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Asien

Fast 160 Tote bei Flugzeugunglück in Indien

Nur sieben Menschen überlebten die Katastrophe im südwestlichen Bundesstaat Karnataka. Die Ursache ist noch nicht bekannt. Bei dem Unglück handelt es um das schwerste in Indien seit fast 14 Jahren.

Karte Indien mit rotem Punkt auf Mangalore (Grafik: DW)

Bei einem Flugzeugunglück im Süden Indiens sind nach offiziellen Angaben mindestens 159 Menschen ums Leben gekommen. Die aus Dubai kommende Maschine der Billig-Fluggesellschaft "Air India Express" schoss am Samstagmorgen (22.05.2010) über die Landebahn des Flughafens der Stadt Mangalore hinaus und fing Feuer. An Bord der Maschine vom Typ Boeing-737-800 waren nach Angaben des Mutterkonzerns Air India 166 Menschen, darunter sechs Besatzungsmitglieder. Sieben Überlebende konnten aus dem brennenden Jet gerettet werden.

Wrackteile der abgestürzten Maschine (Foto: AP)

Feuerwehrleute suchen nach möglichen Überlebenden

Die Maschine stürzte gegen 6.30 Uhr Ortszeit in ein bewaldetes Gebiet. Die Feuerwehr konnte das Gelände nur schwer erreichen, weil der Flughafen von Mangalore auf einer von Hügeln umgebenen Hochfläche liegt.

Unglücksursache unklar

Die Unfallursache ist unklar. In Medienberichten heißt es, zum Zeitpunkt der Landung habe schlechtes Wetter geherrscht. Es hatte in den vergangenen Tagen stark geregnet, was die Sicht beeinträchtigt haben könnte.

Löste ein Pilotenfehler die Katastrophe aus? Dagegen spricht, dass der britische Pilot, der auch ums Leben kam, nach Behördenangaben mehr als 10.000 Stunden Flugerfahrung hatte und schon 26 Mal in Mangalore gelandet war - einem Airport, dessen Landebahn allgemein als schwierig bekannt ist.

Auch sieht es derzeit nicht nach technischem Versagen aus. Das indische Ministerium für Zivilluftfahrt erklärte, aus den aufgezeichneten Gesprächen im Cockpit gehe hervor, dass die Maschine vor der Landung normal funktioniert habe. Auch sei kein Notruf abgesetzt worden.

rauchende Wrackteile (Foto: AP)

Das Flugzeug ist in unwegsamen Gelände abgestürzt

Air India Express ist eine Tochterfirma der staatlichen Air India und bietet Billigflüge nach Dubai und zu Zielen am Persischen Golf an, wo Tausende Inder beschäftigt sind. Auch alle Passagiere der Unglücksmaschine waren Inder, unter ihnen 19 Kinder und vier Babys. Der indische Ministerpräsident Manmohan Singh sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und sagte ihnen finanzielle Entschädigung zu. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle übermittelten Beileidsbekundungen.

Das Unglück ist das schwerste in Indien seit November 1996. Damals wurden beim Zusammenstoß einer saudischen Maschine und einem Frachtflugzeug aus Kasachstan 349 Menschen getötet.

Autorin: Annamaria Sigrist / Stephan Stickelmann (dpa/afp/apn/rtr)
Redaktion: Ulrike Quast

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