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Fußball

Fürths Traum vom Aufstieg

Im Kollektiv will Außenseiter Greuther Fürth die Einzelkönner vom Hamburger SV in die 2. Liga schießen. Im Tor der SpVgg möchte ein Ex-Hamburger Geschichte schreiben. Beim großen HSV gibt man sich kämpferisch.

Spannung, Dramatik, Frust und Freude - all das erwartet die Spieler und Fans der SpVgg Greuther Fürth und des Hamburger SV am Donnerstag (15.05.2014, 20.30 Uhr MESZ) und Sonntag (17.00 Uhr MESZ). Dann stehen sich der Drittplatzierte der 2. Liga und der Tabellen-16. der Bundesliga in den Relegationsspielen gegenüber. Dabei ist der Bundesliga-Dino aus Hamburg der haushohe Favorit, aber nur, wenn man die Statistik betrachtet. Die Erstligisten behaupteten sich bei den bisherigen 15 Relegationen zehnmal, nur fünfmal setzte sich der Zweitligist durch.

Im Hinspiel in Hamburg am Donnerstag möchte der Zweitligist den Grundstein für die Sensation legen. Der Torwart der SpVgg, Wolfgang Hesl, der pikanterweise von 2004 bis 2011 sein Geld beim Hamburger SV verdient hat, weiß um die große Chance: "Wir können Historisches schaffen und den HSV in die 2. Liga schießen." "Pudelwohl" fühlen sich die Fürther nach Angaben ihres Trainers Frank Kramer in der Außenseiterrolle. Aber entscheidend sei, wie seine Mannschaft diese Rolle ausfülle, mahnt Kramer. "Wir wollen mit Biss, Entschlossenheit, viel Mut und Engagement auftreten und den HSV ärgern", kündigte der 42-Jährige an.

Fürth beschwört den Teamgeist

Trainer Frank Kramer von Greuther Fürth hebt beide Arme mit Daumen hoch in die Luft (Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Fürths Trainer Frank Kramer hat ein gutes Team geformt

Kramer ist es gelungen, nach dem Bundesliga-Abstieg 2013 eine runderneuerte Mannschaft zu einem Zweitliga-Spitzenteam zu formen und auf Platz drei zu führen. Die SpVgg ist zwar der Underdog, aber sie verfolgt einen ehrgeizigen Plan: Ein funktionstüchtiges Team will die größeren Einzelkönner bezwingen. "Der HSV hat die besseren Individualisten", sagte Verteidiger Niko Gießelmann mit Blick auf Pierre-Michel Lasogga, Rafael van der Vaart oder Hakan Calhanoglu, "aber darum geht es in den beiden Spielen nicht."

Für Kramer geht es in Hamburg vor allem darum, "gemeinschaftlich gut zu verteidigen", um die Aufstiegschancen für die zweite Partie am Sonntag in Fürth zu erhalten. Rückhalt soll dabei der 28-jährige Hesl sein, der sich an "viele schöne Jahre in Hamburg" erinnert, aber auch daran, dort im Profiteam "nie wirklich eine Chance erhalten" zu haben. Zwei Bundesliga-Einsätze, mehr waren es nicht in sieben Jahren HSV. Jetzt kann Hesl zeigen, dass er doch Bundesliga-Reife besitzt. "Der HSV wird uns sehr ernst nehmen", glaubt der Rückkehrer.

Hamburg setzt auf Kampf

Die Hamburger Fan-Kurve hält einen Banner hoch mit der Aufschrift Niemlas zweite Liga (Foto: DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images)

Beim HSV wie überall - die Hoffnung stirbt zuletzt

Und in Hamburg hat man die Zeichen der Zeit erkannt, zumindest bei den unermüdlichen Fans. Auf deren Rückhalt kann sich der HSV vor allem im Hinspiel mit knapp 60.000 Zuschauern im heimischen Stadion verlassen. Der Trainer der Hamburger, Mirko Slomka, betont: "Wer jetzt nicht angespannt ist, der ist wirklich fehl am Platze. Wir müssen mit voller Energie in die Partie gehen." Dennoch müsse man auch Spaß und Freude am Spiel entwickeln. Aus der enormen Unterstützung der Zuschauer schöpfe man Kraft für die beiden entscheidenden Spiele.

Auch er weiß, dass die Favoritenrolle des HSV allenfalls auf dem Papier besteht. Den Hamburgern wurde die Chance auf Rettung nach einer katastrophalen Saison quasi geschenkt, das Bundesligagründungsmitglied ist schlecht wie nie. Da spielerisch nicht viel geht, fordert HSV-Urgestein Uwe Seeler: "Beißen ohne Ende. Da muss jeder sein letztes Hemd ausziehen." Allerdings können die Hamburger aus der jüngsten Negativserie von fünf Niederlagen kaum Siegeszuversicht ziehen. Mit 75 Gegentoren stellt der HSV die löchrigste Defensive unter allen 56 Mannschaften in den drei Profiligen. Dennoch müsse so ein "geiler Club" wie der HSV drinbleiben, sagte Kapitän Rafael van der Vaart: "Wir müssen uns für alle den Arsch aufreißen."

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