1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Fahrplan zur Einführung des Euro-Bargelds

Am 1. Januar 2002 werden die Bürger zwölf europäischer Staaten die Euro-Scheine endlich in der Hand halten können. Ein Geld-Umtausch bei Banken wird aber zumeist gar nicht stattfinden.

default

Den Euro anfassen! - Die Scheine gibt es ab Neujahr 2002

Mit Pomp und Medienrummel hat sie der Chef der Europäischen Zentralbank, Wim Duisenberg, am 31. August in der Frankfurter Alten Oper präsentiert - die Euro-Scheine und Münzen.

Einen Tag später, am 1. September, begann die so genannte Frontloading-Phase, in der das neue Bargeld an Banken und Sparkassen geliefert wurde. Das Frontloading kommt bisher gut voran. Bis Ende November sind bereits alle der über 10 Milliarden Münzen und über die Hälfte der drei Milliarden Scheine geliefert worden. Eine gigantische Aufgabe: Alleine die Münzen wiegen 61.000 Tonnen. Das entspricht 4.000 LKW-Ladungen.

Die Bürger der zwölf Euroländer von Lissabon über Berlin bis Helsinki werden sich aber noch ein Weilchen gedulden müssen, bis sie den Euro in der Hand halten dürfen. In Deutschland geht es am 17. Dezember mit den Euro-Münzen los. Dann kann sich jeder bei Banken und Postämtern Starter-Kits im Wert von 20 DM abholen. Bezahlen darf man mit den Münzen aber noch nicht: Bis zum 1. Januar sind sie kein offizielles Zahlungsmittel. Erst zum Jahreswechsel werden auch die Euro-Scheine ausgegeben.

Gleichzeitig hört die D-Mark nach über 50 Jahren auf, in Deutschland gesetzliches Zahlungsmittel zu sein. In der Sprache der Notenbanker nennt man diesen schnellen Übergang einen "juristischen Big Bang".

Dennoch sollen trotz des raschen Wechsels lange Warteschlangen vor Banken vermieden werden. Das ist möglich, weil sich der deutsche Einzelhandel freiwillig dazu verpflichtet hat, noch bis Ende Februar parallel Euro und D-Mark zu akzeptieren.

Das Umtauschszenario - "Ein Umtausch findet nicht statt"

Peter Walter, Leiter der Hauptkasse der Bundesbank, schildert den Umtausch: "Unser Szenario geht davon aus, dass die Leute mit ihrer Barschaft, die sie Anfang Januar noch haben, in die Einzelhandelsgeschäfte gehen und das Geld ausgeben." Sie bekämen dann Euro in Noten und Münzen zurück, sagt Walter: "Und wenn sie dann kein Geld mehr haben, dann machen sie genau das, was sie heute auch schon machen: Sie gehen zum nächsten Geldautomaten oder zur Kasse und holen sich Euro. Also ein Umtausch in dem Sinne findet gar nicht statt."

Aber auch wer danach noch D-Mark-Scheine auf seinem Speicher oder im Keller entdecken sollte, kann unbesorgt sein: Die Bundesbank und die ihr angeschlossenen Landeszentralbanken nehmen die Scheine und Münzen auch in Zukunft ohne jede zeitliche Einschränkung zurück.

Auch in Mittel- und Osteuropa kommt der Euro

Eine besonders schwierige Aufgabe ist der Umtausch in Mittel- und Osteuropa sowie in der Türkei. Dort befindet sich etwa ein Drittel der D-Mark-Scheine. Nach gewissen Anlaufschwierigkeiten hat sich die Europäische Zentralbank darum gekümmert, diesen Umtausch möglichst reibungslos zu gestalten.

Informationsbroschüren und Plakate wurden in den diversen Landessprachen gedruckt und Seminare abgehalten, sagt der für den Bargeldumtausch verantwortliche EZB-Direktor Eugenio Domingo Solans: "Wir haben die Möglichkeit genehmigt, dass auch die Zentralbanken und Geschäftsbanken dieser Länder ab dem 1. Dezember am Frontloading teilnehmen können. Daher sollten die Bürger dieser Staaten wissen, dass sie ab dem 1. Januar nächsten Jahres problemlos D-Mark in Euro umtauschen können werden."

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links