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Filme

"Fantastic Four": Noch ein Comic lernt laufen

"Batman" hat es schon ein paar Mal getan, "Spiderman" auch, die "X-Men" sind dabei und nun haben es auch die "Fantastic Four" geschafft: die Mutation vom Comic zum Film.

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Lebendiges Comic: Ein Trip ins All verleiht den Forschern Superkräfte

Mit ihrem Kino-Dasein reihen sich die "Fantastic Four", zu deutsch die die "Fantastischen Vier", in die immer länger werdende Reihe aus einstigen Comic-Helden ein, die auf die Leinwand springen. Wie bei den schon verfilmten Figuren geht es auch diesmal um die zufällige Veränderung vom Normalo zum superkraftstrotzenden Helden:

Der Wissenschaftler Dr. Reed Richards (Ioan Gruffudd), sein Freund Ben Grimm (Michael Chiklis), die Gen-Forscherin Sue Storm (Jessica Alba) und ihr Bruder Johnny (Chris Evans) sind auf einer wissenschaftlichen Expedition im Weltraum unterwegs. Mit von der Partie ist der Unternehmer Dr. Victor von Doom (Julian McMahon), der den Trip gesponsort hat. Die Raumstation gerät in einen gigantischen Sturm, die Truppe wird kosmischer Strahlung ausgesetzt und ihre DNA irreparabel verändert.

Zukunft wie vor 40 Jahren

Dr. Reed Richards kann sich nach der Expedition extrem strecken

Fantastische Kräfte

Zurück auf der Erde kann Reed Richards seine Gliedmaßen in unendliche Länge ziehen und nennt sich schließlich "Mr. Fantastic". Sue Storm formt mit Händen Kraftfelder und macht sich als "Invisible Woman" unsichtbar. Ihr Bruder Johnny kann mit Feuerbällen werfen und brennend aber nicht verbrennend als "Human Torch" durch die Luft fliegen. Ben Grimm wird zu einer Art lebendigen und superstarkem Felsbrocken, der - weil nicht ganz definierbar - einfach "The Thing" genannt wird.

Its 'cops I'm evil, so don't mess around with me

Dr. Doom, der Darth Vader der Fantastic Four

Dr. Doom hat natürlich auch Strahlung abbekommen, verfügt aber nicht über ein so freundliches Wesen wie das Quartett der "Fantastic Four". Er mutiert zum Bösewicht: Ihm wächst eine Haut aus Metall, so dass er am Ende aussieht wie eine Mischung aus "Darth Vader" und dem König aus "Königreich der Himmel", der sein durch Lepra entstelltes Gesicht unter einer Metall-Maske verbirgt.

Eine Kopie der Unglaublichen?

Die "Fantastic Four" erinnern stark an "Die Unglaublichen": Auch in dem Pixar-Film über eine Superhelden-Familie kommen extreme Kraft, Super-Dehnbarkeit oder Sich-Unsichtbar-Machen als heldenhafte Talente vor. Dennoch sind die "Fantastic Four" keine Kopie der "Unglaublichen", sondern viel mehr die "Unglaublichen" eine Parodie der "Fantastic Four" und anderer klassischer Superkräfte-Comics.

Die vier mutierten Wissenschaftler waren nämlich zuerst da: Stan Lee vom Marvel-Verlag kreierte das Superhelden-Quartett bereits im Jahre 1961. Mehr als 60 Millionen Hefte sind seitdem verkauft worden. Andere genetisch veränderte Gesellen wie die "X-Men" oder "Hulk" kamen zwar später aufs Papier - aber früher auf die Leinwand.

Dabei hatte sich Produzent Bernd Eichinger die Rechte an der Geschichte schon vor rund 20 Jahren, damals 1986, gesichert. "Zum ersten Mal habe ich mich 1983 mit Stan Lee, dem Schöpfer der Marvel-Comics, getroffen", erzählte Eichinger der Zeitschrift "TV-Spielfilm". "Wir mussten dann noch warten, weil die Rechte nicht frei waren, aber 1986 haben wir den Vertrag abgeschlossen." Laut Eichinger sind dann aber verschiedene Probleme aufgetaucht und haben die Verfilmung verzögert.

Erwachsene Comic-Fans und die Technik

Dass alte Kultcomics derzeit so gut in den Kinos laufen, hat unter anderem zwei Gründe.

Zum einen sind die Comic-Leser von damals erwachsen geworden und zum Teil auch in der Filmbranche tätig - wie zum Beispiel Bernd Eichinger. Zum anderen sind die Möglichkeiten der Special Effects größer geworden, so dass die Figuren weitgehend originalgetreu umgesetzt werden können. Software sorgt dafür, dass "Mr. Fantastics" Dehnübungen, "Invisible Womans" Verschwinden, "Human Torchs" Brennen oder "The Things" Schleudern von riesigen Autos ziemlich echt aussiehen.

Spiral Marketing?

Human Torch kann ein wahres Feuerwerk veranstalten

Trotzdem entsteht nicht alles durch den Computer: "The Thing"-Darsteller Michael Chiklis musste für seine Rolle in ein 30 Kilo schweres Latex-Kostüm steigen. Und Jessica Alba, die "Invisible Woman" spielt, fand es sehr mühsam, mit den Spezialeffekten zu arbeiten: "Man muss dauernd so tun als ob", erklärte die Schauspielerin in einem dpa-Interview, "woher soll ich wissen, wie ein Kraftfeld aussieht?" Außer an den Darstellern wurde auch an der Umgebung "gebastelt": So wurde ein 60 Meter langes Stück der Brooklyn Bridge nachgebaut.

Incredible, the Fantastic

Schwierigkeiten mit dem Kraftfeld: Jessica Alba als Invisible Woman

In den USA haben sich diese Mühen bereits gelohnt: "The Fantastic Four" spielte am Wochende vom 8. bis 10. Juli in den USA nach Studioangaben 56 Millionen Dollar (knapp 47 Millionen Euro) ein. Damit sorgten die vier Helden im Wesentlichen dafür, dass die US-Kinobranche zum ersten Mal seit langem wieder einen Umsatz verbuchen konnte, der höher als der am vergleichbaren Wochenende des Vorjahres war. Dabei gilt der Film unter US-Kritikern als durchschnittlich und auch in Deutschland überschlägt man sich nicht vor Lob. Die Fans beeindruckt das kaum: Comics werden durch ihre Verfilmung wohl nicht anspruchsvoller, aber eben auch nicht unbeliebter. (bur)

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