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Kultur

Facetten der Nacktheit

"Nackt" ist der Titel einer Hamburger Ausstellung, die noch bevor sie ihre Tore öffnet, zu Kontroversen geführt hat. Trotz der Allgegenwart inszenierter Nacktheit ist menschliche Blöße immer noch Provokation.

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Hideki Fuji (1978): Traditionelle Ästhetik mit moderner Freizügigkeit

Schon im Vorfeld der Schau im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, die sich - so der Untertitel - mit der 2500jährigen "Ästhetik der Blöße" befasst, gab es Ärger. Der Plakatentwurf für die Ausstellung, die am Freitag (01.02.2002) öffnet, stieß auf Ablehnung. Die Hamburger Verkehrsbetriebe weigerten sich eine Collage aus dem Foto eines üppigen Busens und dem Unterleib einer weiblichen Skulptur in ihre Waggons zu hängen. Mitglieder des Fördervereins des Museums waren weder mit dem Titel, noch mit Inhalten der Schau glücklich und entschieden sich zum Austritt.

"Moderner Blößenwahn"

Sicherlich sind das nur Ausnahmen. In der Regel ist unsere Gesellschaft von dem bestimmt, was Kulturwissenschaftler als eine "Ideologie der Intimität" bezeichnen: Nacktheit in der Werbung, in Hochglanzmagazinen, auf dem Bildschirm und nicht zuletzt im World Wide Web. Gerade hält der freizügige Auftritt des Pop-Sternchens Sarah Connor bei Thomas Gottschalk die Fernseh-Nation in Atem.

Art und Ausmaß der Empfindungen gegenüber dargestellter Nacktheit hängen von vielen Umständen ab. Über sie etwas herauszufinden, stand für Kurator Nils Jockel am Anfang seiner Ausstellungskonzeption. Gleichzeitig ließ er sich nach eigenen Angaben durch die "Clinton-Sex-Affäre" und dem damit verbundenen "modernem Blößenwahn" zu diesem Überblick inspirieren.

Stücke aus der eigenen Sammlung boten sich an, die Facetten inszenierter Nacktheit vor Augen zu führen. Von der Antike bis zur Gegenwart sollen rund 250 Ausstellungsstücke die Kulturgeschichte des nackten Körpers beschreiben. Epochenübergreifend werden höchst unterschiedliche Werke, von Vasenmalerei und Skulpturen des Altertums bis zum Benetton-Plakat, in diverse thematische Zusammenhänge gegliedert. Nicht nur die unterschiedliche Historie, sondern auch die unterschiedlichsten Gattungen und Verwendungszusammenhänge sind Gegenstand der "Ästhetik der Blöße".

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