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Deutschland

Familienministerin lobt Kita-Ausbau

Ab August haben Eltern einen Rechtsanspruch auf Betreuungsplätze für ihre ein- und zweijährigen Kinder. Lange war zweifelhaft, ob es genügend Kita-Plätze gebe. Doch Familienministerin Schröder ist jetzt optimistisch.

Fast täglich würden neue Kita-Plätze geschaffen, erklärte Kristina Schröder. Die Kommunen und Länder hätten einen "massiven Endspurt" eingelegt, lobte die Familienministerin in Berlin. Vom 1. August an haben alle Eltern in Deutschland einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte (Kita) oder bei einer Tagesmutter für ihre ein- und zweijährigen Kinder. Da Bildung allerdings Ländersache ist, liegt die Verantwortung für den Ausbau bei den einzelnen Ländern und Kommunen. Diese hätten dem Familienministerium Zahlen vorgelegt, wobei für das kommende Kita-Jahr etwa 813.000 Plätze zur Verfügung stehen würden, teilte die CDU-Politikerin mit - also weitaus mehr als der veranschlagte Bedarf von 780.000 Plätzen.

Manche der Plätze würden zwar erst im Laufe des Jahres in Betrieb genommen: Das liege vor allem daran, dass so viele Betriebe noch zum Stichtag angemeldet werden müssten. Die Ministerin geht allerdings davon aus, dass es zum Inkrafttreten des Rechtsanspruchs zahlenmäßig genug Plätze in Betrieb gebe. Außerdem stünden noch Gelder aus dem Investitionsprogramm des Bundes zur Verfügung, das Länder und Kommunen auch im kommenden Jahr abrufen können. Hinzu kämen zusätzliche Mittel für die Förderung von Sprach- und Integrationsmaßnahmen in den Kitas.

Video ansehen 03:07

Kita-Kinder in der Schule

Mangel in Ballungszentren

Kritik gab es allerdings von der Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, die bezweifelte, dass ab dem Stichtag tatsächlich der Bedarf gedeckt werde. "Das wird insbesondere die Ballungszentren betreffen." Vor allem in größeren Städten wie Berlin oder München sei der Bedarf weitaus höher. Dort sei es oft sehr schwierig, einen Kitaplatz zu bekommen. Auch der Deutsche Städtetag geht davon aus, dass der Bedarf nicht überall gedeckt werden wird. Vor allem in einigen Groß- und Universitätsstädten würden Lücken bleiben, sagte der Präsident des Städtetages Ulrich Maly (SPD) am Donnerstag.

Göring-Eckardt kritisierte außerdem die Qualität des Ausbaus: Es mangele an qualifizierten Erzieherinnen und Erziehern. "Von einzelnen Engpässen beim Personal wird immer wieder berichtet, vor allem in westdeutschen Großstädten", räumte Familienministerin Schröder ein. Sie verwies allerdings auf die Länder und Kommunen, die genug Zeit gehabt hätten, qualifiziertes Personal auszubilden. Der Bedarf "ist nicht plötzlich vom Himmel gefallen". Allerdings müsse das Personal auch gut bezahlt werden, sagte sie mit Blick auf den Fachkräftemangel im Kita-Bereich.

Dreistöckige Container. Provisorium der Nordschule in Bonn. (Foto: Karin Jäger/ DW)

In manchen Städten werden Kitas bedarfsweise in Containern eingerichtet

Anspruch auf "bedarfsgerechten" Platz

Anspruch bestehe jetzt auf einen "bedarfsgerechten Kita-Platz", so Kristina Schröder, der in "zumutbarer Entfernung" liege und die normalen Vollzeit-Arbeitszeiten abdecke. Sie erwarte keine "Klagewelle" von Eltern, die bis zum Stichpunkt keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder bekommen hätten.

Der Rechtsanspruch für Kita-Plätze für unter Dreijährige wurde 2007 beschlossen, ein Anspruch für ältere Kinder besteht schon länger. Damit soll beiden Eltern ermöglicht werden, wieder in das Arbeitsleben einzusteigen. Traditionell sind vor allem in Westdeutschland oft Frauen zu Hause geblieben, um sich um ihre Kinder zu kümmern.

Unmittelbar vor Schröders Äußerungen hatte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitgeteilt, dass zum Stichtag 1. März 2013 lediglich 587.000 Kleinkinder unter drei Jahren in entsprechenden Einrichtungen betreut worden seien.

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