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Fallen

Vielfältig ist die Bedeutung von "Fallen". Auffallend vielfältig. Fallen lauern überall, und wenn wir nur auf eine reinfallen und nur einmal hinfallen, so mag das anderen gefallen, uns nicht. Darum: Vorsicht, Falle!

Das Thema lautet "Fallen", doch vergessen wir nicht die Fallen-Verwandten. Oft ist Folgendes der Fall: Der eine hat die herrlichsten Einfälle und erfindet Neues, und der andere klagt über Ausfälle, denn er findet nichts. "Einfall" steht hier für "Idee", aber es gibt ihn auch als Lichteinfall, in beiden Fällen hat der Einfall etwas Erhellendes.

Von Fallen und Fällen

Weitere Beispiele gefällig? Dann gibt es noch den Einfall eines Heeres in ein anderes Land – das ist nie ein guter Einfall – und darauf "reagieren" viele stolze Burgen: Sie werden zu Ruinen, sie fallen ein. Schöner ist es, wenn Menschen singen: einer fängt an, irgendwann werden andere schon einfallen.

Doch fort mit dem Einfall, es gibt zu viele Beispiele, mehr oder minder ausgefallene. Und schon gar kein Wort über Abfall, Ausfall und Zufall oder den leidigen Bandscheibenvorfall. Zum Thema! Zu den Fallen! Eine Falle ist eine Vorrichtung. Es gibt sie z.B. als Mausefalle oder Fliegenfalle, es gibt auch die Lichtfalle, die Radarfalle, und die Frau.

Die schönste aller Fallen

Friedrich Nietzsche definierte die Frau als "eine Falle der Natur". Aha. Und wer bitte wäre dann der Fallensteller? Die Natur? Und die lockt also den armen Mann? Man hört und liest ja bisweilen von Männern, die vorzeitig ihr "Verfallsdatum" erreichen, weil sie einer Frau komplett verfallen sind. Genug vom Verfall, her mit der Falle!

Ich erinnere mich an ein sehr kurzes Hörspiel. Dramatisch begann ein Sprecher: "Der Inspektor geht in die Falle" – dann hörte man einen anderen Sprecher gähnen und sagen: "So, ich geh jetzt in die Falle". Noch ein Gähnen, Bettzeug raschelt, Ende. Die Falle kann also auch ein Bett sein. Und für Herrn Nietzsche sogar eine Frau. Alle Fallen-Bilder verdanken sich der Tierfalle. Die Falle war ursprünglich nur die Klappe, die niederfällt, wenn die Maus den Fangbrocken berührt; später ist das Wort dann auf das ganze Gerät übertragen worden.


Immer von oben nach unten

Mit den Fallen gemeinsam hat das Fallen die Plötzlichkeit. Doch während die Fallen überall lauern (vor allem in der Natur!), funktioniert das Fallen immer von oben nach unten. "Fallen" heißt "stürzen", "hinfallen" unwillentlich stürzen. Die Hinfälligkeit ist die Kraft, die den alten Menschen nach unten zieht, in Grabesnähe ...

Niederschläge fallen, der Wasserfall sowieso. Wenn man vom Barometer sagt, es sei gefallen, meint man, dass der auf diesem Instrument angezeigte Luftdruck gefallen ist, das Barometer selbst kann gänzlich ungerührt noch weiter an der Wand hängen. Auch muss man keine blauen Flecken fürchten, wenn es heißt: "Dein Name ist bei der Besprechung mehrfach gefallen." Wurde der Name freilich nur mal so fallengelassen, liegt er auf dem (symbolischen) Boden herum, ohne weiteren Nutzen.

Fallbeispiele

Auch kann ein Fallen, das nicht von oben nach unten funktioniert, ein weiteres Fallen nach sich ziehen. Klartext: Es fallen Schüsse. Treffen sie jemanden, fällt der auch um. Geschieht das Schießen massenhaft und staatlich abgesegnet, heißt es schönfärberisch: "Im Krieg sind Tausende gefallen."

Auch plötzlich, aber angenehmer sind andere Fall-Beispiele: Fällt einem ein netter Mensch auf einmal um den Hals, so kann und darf das einem gut gefallen. Ist der Mensch eine "Sie", ist er deswegen noch kein "gefallenes" Mädchen, also eine junge Frau, die einen sozialen Absturz hinter sich hat. Das Durchfallen kann bei Prüfungen jederzeit passieren, der Durchfall kann bei Viren jeder Art passieren. Von solchen Fällen will ich auf keinen Fall reden. Ebenso fallen aus: Nominativ, Genitiv, Dativ, etc. – nein, diese Fälle sind auch nicht mein Fall.

Nur nicht aufgeben!

"Mein Fall" – und ich spreche hier ganz allgemein – meint ausschließlich ein Ding (oder einen Menschen), das (oder der) mir gefällt. In seinen Anfängen bedeutete "Fall" allein "Fall der Würfel", er wurde dank der Juristerei zum "casus", zur Angelegenheit und damit zur "Sache". Man kann seitdem "ein hoffnungsloser Fall" sein, wenn man Pech beim Würfeln hat, Pech beim Verbrechen und Pech in der Liebe und es trotzdem immer wieder versucht. Getreu dem Motto: Es ist nicht schlimm zu fallen, man muss nur wieder aufstehen. Klarer Fall, oder?

Fragen zum Text

Was bedeutet einfallen nicht?

1. eine Idee haben

2. kaputt gehen

3. Mäuse fangen

Eine Falle war ursprünglich …

1. eine Klappe, die herunterfiel.

2. eine Frau, die viele Männer hatte.

3. ein Bett, in dem man gut schlafen konnte.

Wenn jemand durchfällt, …

1. hat er starke Bauchschmerzen.

2. besteht er eine Prüfung nicht.

3. dekliniert er Substantive.

Arbeitsauftrag

Sammeln Sie im Klassenverband "Fall-Beispiele" (Einfall, Abfall, Zufall, etc.) und stellen Sie eine möglichst lange Liste zusammen. Notieren Sie die Begriffe auf Zetteln und mischen Sie sie. Bilden Sie zwei gleich große Teams. Aus jedem Team muss nun immer ein Spieler einen Begriff ziehen und ihn anschließend innerhalb einer bestimmten Zeit seinen Mitspielern pantomimisch darstellen. Nach Erraten des Begriffs bzw. nach Ablauf der Zeit ist das gegnerische Team an der Reihe. Viel Spaß!


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