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Aktuell Nahost

Für Syrien-Hilfe fehlen Millionen

Rund 2,5 Millionen Menschen sind in Syrien von der andauernden Gewalt betroffen. Die Weltgemeinschaft forderte bisher vergeblich ein Ende der Gewalt. Es fehlen zudem Millionen-Gelder für eine wirksame Hilfe.

Ein Gebäude in Daraa südlich von Damaskus steht in Flammen (Foto: Reuters)

Krieg in Syrien

Die Europäische Union schlägt ebenso wie Menschenrechtsorganisationen Alarm: Infolge der monatelangen Gewalt hat sich die Situation der Menschen in Syrien und in den Nachbarländern "dramatisch verschlechtert", wie EU-Experten erklärten. Jeden Tag verließen bis zu 1000 Syrer ihre Heimat - vor allem Richtung Türkei, Jordanien, Libanon und Irak. Es gebe mindestens 500.000 Vertriebene, so die EU. Betroffen von den Folgen der Gewalt seien bis zu 2,5 Millionen Menschen.

Daher hat die EU die internationale Gemeinschaft zu mehr humanitärer Unterstützung für Syrien aufgerufen. Bislang seien von Geberländern und Organisationen nur 21 Prozent der insgesamt benötigten 180 Millionen Dollar (etwa 148 Millionen Euro) zur Verbesserung der Situation in dem Land bereitgestellt worden. Wie die zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva in Brüssel sagte, wurden auch von den notwendigen 193 Millionen Dollar (159 Millionen Euro) zur Unterstützung von Flüchtlingen in den Nachbarländern Syriens erst 26 Prozent überwiesen.

Medizin und Lebensmittel fehlen

Neben medizinischer Versorgung, Lebensmitteln, besserer Infrastruktur und sauberem Trinkwasser müsse vor allem die psychologische Betreuung von Kindern in den umkämpften Gebieten möglichst rasch sichergestellt werden, forderten EU-Experten. Dazu müssten internationale Hilfsorganisationen freien Zugang in die Krisenregion erhalten und die Sicherheit der Helfer garantiert werden.

Bisher hat lediglich die syrische Organisation SARC beschränkten Zugang in die betroffenen Gebiete. Fünf Freiwillige der Organisation sowie ein Mitarbeiter des UN-Flüchtlingswerks UNHCR waren in der vergangenen Woche getötet worden. Immer wieder seien Krankenwagen und UN-Fahrzeuge Ziel von Attacken, kritisierte die Europäische Union. Die Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international weitet angesichts der Eskalation in Syrien ihre Unterstützung für medizinische Nothilfe und Flüchtlingsversorgung aus. Die Organisation rief zu Spenden auf.

Arabische Länder dringen auf Syrien-Resolution

Video ansehen 01:24

Arabische Staaten für UN-Syrien-Resolution

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte ein Ende des "Blutbads" in Syrien. Die internationale Gemeinschaft sei verpflichtet, schwere Verstöße gegen die Menschenrechte zu verhindern, sagte Ban. Die arabischen Staaten wollen sich unterdessen um eine Syrien-Resolution in der UN-Vollversammlung bemühen. Anders als im UN-Sicherheitsrat gibt es in der Vollversammlung nicht die Möglichkeit, ein Veto einzulegen. Russland und China verhinderten im Weltsicherheitsrat mit ihrem "Nein" bisher alle Anläufe zu Resolutionen.

Wie der saudi-arabische UN-Botschafter Abdallah al-Muallimi und der katarische Diplomat Abdulrahman al-Hamadi in New York erklärten, wolle man mit dem neuen Vorstoß fordern, dass eine demokratische Regierung in Syrien aufgebaut werde. "Die arabischen Staaten haben beschlossen, wegen der Lage in Syrien vor die UN-Vollversammlung zu gehen", erklärte Al-Muallimi. Die syrische Drohung, chemische Waffen einzusetzen, "lässt uns noch mehr bedauern, dass der Sicherheitsrat nicht in der Lage ist, effektiv mit der syrischen Krise umzugehen". Der syrische UN-Botschafter Baschar Dschaafari warf Saudi-Arabien und Katar eine Einmischung in die Angelegenheiten Syriens vor.

Militär kündigt Großoffensive an

Ungeachtet der internationalen Appelle für ein Ende der Gewalt gehen die Kämpfe in Syrien mit unverminderter Härte weiter. Besonders betroffen sind die beiden größten Städte Syriens, die Hauptstadt Damaskus und Aleppo im Nordwesten des Landes. In Damaskus konzentrierten sich die Kämpfe auf den Süden der Hauptstadt. Nach Berichten von Anwohnern schlugen dort die Granaten zeitweise im Minutentakt ein. Den Truppen von Machthaber Baschar al-Assad soll es in Damaskus gelungen sein, die Aufständischen zurückzudrängen. Dagegen haben die Aufständischen nach eigener Aussage in Aleppo die Hälfte der Stadt unter ihrer Kontrolle.

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Assad-Gegner beraten sich in Berlin

Die regimetreue Armee kündigte inzwischen eine großangelegte Gegenoffensive gegen die Rebellen in Aleppo an, um die Kontrolle über die zweitgrößte Stadt des Landes wiederzuerlangen. Die Armee habe ihre Truppen bereits verstärkt, hieß es aus Kreisen der Streitkräfte in Damaskus. Die Opposition bestätigte die Angaben. "Die militärische Verstärkung ist in Aleppo eingetroffen, wir rechnen jeden Moment mit einer großangelegten Offensive", sagte ein Sprecher der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA).

Laut der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren in der Metropole vor allem die Stadtteile Mohafasa, Maschhad und Salaheddin von den Kämpfen betroffen. Dabei sollen in den vergangenen Stunden 24 Menschen getötet worden sein. Wenn Aleppo falle, sei "das Regime am Ende, und beide Seiten wissen das", sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman.

kis/ml (rtr, dapd, kna, afp)

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