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Politik

Für Nordkorea steht "viel auf dem Spiel"

Nordkorea hat zum Auftakt neuer Gespräche über sein Atomprogramm wenig Verhandlungsbereitschaft erkennen lassen. US-Chefunterhändler Christopher Hill zeigte sich ungeduldig: "Es hat zu viele Verzögerungen gegeben."

Konferenzsaal in Peking, wo die Sechs-Parteien-Gespräche stattfinden (Quelle: AP)

Der Pekinger Verhandlungstisch

Der nordkoreanische Chefunterhändler Kim Kye Gwan (Quelle: AP)

Der nordkoreanische Chefunterhändler Kim Kye Gwan

Als Bedingung für einen Stopp seines Atomwaffenprogramms hat Nordkorea am Montag (18.12.) die Aufhebung der UN-Sanktionen gegen das Land sowie den Bau eines neuen Leichtwasserreaktors gefordert. Zudem müssten die USA auch ihre im vergangenen Jahr verhängten Wirtschaftssanktionen aufheben. Das sagte der nordkoreanische Chefunterhändler Kim Kye Gwan nach Teilnehmerangaben bei einer Grundsatzrede in Peking anlässlich der Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm.

Nichts Neues

In seiner Eröffnungsrede habe Nordkoreas Unterhändler Kim Kye Gwan "maximale Forderungen" an die USA gestellt und nur die grundlegende Position Pjöngjangs dargelegt, berichtete Südkoreas Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf ein südkoreanisches Delegationsmitglied. "Es gab nichts Neues."

Der amerikanische Gesandte Christopher Hill erklärte daraufhin, die USA seien mit ihrer Geduld am Ende. "Unser Vorrat an Geduld hat die internationale Forderung nach Geduld wahrscheinlich übertroffen", sagte US-Unterhändler Hill. "Wir sollten weniger geduldig sein, das Tempo erhöhen und schneller arbeiten." Die Sechs-Parteien-Gespräche mit den beiden koreanischen Staaten, China, Japan und Russland seien aus Sicht der USA "stark beschädigt" worden. Er erwarte für Dienstag ein bilaterales Treffen mit den Nordkoreanern, sagte Hill. Für Nordkorea stehe "viel auf dem Spiel".

Zeit der Taten?

Wie eine der beteiligten Delegationen mitteilte, bezeichnete sich Nordkorea als Atommacht, die Gespräche sollten daher als Abrüstungsverhandlungen geführt werden. Damit wiederholten die Vertreter Pjöngjangs ihre Forderung, auf gleicher Augenhöhe mit den USA zu verhandeln. Nordkorea schließt eine Einstellung seiner nuklearen Aktivitäten aus, solange die UN-Sanktionen und die zusätzlichen Finanzrestriktionen der USA in Kraft sind. Washington macht dagegen ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zur Vorbedingung für eine Normalisierung der Beziehungen.

Auch der japanische Vertreter Kenichiro Sasae betonte, die Haltung Nordkoreas sei "weit entfernt" von den Positionen der anderen Delegationen. "Wir können sie nicht akzeptieren." China, Nordkoreas wichtigster Verbündeter, drang zum Auftakt der neuen Gesprächsrunde auf Ergebnisse. Die Zeit der Bekenntnisse sei vorbei, nun gehe es um Taten, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums.

Substanzielle Fortschritte nicht in Sicht

Der chinesische Delegationsleiter Wu Dawei hatte die neue Runde der Verhandlungen über Nordkoreas Atomwaffenprogramm am Montagmorgen in Peking offiziell für eröffnet erklärt. An den Verhandlungen in Peking nehmen Vertreter der beiden koreanischen Staaten, Chinas, Russlands, der USA und Japans teil. Nordkorea hatte die Gespräche im November 2005 abgebrochen und so gegen zusätzliche Finanzrestriktionen der USA protestiert.

Seitdem hat Nordkorea im Juli 2006 neue Raketen getestet und am 9. Oktober erstmals einen Atomsprengsatz gezündet. Unter internationalem Druck erklärte sich das kommunistische Regime Ende Oktober zur Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche bereit. Beobachter halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass die Verhandlungen substanzielle Fortschritte bringen. (ana)

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