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Aktuell Amerika

FARC-Rebellen und Kolumbiens Regierung erzielen Durchbruch

In den Verhandlungen in Havanna haben sie sich auf die Entschädigung der Opfer ihres Konfliktes geeinigt. Auch der Umgang mit den Tätern wurde geregelt. Ein großer Schritt in Richtung Frieden scheint gemacht.

Die Unterhändler gratulieren sich (Foto: Getty Images/AFP/A. Roque)

Es ist geschafft: Die Unterhändler gratulieren sich

In den zähen Friedensverhandlungen zwischen der FARC-Guerilla und der kolumbianischen Regierung ist eines der schwierigsten Kapitel abgeschlossen worden: Die Chefunterhändler unterzeichneten in Havanna ein Abkommen, in dem die Wiedergutmachung für die Opfer und die Strafverfolgung der Täter geregelt wird. Regierung und FARC würden ein "integrales System" aufbauen, das für "Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und Nichtwiederholung der Gewalt" sorge, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Die Einigung sieht zudem die Gründung einer Kommission zur Suche nach Tausenden Menschen vor, die während des mehr als 50 Jahre währenden Krieges in Kolumbien verschwanden. Seit den 1960er Jahren sind Schätzungen zufolge über 220.000 Menschen ums Leben gekommen, mehr als fünf Millionen weitere wurden vertrieben.

Zur Unterzeichnung der Vereinbarung waren zehn Opfervertreter nach Havanna gereist, um die Symbolik zu unterstreichen. "Wir glauben jetzt an euch", sagte eine Frau im Namen der Delegation an die Adresse der Friedensunterhändler. Sollten sie versagen, würde das in die Geschichte Kolumbiens eingehen, sagte sie.

Kolumbiens Präsident euphorisch

Die Friedensgespräche zwischen den linksgerichteten Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) und der Regierung aus Bogotá begannen vor drei Jahren. Alleine anderthalb Jahre wurde um das Opfer-Kapitel gerungen. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos reagierte auf Twitter euphorisch auf den Durchbruch: "Nie waren wir einem endgültigen Abkommen näher", schrieb er.

Am 23. März soll es soweit sein - dann sollen die Kolumbianer in einem Referendum über den vereinbarten Text abstimmen.

Bis dahin müssen noch die endgültigen Bedingungen für ein dauerhaftes Ende der Kämpfe in Kolumbien ausgehandelt werden. Bislang gab es nur Gefechtspausen. In früheren Verhandlungen waren Kapitel zur Landreform, dem Kampf gegen den Drogenhandel und der künftigen politischen Rolle der Ex-Rebellen geschlossen worden.

fab/sti (dpa, afp)