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Wirtschaft

Fair gehandelte Ware verkauft sich gut

Produkte aus fairem Handel sind auf dem Vormarsch. Der Umsatz legte auch in Deutschland kräftig zu. Trotzdem bleibt "Fairtrade" ein Nischenmarkt.

Fairtrade-Produkte (Foto: Transfair)

Das Sortiment wird immer größer

Einen erneuten Zugewinn verzeichnet der Fairtrade-Markt in Deutschland nun schon im siebten Jahr in Folge. Laut Jahresbericht von TransFair gaben die Bundesbürger im letzten Jahr fast 340 Millionen Euro für die mit einem Siegel ausgezeichneten Produkte aus. Das sind etwa 27 Prozent mehr als im Jahr zuvor. TransFair Deutschland ist eines von weltweit vielen Unternehmen, das sich für bessere Arbeitsbedingungen und gerechtere Löhne in den Entwicklungsländern einsetzen.

Das Ergebnis habe ihn positiv überrascht, sagte der Vorstandsvorsitzende von TransFair, Heinz Fuchs, bei der Vorstellung des Jahresberichts am Dienstag (03.05.2011) in Bonn. Denn das Erdbeben in Haiti, die Flutkatastrophe in Pakistan sowie dramatisch steigende Preise für Grundnahrungsmittel hätten auch im Fairtrade-Handel Spuren hinterlassen. So verwenden die beteiligten Kooperativen und Plantagen die erhaltenen Prämien zunehmend dafür, die Qualität beim Anbau zu verbessern, um auch die eigene Konkurrenzfähigkeit zu steigern.

Kaffeetasse in einer Bäckerei (Foto: Transfair)

Auch die Deutschen genießen den "fairen" Kaffee, der in vielen Bäckereien angeboten wird.

Klassiker und Neuheiten

Eine neue Verbraucherumfrage hat gezeigt, dass das Fairtrade-Siegel immer bekannter wird - dank gezielter Werbekampagnen. Vom Weltladen über den Bio-Supermarkt bis hin zu Drogerien und zahlreichen Discounter-Handelsketten gebe es in Deutschland kaum noch ein Geschäft, in dem keine fair gehandelten Produkte angeboten werden, sagt TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath.

Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair (Foto: picture alliance)

Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair

Das wichtigste Produkt aus dem Handel bleibt traditionell mit über 50 Prozent Anteil der Kaffee. Nicht nur in Supermärkten, sondern auch in Bäckereien oder Kantinen ist der Kaffee sehr beliebt. Zu den Klassikern der Fairtrade-Produktpalette zählen nach wie vor auch die Blumen aus Kenia und Tansania, Fruchtsäfte, Schokolade, Honig und Bananen. Mit einem Rekordumsatz von 41,5 Millionen Euro haben die Deutschen im letzten Jahr rund 25 Prozent mehr Geld für "faire" Süßigkeiten ausgegeben als noch 2009.

In die Top-Fünf der Fairtrade-Produkte schafften es im letzten Jahr auch Textilien. 2,6 Millionen Einzelstücken wurden verkauft, ein Zuwachs von 29 Prozent. Mehrere Modelabel und Verkaufsketten bieten nun auch in Deutschland Kleidung und Unterwäsche aus fair produzierter und gehandelter Baumwolle an.

Großbritannien ist Vorbild

Eher mäßig scheint jedoch der Erfolg der Fairtrade-Produkte in Deutschland zu sein, wenn man ihn mit Großbritannien vergleicht. Das Königreich ist weltweit der größte Abnehmer. "In England gibt es 150 Fairtrade-Produkte im Supermarkt", sagt Dieter Overath. "Wenn jemand bei Marks & Spencer Tee oder Kaffee kaufen will, der hat größte Schwierigkeiten, überhaupt noch einen nicht fair gehandelten Kaffee zu finden." Der Bekanntheitsgrad von Fairtrade sei in England höher als der vom Roten Kreuz und nur etwas geringer als der des Königshauses, sagt Geschaftsführer Overath. Das heißt: Fair gehandelte Ware gehört in Großbritannien zum Mainstream – während sie in Deutschland noch immer ein Nischenprodukt bleibt.

Autorin: Tetyana Bondarenko
Redaktion: Monika Lohmüller

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