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Aktuell Amerika

Farc unterbricht Friedensgespräche

Die kolumbianischen Farc-Rebellen wollen prüfen, ob der künftige Friedensvertrag in einer Volksabstimmung bestätigt werden soll. Die Verhandlungen mit der Regierung sind deshalb unterbrochen - aber nicht abgebrochen.

Die Farc hat die Friedensgespräche mit der kolumbianischen Regierung ausgesetzt. Ein Unterhändler erklärte, die Farc-Delegation brauche eine Pause, um den jüngsten Vorschlag von Präsident Juan Manuel Santos zu prüfen. Er hatte angekündigt, das angestrebte Abkommen in einem Referendum zur Abstimmung zu stellen.

Versammlung oder Volksabstimmung?

Die kolumbianische Regierung verhandelt seit November in der kubanischen Hauptstadt Havanna mit den linksgerichteten Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc), der größten Rebellengruppe des Landes mit geschätzten 8000 Kämpfern. Santos hatte die Farc am Donnerstag mit einem Gesetzentwurf überrascht, wonach die Wähler bei der Parlamentswahl im kommenden März oder bei der Präsidentenwahl im Mai über einen Friedensvertrag abstimmen könnten.

Die Farc hatte dagegen gefordert, eine verfassunggebende Versammlung einzuberufen, die über den Friedensvertrag abstimmen soll. Die Rebellen vermuten deshalb hinter der Ankündigung von Santos einen politischen Schachzug des Präsidenten und wollen nun dessen Auswirkungen prüfen.

Pause, kein Abbruch

Es ist das erste Mal bei den Friedensgesprächen, dass eine Seite den Verhandlungstisch verlässt. Ein Farc-Unterhändler stellte aber klar, dass die Pause kein Abbruch der Gespräche sei. Präsident Santos erklärte sich umgehend mit der Unterbrechung einverstanden: "Ich verstehe, dass sie (den Vorschlag) prüfen wollen, aber die Zeit vergeht und die Geduld des kolumbianischen Volkes hat ihre Grenzen", mahnte er.

Die bisherigen Verhandlungen haben schon im wichtigsten Punkt, bei der Frage der Landreform, eine Einigung gebracht. Derzeit wird darüber diskutiert, wie die Farc-Mitglieder künftig politisch teilhaben können. Weitere geplante Verhandlungspunkte sind der Kampf gegen den Drogenhandel, die Entwaffnung der Rebellen und die Entschädigung der Opfer.

det/qu (afp, dpa)

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