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Aktuell Deutschland

Fall Höxter: Opfer zahlten rund 100.000 Euro an Ehepaar

Im Fall der tödlichen Quälereien von Höxter werden immer weitere Details bekannt. So wurden die gefolterten Frauen nicht nur körperlich misshandelt, sondern auch um viel Geld gebracht.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt und Polizei zahlten einige Frauen während ihrer Beziehung zu Wilfried W. höhere Geldbeträge an ihn und seine Ex-Frau Angelika. Die ermittelnde 40-köpfige Sonderkommission stieß demnach auf mehr als 100.000 Euro, die die Tatverdächtigen von ihren Opfern erhalten haben sollen.

Der 46-jährige Verdächtige und seine 47-jährige Ex-Frau hatten jahrelang Frauen per Kontaktanzeige in ihr Haus im nordrhein-westfälischen Höxter-Bosseborn gelockt. Zwei Frauen im Alter von 33 und 41 Jahren soll das Paar

so schwer misshandelt haben, dass sie starben.

Nach den bisherigen Ermittlungen gehen Polizei und Staatsanwaltschaft von acht Geschädigten aus.

Ermittler untersuchen das Haus in Höxter (Foto: getty)

Die Ermittler rechnen mit weiteren Opfern und durchleuchten zugleich die Vergangenheit der Beschuldigten

Fast 20 Handys gefunden

Man rechne mit

weiteren Opfern,

sagte ein Polizeisprecher. Auch fanden die Ermittler etwa 20 Mobiltelefone, die sowohl Tätern als auch Opfern zuzuordnen sind. Von dem Handy einer Verstorbenen seien noch nach ihrem Tod Textnachrichten verschickt worden, um ihr Verschwinden zu verschleiern, hieß es.

Das beschuldigte Paar war Ende April festgenommen worden. Seitdem suchen Ermittler nach weiteren Opfern und durchleuchten zugleich die Vergangenheit der mutmaßlichen Täter. In diesem Zusammenhang gingen bei der Polizei bisher 61 Hinweise ein. Den Ermittlern zufolge stammt ein Großteil dieser Hinweise von Frauen, die in der Vergangenheit auf Kontaktanzeigen in den Zeitungen antworteten. Mehrere Frauen lernten Wilfried W. demnach auch über Datingportale im Internet kennen.

"Horror-Haus" soll abgerissen werden

Die Eigentümer des "Horror-Hauses" überlegen, das Gebäude nach Abschluss der Ermittlungen abreißen zu lassen. Das berichtet die Zeitung "Westfalen-Blatt" unter Berufung auf ein Mitglied der Erbengemeinschaft. Die Familie wünsche sich an der Stelle des Hauses ein Kreuz, das an die getöteten und misshandelten Frauen erinnere. Laut dem Bericht hatte die Eigentümerfamilie den kleinen Hof seit 2010 an das festgenommene mutmaßliche Täterpaar vermietet.

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