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Wirtschaft

Facebook-Aktie: Ausverkauf am zweiten Handelstag

Die hochgejubelte Facebook-Aktie sackt schon am zweiten Handelstag ab. Waren zuviele Papiere am Markt? Nach dem Debakel gehen jetzt die Schuldzuweisungen los.

Das Logo des Online-Netzwerkes facebook, aufgenommen durch eine Lupe von einem Computer-Bildschirm eines Laptops. (Foto: dapd)

Facebook

Nach zwei Tagen an der Börse sieht die Bilanz für Facebook ernüchternd aus: Die Aktie brach am Montag (21.05.2012) in New York um elf Prozent auf 34 Dollar ein. Sie notiert damit vier Dollar unter dem Ausgabekurs. Der Gesamtwert des Sozialen Netzwerks schmolz von anfangs 104 Milliarden auf rund 93 Milliarden Dollar zusammen. Nachbörslich ging es weiter runter.

Wichtigster Anteilseigner und damit einer der größten Leidtragenden des Kursverfalls ist Gründer Mark Zuckerberg. Ein Dollar mehr oder weniger beim Aktienpreis macht eine halbe Milliarde an seinem Vermögen aus. Zuletzt waren seine Anteile noch gut 17 Milliarden Dollar wert - zwei Milliarden weniger als am Freitag. Der Verfall der Facebook-Aktie muss für Zuckerberg umso bitterer gewesen sein, als die US-Börsen insgesamt deutlich nach oben gingen.

Wer hat Schuld?

Schon geht die Suche nach Schuldigen los. "Die platzierenden Banken haben es völlig vergeigt", sagte Analyst Michael Pachter dem "Wall Street Journal". Pachter hatte schon Zuckerbergs legeres Auftreten vor Investoren in Kapuzenpulli und Jeans kritisiert. Man hätte nur die Hälfte der Aktien auf den Markt bringen sollen. Nach Berecherchen der Zeitung könnte den Ausverkauf zudem beschleunigt haben, dass Käufer bei der Platzierung deutlich mehr Aktien bekommen hätten als geordert.

Die Talfahrt hatte am Montag direkt zum Start des Börsenhandels begonnen. Zwischenzeitlich hatte das Minus sogar bei annähernd 14 Prozent gelegen. "Bisher entwickelt sich die Facebook-Neuemission äußert enttäuschend und wird für manch einen regelrecht zum Albtraum", kommentierte Händler Markus Huber von ETX Capital. ""Insgeheim hatten ja doch viele gehofft, dass sich diese Firma zu einer neuen Apple oder Google entwickeln könnte."

Am Freitag hatte das Papier noch denkbar knapp um 23 Cent über dem Ausgabekurs von 38 Dollar geschlossen. Die am Börsengang beteiligten Banken hatten mehrfach mit eigenen Käufen den Kurs stützen müssen. Am Montag ließen sie los.

Kritiker fühlen sich bestätigt

Mit dem Kursverlust können sich nun all jene bestätigt fühlen, die Facebook für total überbewertet halten. Zwar besitzt das Netzwerk gut 900 Millionen Mitglieder, doch die Geschäftszahlen fallen bislang eher bescheiden aus: Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen 3,7 Milliarden Dollar Umsatz und eine Milliarde Dollar Gewinn. Die Haupt-Einnahmequelle ist Werbung.

Bereits im Vorfeld des Börsengangs waren die kritischen Stimmen immer lauter geworden. So wurde bekannt, dass der Autoriese General Motors seine Anzeigenkampagne auf Facebook stoppt, weil die Kunden schlicht nicht erreicht würden. Überdies muss Facebook eine Lösung für das Problem finden, das immer mehr Nutzer per Smartphone mit ihren Facebook-Freunden kommunizieren - ein Handy-Bildschirm bietet aber viel weniger Platz für Werbung.

Facebook und die Alteigentümer hatten Ende vergangener Woche 421 Millionen Aktien verkauft und damit 16 Milliarden Dollar eingenommen - es war der größte Internet-Börsengang aller Zeiten und einer der größten überhaupt. Die schwächer als gedacht ausgefallene Nachfrage nach den Facebook-Aktien zieht auch andere Internetaktien mit nach untern.

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