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Zensur im Netz

Facebook zensiert Bild einer Neptun-Statue

Ein nackter Männerpo ist dem prüden Facebook zu viel. Weil die Neptun-Statue in Bologna nichts als einen Dreizack trägt, wurde das Foto von dem Profil einer Nutzerin gelöscht.

Fotos nackter Menschen duldet Facebook auf seiner Plattform nicht - sie werden umgehend aus dem sozialen Netzwerk gelöscht. So auch das Bild einer italienischen Nutzerin, die die über 450 Jahre alte Neptun-Statue auf der Piazza del Nettuno in Bologna fotografierte. Die Aufnahme zeigt Neptun in voller Pracht - mit einem Dreizack in der Hand. Für Facebook ist das zu viel nackte Männlichkeit und "sexuell expliziter" Inhalt, hieß es in der Entscheidung des Internetgiganten, wie der britische "Telegraph" berichtete. Das Bild verstoße somit gegen die Werberichtlinien des US-Unternehmens.

Wenig später bedauerte Facebook die Löschung der Statue aus der Renaissance-Zeit. "Das war ein Versehen", sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. "Wir entschuldigen uns für den Fehler."

Facebook Screenshot Neptun Statue in Bologna (Facebook/Elisa Barbari)

Jetzt unzensiert auf Facebook: Die Neptun-Statue in Bologna

Verspätete Reue 

Userin Elisa Barbari berichtet auf ihrem Facebook-Account über Geschichten aus Bologna. Mit der Renaissance-Figur aus dem 16. Jahrhundert wollte sie eigentlich ihre Seite bewerben, "aber es scheint, dass die Statue für Facebook ein sexuell explizites Bild ist, das zuviel Fleisch zeigt. Wirklich, Neptun? Das ist verrückt", sagte sie dem "Telegraph". In einem Statement hatte Facebook ihr demnach erklärt, dass "die Verwendung von Bildern oder Videos mit nackten Körpern oder tiefen Ausschnitten" nicht erlaubt sei, "selbst wenn die Verwendung einen künstlerischen oder erzieherischen Hintergrund hat".

Erst vor wenigen Monaten musste Facebook scharfe Kritik einstecken, nachdem es ein berühmtes Foto aus dem Vietnamkrieg gelöscht hatte. Das Bild zeigt ein kleines Mädchen, das nach einer Napalm-Attacke nackt über eine Straße läuft. Zunächst verwies das Netzwerk auf das Verbot von Kinderpornografie, später bedauerte es den Schritt und stellte das Bild wieder online.

pab/uh (dpa)

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