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Politik

Für eine bessere Welt: Das Weltsozialforum in Brasilien

Parallel zum Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos wird in Brasilien das neunte Weltsozialforum fortgesetzt. Das Großtreffen der Globalisierungskritiker steht unter dem Motto "Eine andere Welt ist möglich".

Indianer in farbenfroher Tracht haben sich zum Auftakt des Weltsozialforums in Belém in Brasilien auf einer großen Wiese versammelt. (Quelle: AP)

Brasilianische Indianer beim Auftakt des Weltsozialforums in Belém

Am zweiten Tag des Treffens in Belém stehen die regionalen Herausforderungen beim Erhalt des Amazonas-Gebietes im Mittelpunkt. Teilnehmer aus neun lateinamerikanischen Ländern der "Pan-Amazon"-Region debattieren am Mittwoch (28.01.2009) unter anderem über die zunehmende Bedrohung des Biotops durch die Regenwaldabholzung und die Lage der indigenen Bevölkerung.

Insgesamt nehmen bis zu 100.000 Globalisierungsgegner, Kirchenvertreter, Studenten, Professoren und Gewerkschafter aus 150 Ländern an dem sechstägigen Treffen teil. Das Weltsozialforum versteht sich als Gegengipfel zum Weltwirtschaftsforum in Davos. In dem mondänen Schweizer Ort treffen sich jedes Jahr vor allem Staats- und Konzernchefs, während sich zum Sozialforum eher politische "Aktivisten" einfinden.

Folgen der Wirtschaftskrise

Oded Grajew, einer der Begründer des Weltsozialforums, hält vor eine Rede

Oded Grajew ist einer der Begründer des Weltsozialforums

Die Folgen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise bilden die Schwerpunktthemen der Großveranstaltung. Zum Auftakt des Forums kritisierte einer seiner Hauptbegründer, der Brasilianer Oded Grajew, die Milliardenhilfen für Banken, Unternehmen und Institutionen. Der frühere Berater des brasilianischen Präsidenten bedauerte, dass diese Billionen von Dollar nicht für die Armutsbekämpfung zur Verfügung stünden.

Grajew wies zudem Vorwürfe zurück, Globalisierungkritiker äußerten nur Beschwerden, hätten aber keine Lösungsvorschläge. Er betonte, die vergangenen acht Weltsozialforen hätten der Welt stets den Kollaps des Kapitalismus vor Augen geführt, die vorgelegten Alternativen seien aber nie berücksichtigt worden. Auch Dieter Eich vom Bildungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes betonte, dass das Treffen der Globalisierungskritiker besonders wichtig sei, da hier vorherrschende Ideen "gegen den Strich gebürstet" würden.

Viele deutsche Teilnehmer

Menschenkette mit Schriftzug Rettet Amazonien (Quelle: AP)

Amazonien zu retten ist das Ziel vieler Teilnehmer

Traditionell gibt es bei den Weltsozialforen viele Teilnehmer von deutschen Organisationen. Wilfried Steen, Vorstand des Evangelischen Entwicklungsdienstes, ist sicher, dass Forderungen nach einer sozialeren Weltordnung in Anbetracht der Wirtschaftskrise an Gewicht gewinnen. "Der Wirtschaft muss ins Gewissen geredet werden, damit sie Appellen nach sozialen und ökologischen Veränderungen nachkommt", sagte Steen.

Pfarrer Detlev Knoche vom Evangelischen Zentrum Ökumene erwartet neue Impulse zum Thema Klimagerechtigkeit. Traditionell ist das Teilnehmerspektrum der Sozialforen sehr bunt. Bis zum 1. Februar werden sich Umweltschützer, Menschenrechtler, Kleinbauern, Indianer, Frauenrechtlerinnen, Mitglieder von Anti-Rassismus-Initiativen sowie Kirchenvertreter über die Themen dieser Zeit austauschen.

Brasilianische Großdemonstration

Demonstration (Quelle: AP)

Das Weltsozialforum begann mit einer Großdemonstration

Die Veranstaltung begann am Dienstag mit einer Großdemonstration. Besonders brasilianische Aktivisten prägten mit ihren Fahnen, Transparenten und Gesängen den Auftakt des Forums. Viele Demonstranten bekundeten ihre Solidarität mit den Palästinensern. Mitglieder linker Parteien mehrerer Länder bezeichneten die Finanzkrise als "Bankrotterklärung des Kapitalismus". Im Gegensatz zu früheren Sozialforen gab es aber kaum Spruchbänder mit Parolen gegen die US-amerikanische Regierung.

Ein kleiner Hauch von Davos wird am Donnerstag (29.01.2009) auf dem Forum zu spüren sein: Hochkarätige Gäste haben sich angesagt – unter anderem die Staatschefs von Venezuela, Brasilien, Bolivien, Ecuador und Paraguay. (ako/la)

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