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Wirtschaft

Für Solarworld geht die Sonne unter

Solarworld war lange der Star der Branche. Nun ist der Bonner Konzern finanziell schwer angeschlagen und eine Sanierung ist unausweichlich. Gründer und Lenker Frank Asbeck steht vor einer schwierigen Aufgabe.

First solar farm in South West. Solar panels at the South West's first solar farm on the site of a disused tin mine at Wheal Jane, near Truro. Picture date: Thursday July 7, 2011. See PA story ENVIRONMENT Solar. Photo credit should read: Ben Birchall/PA Wire URN:11150362

Solaranlage Sonne Himmel Dramatisch

Lange galt Frank Asbeck als der "Sonnenkönig" vom Rhein: Der Gründer und Vorstandschef von Solarworld war ein Pionier und das Aushängeschild der gesamten Solarbranche. Aktionäre konnten viel Geld mit dem Bonner Unternehmen verdienen - bis die Krise kam und der Kurs in sich zusammensackte. Nun schreibt Solarworld Rote Zahlen und ächzt unter einer Schuldenlast - es geht um das Lebenswerk von Frank Asbeck.

Die Luft ist dünn geworden für Solarworld, der deutsche Branchenprimus ist in finanzieller Not und kämpft ums Überleben. Aber Pleitegefahr bestehe nicht, so Asbeck, es gehe lediglich um Schuldenreduzierung: "Das hat nichts mit einer Insolvenz zu tun." Gläubigern drohen zumindest heftige Verluste. Die von einem möglichen Schuldenschnitt betroffenen Anleihen brachen am Freitag ein - ebenso der Aktienkurs.

ARCHIV - Vor dunklen Wolken steht am 12.08.2011 das Schild «Solar Valley» an der Autobahn A14 bei Bitterfeld-Wolfen. Im Solar Valley liegen u.a. die Produktionsstätten des Solarunternehmens Sovello. Der insolvente Solarkonzern Sovello wird seine Produktion nach Angaben von Insolvenzverwalter Flöther vorerst komplett stilllegen und allen rund 1000 Beschäftigten kündigen. Foto: Jan Woitas dpa/lah (zu dpa 0046 vom 21.08.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Auch andere Solarfirmen, wie etwa Sovello in Bitterfeld-Wolfen, waren dem Wettbwerbsdruck nicht gewachsen.

Die heftige Krise in der einstigen Aufbruchbranche durch Überproduktion sowie Wettbewerbs- und Preisdruck fordert Zug um Zug ihre Opfer. Da halfen auch die staatlichen Subventionen nicht, mit denen die Solarenergie in Deutschland zulasten der Stromkunden gefördert wurde.

Ein ruinöser Wettbewerb

Chinese workers check and test solar panels at Fuguang photovoltaic power station in Hami city, northwest Chinas Xinjiang Uygur Autonomous Region, 6 August 2012. China, the biggest supplier of solar power panels, quadrupled a domestic installation goal for solar energy projects to 21 gigawatts by 2015 to help absorb the excess supply of panels and support prices. The target includes 1 gigawatt of solar-thermal power plants, said Shi Lishan, deputy director of the administrations renewable energy division. China had planned 5 gigawatts of capacity in the five years through 2015 and 20 gigawatts by 2020.

Billige Konkurrenz aus China

Neben anderen deutschen Anbietern musste auch Solarworld auf dem deutschen Markt der Konkurrenz aus Fernost immer mehr das Feld überlassen. Für Asbeck ist China der Sündenbock. Er warf der chinesischen Solarbranche in den vergangenen Monaten immer wieder vor, eine "ruinöse Abwärtsspirale" in Gang gesetzt zu haben. Dies sei nur mit staatlicher Hilfe möglich, denn auch die Chinesen seien keine "Hexenmeister". Die USA und die EU wollen China mit Strafzöllen und Dumping-Beschwerden wieder in die Schranken weisen. Doch ob sie damit Erfolg haben werden, ist zweifelhaft.

Schwierigkeiten in Übersee und daheim

"Auch bei einem möglichen Erfolg der Anti-Dumping- und Anti-Subventionsbeschwerde ist nicht zu erwarten, dass Solarworld von den Chinesen Marktanteile zurückgewinnen wird", sagt Branchenanalyst Wolfgang Hummel vom Zentrum für Solarmarktforschung in Berlin. Schon in den USA hätten die dort eingeführten Anti-Dumping-Zölle, die eine Kostenbelastung für chinesische Anbieter bedeuten, für Solarworld keine Vorteile gebracht.

Frank Asbeck bei der Pressekonferenz. Solaranlage, Solarworld, Solarstrom, Solarenergie. Copyright: SolarWorld AG Alle Fotos wurden zur uneingeschränkten Verwertung von der SolarWorld AG kostenlos zur Verfügung gestellt. Quelle: Gero Rueter, DW/Zentrale Programmredaktion

Frank Asbeck sieht keine unmittelbare Pleite-Gefahr

Auch in Deutschland, dem weltgrößten Photovoltaik-Markt, habe Solarworld von den Zubauzahlen in 2012 nur unterdurchschnittlich profitieren können, sagt Analyst Hummel: "Das Geschäft bei den Solarparks und großen Freiflächen musste Solarworld der chinesischen Konkurrenz überlassen." Das Geschäftsmodell von Asbeck sei nicht zukunftsfähig, weil die Fertigung am deutschen Standort zu teuer sei. Solarworld hat Produktionsstätten im sächsischen Freiberg und in den USA.

Mit gutem Beispiel voran

Asbeck setzte bisher auf Durchhalteparolen, die "deutsche Qualität" werde sich durchsetzen und es werde "sich die Spreu vom Weizen trennen". Asbeck hält selbst knapp 28 Prozent der Anteile an Solarworld. Mögliche Einkünfte hat er mit dem Schicksal seines Unternehmens verknüpft und angekündigt, er wolle so lange auf Gehalt, Bonus und Dividende verzichten, bis Solarworld wieder profitabel ist. "Meine Entscheidung soll ausdrücken, dass ich an das Unternehmen glaube", hatte Asbeck bei der Halbjahresbilanz im Sommer 2012 erklärt.