Familie gibt Tengelmann-Chef Haub auf | Aktuell Deutschland | DW | 13.04.2018
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Drama um Unternehmenschef

Familie gibt Tengelmann-Chef Haub auf

Die Familie Haub hat keine Hoffnung mehr, den vermissten Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub noch lebend zu finden. Haub war nach einem Skiausflug vor fast einer Woche als vermisst gemeldet worden.

Ist der Chef der Handelskette Tengelmann tot? Vieles spricht dafür - und auch die Familie von Karl-Erivan Haub scheint das jetzt zu glauben. Nach mehr als sieben Tagen "in den extremklimatischen Bedingungen eines Gletschergebietes" bestehe keine Überlebenswahrscheinlichkeit mehr, teilte das Unternehmen im Namen der Familie mit.

Fast eine Woche wurde fieberhaft nach dem verschwundenem 58-Jährigen gesucht - ohne Ergebnis. Die bisherige Überlebendensuche werde deshalb jetzt auf eine Bergungssuche umgestellt, heißt es weiter. "Dieses Unglück ist sowohl für die Familie Haub, als auch das gesamte Familienunternehmen eine furchtbare und für alle unfassbare Tragödie", sagte Tengelmann-Sprecherin Sieglinde Schuchardt.

Karl-Erivan Haub, Vorstandsvorsitzender der Tengelmann-Gruppe (picture-alliance/dpa)

Karl-Erivan Haub

"Unbegrenzte finanzielle Mittel" für Suche

Haub war am vergangenen Samstag (7. April) allein zu einer Skitour am Klein Matterhorn in der Schweiz aufgebrochen. Am Nachmittag war er nicht wie verabredet in sein Hotel in Zermatt zurückgekehrt. Mit einer Seilbahn war der Manager am Morgen zur Bergstation gefahren, die auf rund 3800 Metern Höhe liegt. Von dort aus gibt es Abfahrten Richtung Zermatt und Italien. In welche Richtung er aufbrach, ist unbekannt. Gegen 8.30 Uhr sendete sein Handy das letzte Signal, danach verlor sich seine Spur.

Die Familie von Karl-Erivan Haub Familie hatte am nächsten Morgen Alarm geschlagen und den Rettern unbegrenzte finanzielle Mittel für die Suche zur Verfügung gestellt. Diese gestaltete sich aber vor allem wegen des Wetters schwierig. Zeitweise waren 60 Rettungskräfte auch mit Hubschraubern in dem schwierigen Terrain auf Schweizer und italienischer Seite im Einsatz. In der Region gibt es Tausende Gletscherspalten, die teils Hunderte Meter tief sind. Die Einsatzkräfte seilten sich in die bekanntesten Spalten ab und leuchteten sie aus, eine Spur von Haub fanden sie nicht.

Familie Haub gehört zu den reichsten Familien in Deutschland

Bereits nach vier Tagen sah der leitende Rettungsarzt Axel Mann nur noch eine minimale Überlebenschance. Haub war nur leicht bekleidet. Er wollte für ein Skirennen trainieren. Die Familie betonte am Freitag, die Suche werde fortgesetzt, um Karl-Erivan Haub unbedingt zu bergen. Das Familienunternehmen übernehme auch dafür alle anfallenden Kosten. Das Vermögen der Unternehmerfamilie wurde zuletzt vom "Manager-Magazin" auf rund 4,2 Milliarden Euro geschätzt. Zu dem Familienimperium gehören unter anderem Deutschlands größter Textil-Discounter Kik und die Baumarktkette Obi.

bru/haz (dpa, afp)

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