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Aktuell Europa

"Für jeden von uns muss das Leben weitergehen"

Auf den Tag genau drei Wochen sind seit den Terroranschlägen von Paris vergangen. Jeder Tag bietet die Chance auf mehr Normalität. Ein Schritt dabei: Das erste Lokal, das ein Anschlagsziel war, hat wieder eröffnet.

Die Betreiber des Cafés vor dem lokal mit vielen Pressevertretern (Foto: Getty images)

Die Medien zeigen großes Interesse, als Geschäftsführer Audrey Bily und Romain Debra ihr Lokal eröffnen

Am Dienstag hatte es das "Café Bonne Bière" (deutsch: Café Gutes Bier) auf seiner Facebook-Seite angekündigt: Ab Freitag soll es weiter gehen. "Ein großes Dankeschön für eure Unterstützung und Anwesenheit im Alltag nach den Ereignissen des 13. November." Fünf Menschen waren gestorben, als zwei der Attentäter auf die Außensitze des Cafés geschossen hatten.

Geschäftsführerin Audrey Bily sagte, sie wollten das Viertel wiederbeleben. "Das Café Bonne Bière ist ein Ort des Treffens, des Austauschs. Das ist heute unser Ziel." Das spiegelt das Gefühl der Menschen wider. "Wir Bewohner des Viertels haben das Bedürfnis, wieder zusammen zu sein", sagte einer der ersten Gäste, der an der Theke einen Espresso trank. Er habe "tausend Mal, bei tausend Gelegenheiten" auf der Terrasse des Cafés gesessen. "Ich muss fühlen, dass das Leben weitergeht."

Mit Farbe die "Zeichen des Albtraums auslöschen"

Blick aus dem Café mit zersplitterten Scheiben (Foto: Getty Images)

Kugeln der Kalaschnikows der Angreifer haben die Scheiben des Cafés zerstört

In den vergangenen Tagen wurde das Restaurant renoviert, Geschosse hatten Löcher in den Scheiben hinterlassen. Aber der Umbau hatte auch einen psychologischen Aspekt. Geschäftsführerin Bily sagte: "Wir haben die Wände gestrichen, die Zeichen des Albtraums ausgelöscht." Auch der Name ist leicht geändert. Zumindest steht über der Eingangstür jetzt "A la bonne bière" – Zum Guten Bier. Die Kerzen, Blumen und Karten, die Menschen niedergelegt haben, hätten sie zur Seite geschoben, um den Außensitz wieder aufzubauen.

Das Bonne Bière ist das erste der sechs Lokale, die zum Ziel der Attentäter wurden, das wiedereröffnet. Drei andere planen, im Januar ihren Betrieb wieder aufzunehmen. Das Petit Cambodge – hier waren 15 Menschen gestorben – schrieb auf seiner Facebook-Seite: "Das Petit Cambodge wird wieder eröffnen, denn für jeden von uns muss das Leben weitergehen, aber auch aus Respekt vor den Kunden, die an jenem Abend im Restaurant waren. Nicht wieder zu öffnen hieße nachzugeben und einen Sieg zuzugestehen, der niemals erlangt werden wird."

Am längsten wird es wohl für das Bataclan dauern, für den Ort, an dem während eines Konzerts 90 Menschen getötet wurden. Die Betreiber hoffen auf eine Wiedereröffnung Ende kommenden Jahres. Am liebsten mit der Band "Eagles of Death Metal". Derselben Band, die auch am Abend der Anschläge aufgetreten ist.

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