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Wirtschaft

Facebook und Googles Ideen, die Welt zu vernetzen

Facebook will auch die Menschen in den entlegensten Gegenden der Welt mit Internetanschluss versorgen. Viele Telekom-Firmen sorgen sich, Facebook könne auf ihre Kosten Profite machen.

Auf die Frage, was er über eine Partnerschaft mit Facebook denkt, die Millionen Afrikanern in ländlichen Gebieten Internetanschluss bringen soll, antwortet Christian De Faria deutlich anders als noch vor einem Jahr.

"Hätten man mich vor einem Jahr gefragt, was ich über Facebook denke, hätte ich gesagt, das ist wie bei 'die Schöne und das Biest'", so de Faria, der Chef des Netzbetreibers Airtel Africa. "Aber das Biest ist menschlicher geworden", ergänzt er, denn seine Branche sieht er anscheinend eher in der Rolle der Schönen.

Bereits vor einem Jahr hatte Zuckerberg für seine Initiative Internet.org geworben. Sie sollte vielen Menschen in Entwicklungsländer einen Zugang zum Internet bringen und ihnen ermöglichen, sehr günstig oder sogar kostenlos einige Online-Dienste zu nutzen, darunter beispielsweise Internet-Suchen, Wikipedia, Wetterdienste - und natürlich Facebook.

Am Montag auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg zu einer Podiumsdiskussion geladen. Neben ihm zwei Mobilfunkmanager, die das Konzept in der Zwischenzeit in Afrika und Lateinamerika ausprobiert hatten.

Andere sollen investieren

Der Gigant der sozialen Medien hatte die Telekommunikationsanbieter weltweit dazu ermutigen, in Infrastruktur zu investieren, damit auch in abgelegenen Gegenden Internetanschluss ermöglicht wird.

Facebook lockt mit den eigenen Dienstleistungen, um lokale Betreiber dazu zu bringen, in neue Infrastruktur zu investieren. Das Argument: Wenn der Nutzer erst mal auf den Geschmack von Facebook gekommen ist, dann wird er bei seinem Mobilfunkanbieter auch Tarife zur mobilen Datennutzung buchen.

Viele Unternehmen zweifeln an dem Konzept

Es gibt jedoch zahlreichen Telekommunikationsfirmen, die das nicht überzeugt. Sie befürchten, Facebook würde auf ihre Kosten Gewinne machen. Viele Mobilfunkbetreiber in den Entwicklungsländern verdienen an Telefonaten und Textnachrichten, dagegen ermöglichen Internetfirmen dem Nutzer oft solche Gebühren zu vermeiden, in dem sie Apps anbieten, beispielsweise Facebook Messenger oder WhatsApp.

"Das ist ein Streitpunkt zwischen den Telekommunikationsbetreibern und Facebook", sagt Jon Fredrik Baksaas, Chef der Telenor Group.

Zuckerberg hält dagegen. "Das allgemeine Feedback, dass wir bekommen, ist, dass es funktioniert. Die Internetnutzung nimmt zu und ihr Geschäft [das der Mobilfunkbetreiber, Anm. d. Red.] wächst ebenfalls", so Zuckerberg. Je mehr Menschen das Internet nutzen würden, desto mehr würden auch für Online-Services bezahlen und nicht nur kostenlose Angebote nutzen.

Internet und Mobilfunk in Entwicklungsländern eng verknüpft

Google testet Internet-Ballons

Google testet Internet-Ballons

Zuckerberg setzt darauf, dass es in vielen Entwicklungsländern einen ungestillten Hunger nach mobilen Daten gibt. Soziale Medien – insbesondere Facebook – sind Zugangstore für Menschen, die noch nie vorher online waren.

Derzeit haben rund 2,9 Milliarden Menschen weltweit Zugang zum Internet. Dafür werden oft Mobiltelefone genutzt. Die meisten, die über ihre Mobiltelefone online gehen, kommen allerdings nicht aus westlichen Ländern. So nutzen in Kenia beispielsweise 99 Prozent der Menschen ihre Mobiltelefone, um ins Internet zu gelangen, so ein Experte auf dem MWC. Das macht die Wachstumsmärkte so interessant für Firmen wie Facebook oder Google. Beide haben bereits eigene Strategien entwickelt, um Telekommunikationsunternehmen dazu zu bringen, in Netzinfrastruktur zu investieren.

Netze von 'oben' bereitstellen

Mark Zuckerberg / Mobile World Congress 2015

Mark Zuckerberg auf dem Mobile World Congress 2015

Dabei sind die Internetgiganten nicht auf dem Boden geblieben, sondern haben sich auch in himmlische Gefilde begeben, sprich in die Stratosphäre.

Facebook plant Breitbandanschlüsse fürs Internet in die entlegensten Regionen per Satellit anzubieten. Facebook und Google überlegen solargetriebenen Drohnen einzusetzen, um Internetanschluss zu ermöglichen. Und Google experimentiert bereits mit Heißluftballons.

Nur wenige Stunden vor dem Auftritt von Zuckerberg hatte Google Manager Sundar Pichai auf derselben Bühne Googles Fortschritte zur Vernetzung der Welt erläutert. Die Ballone fungierten als "fliegende Mobilfunkmasten". Sie helfen das Rückgrat der physikalischen Telekommunikations-Infrastruktur zu bilden. "Das kann keine Firma allein bewerkstelligen", meint Pichai.