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Online-Netzwerk unter Druck

Facebook sagt Fake News den Kampf an

Im US-Wahlkampf waren sie erstmals massenhaft in sozialen Netzwerken aufgetaucht: Erfundene Nachrichten von Nutzern gepostet, um dem politischen Gegner zu schaden. Jetzt reagiert Facebook.

Facebook-Zentrale in Menlo Park im US-Bundesstaat Kalifornien (picture-alliance/dpa)

Facebook-Zentrale in Menlo Park im US-Bundesstaat Kalifornien

Das weltgrößte Online-Netzwerk will nach massiver Kritik an seiner Rolle im US-Wahlkampf schärfer gegen die Ausbreitung erfundener Nachrichten ankämpfen. Unter anderem solle es einfacher werden, sogenannte Fake News zu melden, kündigte Facebook an. Außerdem werde man mit externen Fakten-Check-Spezialisten zusammenarbeiten, um erfundene Nachrichten zu identifizieren.

Algorithmen werden angepasst

Auch die Algorithmen, die darüber entscheiden, welche Artikel im Newsfeed der Mitglieder auftauchen, sollen angepasst werden. Wenn ein Beitrag von Nutzern nicht geteilt wird, nachdem sie ihn gelesen haben, könne das als Warnsignal in die Gewichtung einfließen, erläuterte der zuständige Facebook-Manager Adam Mosseri in einem Blogeintrag.

Schließlich will Facebook nach Mosseris Angaben konsequenter die Einnahmequellen der Autoren gefälschter Nachrichten austrocknen. Im US-Wahlkampf sollen einige Schreiberlinge ein gutes Geschäft damit gemacht haben, aufsehenerregende Nachrichten zu erfinden: Sie wurden von Nutzern angesehen und weiterverbreitet - und die dabei angezeigte Werbung ließ bei den Autoren die Kassen klingeln.

Faebook-Chef Zuckerberg (picture-alliance/dpa/P. Dasilva)

Faebook-Chef Zuckerberg

Aktivitäten zugunsten Trumps

Im Wahlkampf hatten sich vor allem Fake News zu Gunsten des künftigen Präsidenten Donald Trump bei Facebook weiterverbreitet. Dazu gehörte zum Beispiel die erfundene Nachricht, dass Papst Franziskus ihm seine Unterstützung ausgesprochen habe.

Kritiker warfen dem sozialen Netzwerk vor, dass es damit möglich geworden sei, das Wahlergebnis durch Lügen für Trump zu beeinflussen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg bestritt, dass erfundene Nachrichten die Wahl entschieden hätten.

Maas gegen neue Gesetze 

Politiker in Berlin befürchten, dass Fake News auch im Bundestagswahlkampf 2017 eine gefährliche Rolle spielen könnten. In den vergangenen Tagen wurde über mögliche Gesetzesverschärfungen für den Kampf gegen erfundene Nachrichtern debattiert. Nach Ansicht von Bundesjustizminister Heiko Maas sind neue Gesetze nicht nötig. Die bestehenden gesetzlichen Rahmenbestimmungen reichten aus, um gegen Fake News vorzugehen, so jetzt der SPD-Politiker.

Die Grünen-Politikerin Renate Künast geht derzeit per Strafanzeige gegen eine massenhaft auf Facebook verbreitete Falschnachricht vor, die ihr ein falsches Zitat in den Mund gelegt hatte. Laut Künast dauerte es mehr als drei Tage, bis Facebook die Nachricht von der Internetseite "Widerstand deutscher Patrioten" gelöscht hatte.

wl/se (dpa,rtre)