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Podcast Wirtschaft

Für Rom und Madrid gab es billigeres Geld

Die EZB lässt den Leitzins, wie er ist +++ Rom und Madrid sind wieder flüssig, zu geringen Zinsen +++ England: Privatkredite zu Wucherzinsen +++ Die Lufthansa hat nicht genug Bio-Kerosin

Heute hat in Frankfurt die erste Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank in diesem Jahr stattgefunden. Nach zwei Leitzinssenkungen in Folge und einer in dieser Form noch nicht dagewesenen Liquiditätsflut für Geschäftsbanken hat niemand erwartet, dass die EZB heut noch eins draufsetzen würde. Seit der Italiener Mario Draghi der EZB vorsteht, hat die europäische Zentralbank den Leitzins auf das Rekordtief von einem Prozent gesenkt. Ein weiteres Nachgeben war so eher unwahrscheinlich.

Überraschendes von den Finanzmärkten: Spanien und Italien haben sich wieder Geld geliehen, und das zu deutlich günstigeren Konditionen als noch vor wenigen Wochen. Rom und Madrid sparen also Geld, doch was schwerer wiegt: Es scheint ein Stück Vertrauen zurückgekehrt zu sein. Zuversicht, dass sich die beiden Länder, denen man vor kurzen noch eine ähnliche Zukunft wie Griechenland prophezeit hatte, wieder erholen könnten. Ob es sich hier um die Wende in der europäischen Schuldenkrise handeln könnte, wie der eine oder andere Beobachter schon jubiliert, wissen wir natürlich nicht.

In einer Gesellschaft, die sich gern durch Konsum definiert und in einem Wirtschaftssystem, dessen Wohl von beständigem Wachstum abhängt, ist Liquidität alles. Dafür nimmt man dann auch gern einen Kredit auf, und den Rest bezahlt man mit der Kreditkarte. Doch Obacht: Wer einmal Schulden hat, der läuft Gefahr, schon bald noch viel mehr davon zu haben. Die laufenden Kosten müssen sowieso beglichen werden und durch die Zinsen für das geliehene Geld kommen noch mehr Ausgaben hinzu. Und dann kommt man gar nicht mehr aus: Neues Geld muss her! Das gilt nicht nur für Staaten, sondern auch für Privatpersonen. In England beispielsweise ist dies ein weit verbreitetes Phänomen. Doch für den privaten Liquiditätsengpass gibt es dort immer einen, der einem Geld leiht – und zwar zu richtig saftigen Wucherzinsen.

Das Verbrennen von fossilen Energieträgern bringt massive Probleme mit sich: Zum Einen sind diese Kraftquellen nicht unendlich verfügbar, zum Anderen belastet ihr Verbrauch die Umwelt in hohem Maße. In den letzten Jahren sind Konsequenzen gezogen worden. Dem Benzin für Autos wurde Ethanol beigemengt und die Passagierfliegerei hat es ebenfalls mit Biokraftstoffen versucht. Doch die Autofahrer, wenigstens in Deutschland, trauen dem "E10"-Benzin nicht und verschmähen es und auch die Lufthanse ist nicht mehr vorbehaltlos begeistert von ihrem Alternativ-Kerosin. Die Flugveranstalter mussten feststellen: Es gibt nicht genug Biosprit.

Moderation: Dirk Ulrich Kaufmann
Redaktion: Henrik Böhme

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