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Solidarität mit verurteiltem Soldaten

Fall Asaria: Festnahmen bei Demonstrationen in Israel

Der Prozess um den Soldaten Elor Asaria spaltet Israel. Auch nach dem Schuldspruch gehen wieder Menschen auf die Straße. Bei zwei Demonstrationen gab es in der Nacht zum Sonntag Festnahmen.

Unterstützer des Soldaten Asaria demonstrieren am Tag des Schuldspruchs vor dem Militärgericht in Tel Aviv (Foto: Picture Alliance)

Unterstützer des Soldaten Asaria demonstrieren am Tag des Schuldspruchs vor dem Militärgericht in Tel Aviv (Archivbild)

Israels Polizei hat sieben Teilnehmer einer Solidaritätsdemonstration für Asaria wegen Ordnungsverstößen festgenommen. Die Kundgebung vor dem Amtssitz des Präsidenten in Jerusalem sei nicht genehmigt gewesen, teilte ein Polizeisprecher mit. Einige der Demonstranten blockierten die Straße und weigerten sich, die Anweisungen der Polizei zu befolgen.

Ein Militärgericht in Tel Aviv hatte Asaria am Mittwoch wegen Totschlags schuldig gesprochen, weil er im vergangenen März einen verletzten palästinensischen Attentäter mit Kopfschuss getötet hatte. Nach Auffassung der Richter war von dem wehrlos am Boden liegenden Palästinenser keinerlei Gefahr für den Soldaten ausgegangen.

Gemeinsam gegen die Spaltung

Zwei weitere Menschen wurden in Tel Aviv wegen versuchter Störung einer Kundgebung beziehungsweise wegen Beteiligung an einer Hasskampagne gegen den Generalstabschef Gadi Eisenkot festgenommen. Dieser hatte sich für den Militärprozess gegen den 20-jährigen Soldaten Asaria eingesetzt und damit den Zorn vieler rechtsgerichteter Israelis auf sich gezogen. Die drei Militärrichter und er wurden im Internet und bei Kundgebungen massiv bedroht. Anhänger Asarias hatten Eisenkot indirekt mit Mord gedroht.

An der Kundgebung auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv beteiligten sich Medienberichten zufolge am Samstag 1500 Menschen. Sie folgten einem Aufruf des Veteranen Siv Schilon, der bei einem Bombenanschlag seine Hand verloren hatte. Schilon warnte in seinem Appell vor Hass und einer Spaltung des Landes. "Ob Rechts, Mitte oder Links, heute Abend sind wir zusammen", schrieb er auf seiner Facebook-Seite.

Der Fall hatte in Israel eine heftige öffentliche Kontroverse ausgelöst. Mehrere Regierungsmitglieder, darunter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, haben sich für eine Begnadigung Asarias ausgesprochen. Das Strafmaß wollen die Richter zu einem späteren Zeitpunkt verkünden. Asaria drohen bis zu 20 Jahre Haft.

ust/ml (afp, dpa)

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