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Welt

Fastenzeit beginnt für Muslime

Der muslimische Fastenmonat Ramadan hat begonnen. Vier Wochen lang müssen Fastende täglich auf Essen und Trinken verzichten - bis zum Sonnenuntergang. Rauchen und Sex sind als sündhaftes Verhalten ebenfalls verboten.

Ein kleiner Junge schaut muslimischen Männern beim Gebet zu (Foto: AP)

Tägliche Gebete gehören zur Fastenzeit dazu

Tagsüber sehr sparsam haushalten, nachts dann ausgiebig feiern - so machen es viele Muslime während der religiösen Fastenzeit, die am Montag (01.08.2011) begonnen hat. Von Sonnenaufgang bis zum -untergang verzichten die Fastenden vor allem auf Essen und Trinken. Aber auch Geschlechtsverkehr oder Rauchen sind in dieser Zeit untersagt. Das Gebot gilt gleichermaßen für Männer und Frauen, befreit sind nur Alte und Kranke, Kinder, Schwangere, Reisende und Soldaten im Krieg.

Der Selbstverzicht soll die Fastenden zum Nachdenken anregen, zu mehr Besinnlichkeit führen und die Fürsorge für Bedürftige fördern. Das Fasten gehört wie das Glaubensbekenntnis, die täglichen Gebete, die Armensteuer und die Pilgerfahrt nach Mekka zu den fünf Säulen des Islam. Ramadan, der heilige und neunte Monat im islamischen Mondjahr, wandert durch das Kalenderjahr und endet in diesem Jahr am 29. August. Einen Tag später feiern die Muslime dann das Fest des Fastenbrechens.

Ramadan in Somalia und Syrien

Flüchtlinge in Somalia stehen in einer Schlange um Essen an (Foto: AP)

Hungerkatastrophe überschattet heiligen Fastenmonat in Somalia

Weltweit bekennt sich etwa eine Milliarde Menschen zum Islam. In vielen Ländern ist das Fasten schwierig angesichts der politischen und gesellschaftlichen Situation. Kaum an Ramadan zu denken ist beispielsweise in Somalia und Syrien. Die Lage für die Menschen in beiden muslimischen Ländern ist prekär und lebensbedrohlich. Kurz vor dem Beginn des Ramadan ist das syrische Regime erneut gegen Oppositionelle vorgegangen. Das Militär von Präsident Baschar al-Assad hat nach wochenlanger Belagerung mit Panzern die Widerstandshochburg Hama erobert. Mindestens 100 Menschen wurden nach Oppositionsangaben bei der am Sonntagmorgen begonnenen Militäroffensive gegen die viertgrößte Stadt des Landes getötet. Über 100 weitere erlitten Verletzungen, berichteten syrische Aktivisten in Beirut. Landesweit kamen am Wochenende nach unbestätigten Angaben der Regierungsgegner mindestens 136 Menschen ums Leben.

In Somalia verschlechtert sich die Lage für die Betroffenen der Hungerkatastrophe zunehmend. UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos berichtete am Sonntag in New York, dass mittlerweise mehr als zwölf Millionen Menschen in Somalia, Kenia, Äthiopien und Dschibuti dringend Hilfe bräuchten. Die Versorgung der Flüchtlinge werde immer schwieriger. "Wir brauchen Unterkünfte, Wasser und sanitäre Einrichtungen", sagte Amos.

Deutsche Muslime sind vorbereitet

Zwischen 3,8 und 4,3 Millionen Muslime gibt es laut einer Studie des Bundesinnenministeriums in Deutschland. Viele Restaurants richten sich mittlerweile auf die umgestellten Essenszeiten ein und bieten Ramadan-Buffets für einen Fixpreis an. Die meisten von ihnen verlängern ihre Geschäftszeiten bis zwei Uhr nachts oder länger.

Hunderte Muslime beten auf dem Boden einer Moschee (Foto: AP)

Ende des Ramadan: das Fest des Fastenbrechens

Trotzdem drehe sich beim Ramadan nicht alles ums Essen, meint der Muslim Yamen im Gespräch mit DW-WORLD.DE. Es sei außerdem wichtig, "dass man das Schlechte, was man vorher gemacht hat, jetzt sein lässt! Das Lästern, das schlechte Gerede, das ist das Schwierigste", erklärt Yamen. "Das Essen und Trinken an sich macht keine große Schwierigkeit, man genießt das irgendwann."

Religiös motiviertes Fasten gibt es nicht nur im Islam. Auch viele Christen begehen eine 40-tägige Fastenzeit vor dem Osterfest. Die Angehörigen der Ostkirchen, also der orthodoxen, altorientalischen oder unierten Kirchen, befolgen sogar vier Fastenzeiten in ihrem Kirchenjahr und auch Buddhisten haben eine Fastentradition.

Autorin: Nicole Scherschun (kna, epd, dapd, rtr, dpa)
Redaktion: Ursula Kissel

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