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Sport

Fair-Play oder Doping? - ein Ausblick

Schwimmerinnen mit Figuren wie Möbelpacker und Läuferinnen, die angeblich „nur“ Schildkrötenblut tranken. China sorgte schon für bizarre Dopingfälle. Werden die Spiele in Peking zu einer Farce dopenden Sportler?

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„Null Toleranz gegenüber Doping“, so lautet der offizielle Slogan der Pekinger Spiele. Die Zweifel an diesem Motto sind bei vielen Experten groß. Die Sprecherin der Nationalen-Anti-Doping-Agentur (NADA), Ulrike Spitz, sieht aber keine Besonderheiten.

„Also ich denke, dass es ganz normale Olympische Spiele werden. In Athen hatten wir auch Skandal. Alles zeigt jetzt immer auf China, aber eines ist sicher, die Dopinguntersuchungen während der Olympischen Spiele werden hundertprozentig korrekt ablaufen, dort werden internationale Beobachter dabei sein. Aber man kann einfach ganz schwer sagen, was auf diesem riesigen chinesischen Markt vor sich geht.“


Professionelle Doping-Forschung?

Es bleibt viel Raum für Spekulationen und Phantasien. So kursieren immer wieder Gerüchte über eine großangelegte chinesische Doping-Forschung. Chinesische Funktionäre und Politiker würden nur zu gerne ihre Nation am Ende ganz oben im Medaillenspiegel sehen.

Auch nur ein einziger chinesischer Dopingfall wäre für die Glaubwürdigkeit der Ausrichter allerdings ein Desaster. Die einstige Goldmedaillengewinnerin im Tischtennis, Deng Yaping, die verantwortlich für das Olympische Dorf in Peking ist, glaubt an einen fairen Wettkampf: „Als Athleten brauchen wir Fair-Play. Ich denke auch wegen des chinesischen Gesetzes und auch wegen des WADA-Codes müssen wir uns keine Sorgen machen, aber ich möchte trotzdem eine Zahl nennen: 70 Prozent der Dopingmittel und der Drogen kommen aus den USA“. Wo immer die Dopingmittel auch herkommen mögen, zu viele von ihnen finden Abnehmer.


„Es gibt keine Gewähr“

Leistungssport ohne Doping ist kaum noch vorstellbar. NADA-Sprecherin Ulrike Spitz: „Ich spreche nie von sauberen Wettkämpfen. Sie haben nie eine Gewähr, das Sportwettkämpfe sauber sind. Es wird immer Sportler geben, die versuchen werden, zu betrügen. Es ist extrem wichtig, dass das Kontrollsystem immer besser wird, um eben sicherzustellen, dass die Regeln eingehalten werden. Es ist wie im normalen Leben auch dort haben sie gute Systeme zur Bekämpfung des Verbrechens, aber niemals können sie sagen, dass es dort hundertprozentig gelingt und so kann man nie von komplett sauberen Wettkämpfen sprechen“.

Illusionen sind unangebracht. Auch bei den Olympischen Spielen in Peking werden gedopte Sportler an den Start gehen, ob es mehr sein werden als bei den Spielen zuvor ist Spekulation. Sun Weide, der Pressesprecher des chinesischen olympischen Organisationskomitees, sieht China jedenfalls gewappnet. „Im Rahmen der Antidopingkampagne haben die chinesischen Sportbehörden viel getan. Im Jahr 2004 hat die chinesische Regierung ein Anti-Doping-Gesetz herausgebracht. Ich denke wir haben die Voraussetzungen, um uns mit diesen Problemen auseinanderzusetzen.“


4500 Dopingtests in Peking

Eine Laborantin untersucht im IOC Doping-Kontroll-Labor auf dem Universitätsgelände von Salt Lake City (US-Bundesstaat Utah) eine Testprobe (Archivfoto vom 04.02.2002).

4500 Tests erwarten die Sportler in Peking, in Athen waren es 3700. Eine Spielerei, nicht vielmehr, denn entscheidend, da sind sich die Dopingexperten einig, sind die Kontrollen in der Vorbereitungszeit. Es wird sich zu einem sportlichen Highlight hingedopt. Beim Wettkampf selbst, ist den Sportlern dann oft nichts mehr nachzuweisen. Für die Kontrollen der rund 450 deutschen Sportler bei den Olympischen Spielen ist die NADA zuständig.

„Jeder Pekingfahrer wird mindestens einmal getestet. Aber wir kontrollieren natürlich auch ein bisschen von Sportart zu Sportart unterschiedlich. Es gibt ja Sportarten die gefährdeter sind als andere, dies müssen wir natürlich berücksichtigen“, erklärt Spitz. Statt 4800 Kontrollen im Jahr 2007, müssen die deutschen Sportler in diesem Jahr 9000 Kontrollen über sich ergehen lassen. „Es wird einfach viel mehr Geld in die Forschung gepumpt als früher. Jetzt ist beispielsweise endlich der Wachstumshormontest fertig. Es wird in Peking auf Wachstumshormone getestet und so grenzt man die Substanzen immer weiter ein. Aber wir sind nicht blauäugig, wir wissen schon, dass es noch Mittel gibt, die man nicht nachweisen kann“, sagt Spitz.

Der Wettlauf geht also weiter. Wachstumshormone sind nachweisbar, Eigenblut beispielsweise noch nicht, vom befürchteten Gendoping ganz zu schweigen.

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