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Fokus Osteuropa

Für mehr Deutschunterricht in Russland

Mit zahlreichen Initiativen wirbt das Goethe-Institut an Schulen und in der Öffentlichkeit in Russland für die deutsche Sprache. Zwischen den Jugendkulturen beider Länder soll eine Brücke geschlagen werden.

Lern' Deutsch! steht auf Russisch auf den T-Shirts zweier Mädchen (Foto: DW)

Bildungsinitiative "Lern' Deutsch!"

Seit dem 6. September besuchen drei deutsch-russische Teams aus Sprachlehrern, Puppenspielern, Rappern und Bloggern insgesamt 19 Städte in Russland. Die jungen Leute reisen von St. Petersburg bis Murmansk, von Moskau der Wolga entlang bis Astrachan und von Nowosibirsk per Transsibirische Eisenbahn bis Wladiwostok.

Zwei Schauspielerinnen des Straßentheaters bei der Aktion Deutsch unterwegs in St. Petersburg (Foto: DW)

Deutsches Straßentheater in St. Petersburg

Die Aktion "Deutsch unterwegs" findet im Rahmen der seit 2010 laufenden Bildungsinitiative "Lern‘ Deutsch!" statt. Ziel der Reise ist es, Schüler, Eltern, Lehrer und die breite Öffentlichkeit für das Erlernen der deutschen Sprache zu begeistern. Es sollen ein lebendiges, aktuelles Deutschlandbild vermittelt und eine Brücke zwischen der russischen und deutschen Jugendkultur gebaut werden.

Alle drei Teams verteilen während ihrer Aktionen Broschüren, in denen nicht nur für die deutsche Sprache geworben wird. Es wird auch darauf hingewiesen, dass der Handelsumsatz zwischen Russland und Deutschland 45,4 Milliarden Euro beträgt und rund 5000 Vertretungen deutscher Unternehmen in Russland qualifizierte Arbeitskräfte suchen. Zugleich wird deutlich gemacht, dass Deutsch weltweit die Muttersprache von 100 Millionen Menschen ist und dass die meisten Schüler in Deutschland mindestens zwei Fremdsprachen erlernen.

Auch Angebote außerhalb der Schule nutzen

Der Berliner DJ und Rapper Michael bei der Aktion Deutsch unterwegs (Foto: DW)

Rapper Michael begleitet die Aktion "Deutsch unterwegs"

Wie es um den Fremdsprachenunterricht an den Schulen in St. Petersburg und Umgebung steht, darüber informierten sich die deutschen Animateure während ihres mehrtägigen Aufenthalts vor Ort. Der Berliner DJ und Rapper Michael sagte, die Schüler, mit denen er gesprochen habe, hätten sehr unterschiedliche Deutschkenntnisse. "In einer Schule konnten wir uns mit den Schülern einer siebten Klasse leicht unterhalten, während die Neunklässler kein einziges Wort auf Deutsch hervorbringen konnten", wunderte sich Michael.

Schülern, die den Wunsch äußerten, so gut Deutsch sprechen zu wollen wie ihre Muttersprache Russisch, riet Michael, sich nicht mit dem Sprachunterricht an der Schule zu begnügen. Sie sollten zusätzlichen Unterricht nehmen, beispielsweise beim Goethe-Institut vor Ort, oder ein Studium in Deutschland anstreben. "Ich bin erst einige Wochen in Russland und habe bereits ein paar Sätze auf Russisch gelernt. Stellt Euch vor, welchen Fortschritt ich in einem halben Jahr machen würde", betonte der Rapper.

Deutsch als Fremdsprache gefragt


Ein Mädchen hält ein Plakat zur Aktion Deutsch unterwegs mit der Aufschrift 410 deutsche Universitäten warten auf Dich! (Foto: DW)

Plakat "410 deutsche Universitäten warten auf Dich!"

Anna Smirnowa studiert in St. Petersburg an der Fakultät für Fremdsprachen der Staatlichen Pädagogischen Herzen-Universität. Bereits mit 15 habe sie begriffen, dass an ihrer Schule Deutsch schwach unterrichtet werde. "Ich habe mich deshalb für Sprachkurse am Goethe-Institut angemeldet. Nach zwei Semestern habe ich einen Wettbewerb gewonnen und konnte ein Jahr lang eine Schule in Deutschland besuchen", berichtete sie. Das Leben in einer deutschen Familie habe den täglichen Umgang mit der deutschen Sprache gebracht. Heute spricht Anna fließend Deutsch. Sie beteiligt sich als Freiwillige an der Aktion "Deutsch unterwegs".

Erste Fremdsprache an den meisten Schulen in St. Petersburg ist Englisch. Deutsch wird an insgesamt 98 Schulen der Stadt als zweite Fremdsprache unterrichtet. Da die Nachfrage nach Deutschunterricht groß ist, muss man inzwischen für eine Stunde mit einem erfahrenen Deutschlehrer umgerechnet zwischen 15 und 20 Euro zahlen.


Autor: Wladimir Isotow / Markian Ostaptschuk

Redaktion: Bernd Johann



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