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Bayern

Fahrer verursachte Busunfall mit 18 Toten

Eine Unaufmerksamkeit des Fahrers hat nach Erkenntnissen der Ermittler den Busunfall auf der Autobahn 9 in Oberfranken mit 18 Toten ausgelöst. Zudem ist von einer "Verkettung mehrerer tragischer Umstände" die Rede.

Einen Monat nach dem verheerenden Busunfall in Oberfranken haben sich die Ermittler zu der Ursache des Unglücks mit 18 Toten geäußert. Eine Unaufmerksamkeit des Fahrers habe den Unfall auf der Autobahn 9 ausgelöst. Der Reisebus sei deshalb auf einen Sattelzug aufgefahren, dadurch sei es zu Kurzschlüssen bei der Batterie und der Elektrik im vorderen Bereich des Busses gekommen, sagte Staatsanwalt Jochen Götz in Hof. Er sprach von einer "Verkettung mehrerer tragischer Umstände".

Kraftstofftank platzte

Unmittelbar neben der Batterie des Busses befand sich ein Kraftstofftank, der durch den Aufprall zusammengestaucht wurde und platzte. Der Kraftstoff habe sich dann entzündet, erläuterte Götz. Die Flammen seien noch durch einen Drucklufttank angefacht worden. Zusätzlich verschlimmerte sich die Situation den Angaben zufolge noch dadurch, dass der Bus weiterrollte und der auslaufende, brennende Treibstoff von unten so das gesamte Fahrzeug in Brand setzen konnte. Außerdem habe sich durch das Öffnen der Türen und Zerschlagen der Fenster zur Rettung der Insassen das Feuer noch schneller ausgebreitet.

Der in Dresden mit 48 Menschen an Bord in Richtung Gardasee gestartete Reisebus war vor einem Monat auf der Autobahn A9 bei Münchberg verunglückt. Seither gab es Spekulationen, wie es innerhalb kürzester Zeit zu dem verheerenden Feuer des Fahrzeugs kommen konnte.

Keine technischen Mängel

"Es ergaben sich keine Anhaltspunkte, dass eines der Fahrzeuge vor dem Unfall gebrannt hat", sagte Staatsanwalt  Götz. Die Ermittler stellten auch keine technischen Mängel bei den Fahrzeugen fest. Der 2013 gebaute Bus eines Unternehmers aus Sachsen verfügte allerdings nicht über ein Assistenzsystem, das beispielsweise bei einem drohenden Auffahrunfall automatisch abbremst. Dieses System sei erst bei neueren Busmodellen Pflicht, sagte der Chef der Verkehrspolizei Hof, Horst Thiemt.

Der Bus prallte mit 60 bis 70 Stundenkilometern auf den Sattelzug, der an einem Stauende gebremst hatte. Warum der Busfahrer unaufmerksam oder abgelenkt war, konnte nicht mehr geklärt werden. Er war eines der 18 Todesopfer.

wo/kle (dpa, afp)