch einige im Wikinger-, Engels- oder Star-Wars-Kostümen - den Karnevalisten auf den Wagen zu. Überall wurde "Helau" gerufen und getanzt. Die meisten Kostüme blieben allerdings zuhause - nicht zuletzt wegen der sommerlichen Temperaturen.

Europa küsst dem türkischen Präsidenten Erdogan die Füße (Foto: dpa)

Europa küsst dem türkischen Präsidenten Erdogan die Füße

Die Karnevalisten nahmen unter anderem den von Affären erschütterten Weltfußballverband FIFA sowie den Flüchtlingspakt der EU mit der Türkei aufs Korn. Ein Motivwagen zeigte den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der sich von Europa die Füße küssen lässt. Auch die traditionellen "Schwellköppe" - Figuren mit übergroßen Köpfen - zogen durch die Straße.

200 Jahre Rheinhessen

Was wie ein Karnevalsumzug aussah, war aber eigentlich gar keiner. Wie die Veranstalter hervorhoben, wurde mit dem Festumzug durch die Mainzer Innenstadt das 200-jährige Jubiläum der Region Rheinhessen gefeiert. Mit 77 Nummern und 2222 Teilnehmern geriet der Zug nur halb so lang wie ein "normaler" Rosenmontagsumzug - und auch die Zugstrecke wurde um die Hälfte verkürzt. An einem Rosenmontagsumzug am Rosenmontag sind in Mainz außerdem immer 500.000 Zuschauer dabei.

Eigentlich wollten die Veranstalter, dass die Menschen nicht "Helau" rufen, sondern "Rhoi-hesse", oder angesichts des Sonnenscheins "schee blau". Doch daran hielt sich kaum jemand. "Die Leute waren begeistert mit dabei", sagte der Pressesprecher des Mainzer Carneval-Vereins, Michael Bonewitz. Und zog aus der bislang einzigartigen Veranstaltung ein positives Fazit: "Aus unserer Sicht war der Umzug mustergültig."

wl/mak (dpa, afp)