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Aktuell Amerika

Facebook will keine Nachrichten-Trends manipuliert haben

Wer hat am meisten Einfluss? Portale wie Facebook, google news oder Apple news buhlen um Nutzer und Leser. Jetzt soll Facebook Nachrichten-Trends manipuliert haben. Dessen Manager dementiert.

Facebook hat den Vorwurf zurückgewiesen, seine Mitarbeiter hätten in den USA Nachrichten-Trends auf der Plattform manipuliert, um Mitgliedern Berichte mit konservativem Einschlag vorzuenthalten. Das Online-Netzwerk habe keine Belege dafür gefunden, schrieb der zuständige Manager Tom Stocky in einem Facebook-Eintrag.

Themen ausgelassen oder gesetzt

In einem Bericht des Blogs "Gizmodo" erklärten namentlich nicht genannte frühere Mitarbeiter, bei der Überprüfung der News-Trends seien Nachrichten über Politiker wie den einstigen republikanischen Präsidentschafts-Kandidaten Mitt Romney oder Treffen konservativer Gruppen herausgefiltert worden. Dagegen seien Themen wie die Bewegung gegen Rassen-Diskriminierung "Black Lives Matter" künstlich hinzugefügt worden. Die Instruktionen sollen auch beinhaltet haben, dass Nachrichten über Facebook selbst nicht oder nur in Ausnahmefällen auftauchen sollten.

Das Internetportal ZDNet berichtet, die von "Gizmodo" interviewten früheren Facebook-"Kuratoren" sollen zwischen Mitte 2014 und Dezember 2015 für das News-Angebot verantwortlich gewesen sein. Einer von ihnen, der sich als Anhänger der Konservativen zu erkennen gab, erzählte, es seien individuelle Entscheidungen einzelner Personen gewesen, die Artikel blockiert hätten. Zugleich räumte auch das Blog "Gizmodo" ein, dass es keine Belege dafür habe, dass dies eine Firmenpolitik gewesen sei. Das Silicon Valley ist traditionell eher für eine liberale Gesinnung bekannt.

Manipulationen angeblich verboten

Die Nachrichten-Trends bei Facebook sollen widerspiegeln, welche Ereignisse gerade die Nutzer interessieren und sie sind zugleich ein wichtiger Kanal, über den Nachrichten sie erreichen. Diese werden über Algorithmen ermittelt. Facebook-Manager Stocky betonte nun, solche Manipulationen seien nach den internen Richtlinien verboten und alle Mitarbeiter seien zu Neutralität verpflichtet - unabhängig von einer politischen Orientierung. Zudem gäbe es gebe technische Barrieren gegen Manipulationen. Die Aktionen der Mitarbeiter würden aufgezeichnet und kontrolliert. Aufgabe des Teams sei es vor allem, die von einer Software ermittelten Trend-Nachrichten lediglich auf Doppelungen, Fälschungen oder schwache Quellenlage zu prüfen.

Die Kuratoren des 2014 eingeführten Facebook-News-Bereichs sind überwiegend junge Journalisten mit einem Abschluss von einer Eliteuniversität. Es zählt zu ihren Aufgaben, Überschriften und Zusammenfassungen für diesen Bereich zu verfassen. Letztlich handelt es sich um eine redaktionell bearbeitete Auswahl. Facebook weist darauf hin, dabei handele es sich um "Themen, die zuletzt auf Facebook populär waren". Facebook hat in den USA 167 Millionen Anwender.

Starke Konkurrenz

Als Nachrichtenvermittler konkurriert Facebook nicht nur mit dem stark auf Echtzeit-Berichterstattung ausgerichteten Twitter, sondern auch mit Apple News einschließlich der im Suchbereich von Siri vorgeschlagenen Nachrichten (die sich ebenfalls auf Partner beschränken) und natürlich Google News, das angeblich auf – nicht transparenten – Algorithmen basiert. Auf Grund ihrer Reichweite könnten solche Dienste signifikanten Einfluss gewinnen, welche Nachrichten rein online lesende Nutzer überhaupt noch erreichen und welche nicht. Mit über 1,6 Milliarden Mitglieder weltweit wäre Facebook in der Lage, die Ansichten vieler Menschen über eine gezielte Nachrichten-Auswahl zu beeinflussen.

as/fab (dpa, facebook, zdnet)