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Wirtschaft

Für mehr Frauen in Führungspositionen

Frauen haben im deutschen Top-Management noch immer Seltenheitswert, trotz aller Appelle hat sich bisher wenig getan. Fachleute sagen: Es braucht einen Kulturwandel in den Firmen.

Um endlich mehr Frauen den Weg in die Führungsetagen zu ebnen, braucht es nach Ansicht der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG) einen Kulturwandel in den Unternehmen. Männliche Führungskräfte sollten mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie selbst etwa in Teilzeit arbeiten, heißt es in einer am Freitag in München veröffentlichen BCG-Studie. Flexiblere Arbeitszeiten sollten Frauen dauerhaft an das Unternehmen binden.

Frauen an der Spitze deutscher Unternehmen sind noch immer eine Seltenheit. Obwohl inzwischen mehr als die Hälfte aller Uni-Absolventen weiblich sei, war 2014 laut Studie nicht einmal jede dritte Führungskraft eine Frau. Diese Quote habe sich in den vergangenen 20 Jahren kaum geändert. Die Beratungsfirma Ernst & Young hatte im Sommer beklagt, nur 36 der insgesamt 667 Vorstandsposten börsennotierter Unternehmen seien mit Frauen besetzt.

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Mehr Frauen in die Aufsichtsräte

Kinder hemmen Karriere

Größter Karriere-Hemmschuh für Frauen sind laut BCG die eigenen Kinder. "Frauen ohne Kinder schaffen es dreimal häufiger in die Topmanagementpositionen." Vor allem im karriererelevanten Alter zwischen 30 und 40 Jahren steige der Anteil von Arbeitnehmerinnen, die auf Teilzeit-Modelle umsteigen - nur die Hälfte von ihnen nehme die volle Stelle später wieder auf.

Um die deutschen Chefetagen weiblicher zu machen, hat die Bundesregierung in diesem Jahr die Frauenquote von mindestens 30 Prozent für Aufsichtsräte beschlossen. Diese Quote müssen börsennotierte und mitbestimmungsberechtigte Unternehmen ab 2016 bei der Neubesetzung von Aufsichtsratsposten umsetzen.

Auch etwas kleinere Unternehmen und der öffentliche Dienst werden dazu verpflichtet, den Frauenanteil in den Chefetagen zu erhöhen und über ihre Fortschritte zu berichten. Sie haben aber - anders als die Großkonzerne - keine Strafen zu befürchten, wenn sie ihr Ziel verfehlen.

ul/bea (dpa)

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