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Pressefreiheit

Fast 1000 Journalisten in zehn Jahren getötet

Sie leben gefährlich, weil sie unbequem sind: Journalisten wie Daphne Caruana Galizia aus Malta verlieren ihr Leben, nur weil sie ihre Arbeit tun. Die jüngsten Zahlen der UNESCO sind besorgniserregend.

Mexico Gedenken getöteter (picture-alliance/AP/M. Ugarte)

Gedenken an getötete Journalisten in Mexiko (Archivbild)

In den vergangenen zehn Jahren sind nach UN-Angaben weltweit 930 Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet worden. Von den zwischen 2006 und Ende 2016 registrierten Fällen sei nur jede zehnte Tat aufgeklärt worden, teilte die UNESCO mit. Anlass ist der Internationale Tag gegen die Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten.

"Nur mit einer Presse, die nicht bedroht wird, kann eine reflektierte öffentliche Meinungsbildung gelingen", erklärte Wolfgang Schulz aus dem Vorstand der deutschen UNESCO-Kommission in Bonn.

Allein 2016 wurden laut dem Bericht der UN-Kulturorganisation weltweit 102 Journalisten getötet. Afghanistan und Mexiko seien in dem Jahr mit jeweils 13 Todesfällen am gefährlichsten gewesen, darauf folgten der Jemen (11 Todesfälle), der Irak (neun) und Syrien (acht).

Weltweiter Anstieg der Gewalt

Die arabische Region war den UN-Angaben zufolge seit 2012 die gefährlichste Gegend weltweit für Journalisten - besonders aufgrund der Konflikte in Syrien, dem Irak und dem Jemen. Dort sei auch die Anzahl der von Extremisten entführten Journalisten stark angestiegen.

Aber auch in der Europäischen Union gibt es spektakuläre Fälle. So sorgte zuletzt der Mord an der regierungskritischen Journalistin Daphne Caruana Galizia auf Malta für Entsetzen. Er ist in der Statistik noch nicht enthalten.

Die UNESCO registriert weltweit einen erheblichen Anstieg der Gewalt gegen Journalisten: Sie würden immer häufiger entführt, willkürlich verhaftet und gefoltert. Journalisten seien aber auch Opfer von Überwachungsmaßnahmen, Cyberattacken und Desinformationskampagnen.

Die Hälfte der Todesfälle im vergangenen Jahr habe sich in Ländern ereignet, in denen kein Krieg herrschte. Mit 94 Prozent waren die 2016 getöteten Medienschaffenden mehrheitlich Lokaljournalisten, wie die UNESCO weiter mitteilte. Seit 2006 verdoppelte sich außerdem der Anteil getöteter Journalistinnen - 2016 lag er bei zehn Prozent, zehn Jahre zuvor waren es noch fünf Prozent.

jj/cw (dpa, afp)

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