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Fußball

Für die Bayern geht es auch um die Ehre

Die Runde der letzten Acht in der UEFA Champions League wird mit einem echten Klassiker des europäischen Fußballs eröffnet. Erstmals seit 2001 treffen der FC Bayern und Manchester United in der Königsklasse aufeinander.

Das Bayern-Team jubelt mit dem Europapokal. Die Münchner gewinnen am 23.05.2001 im Mailänder Meazza-Stadion das Endspiel der Champions League gegen den FC Valencia durch ein 5:4 im Elfmeterschießen.

Wie damals soll es wieder sein: 2001 holte Bayern den Titel

Meisterschaftsrennen, DFB-Pokalfinale und Champions League: Der FC Bayern München kämpft noch an allen Fronten und möchte natürlich alle drei Titel holen. Doch welcher ist ihm am wichtigsten? Die Meinungen darüber gehen auseinander. So sagt beispielweise Präsident Uli Hoeneß vor dem wegweisenden Viertelfinalduell gegen Manchester United: "Ich will Meister werden, alles andere ist mir nicht so wichtig." Ob das aber so stimmt oder nur wieder ein neues Kapitel aus Hoeneß`Taktikbuch ist? Möglicherweise aber baut er vor, schließlich dürfte er die bitterste Niederlage der Vereinsgeschichte noch vor Augen haben und die kassierte der FC Bayern eben gegen ManU.

Das ManU-Trauma von Camp-Nou

Verzweiflung pur: Effenberg (r.) und Jancker 1999 nach der späten Niederlage gegen ManU am Boden zerstört. (Foto: AP Photo/Camay Sungu)

Verzweiflung pur: Effenberg (r.) und Jancker 1999 am Boden

Es war im Mai 1999, als die große Uhr im Camp-Nou-Stadion von Barcelona schon das Ende der 90 Minuten Spielzeit anzeigte. Vor der Bayern-Ersatzbank warteten Torschütze Mario Basler & Co. schon mit den Sieger-T-Shirts und Gewinner-Kappen. Dann aber fehlten den Münchnern beim Champions-League-Finale läppische 100 Sekunden zum großen Triumph. Knapp elf Jahre liegt das bittere 1:2 gegen Manchester United jetzt zurück. Da ist es fast schon eine Frage der Ehre, dass es diesmal gegen den englischen Meister nicht wieder ein solch böses Erwachen gibt. Das jedoch wird schwer, da Toptorjäger Arjen Robben den Bayern wahrscheinlich fehlen wird.

Die Verletzung des Topstürmers

Die Schicksalsfrage: Kann Toptorjäger Arjen Robben für die Bayern auflaufen oder nicht? (Foto: Andreas Gebert dpa)

Die Schicksalsfrage: Kann Toptorjäger Arjen Robben für die Bayern auflaufen oder nicht?

Den Niederländer zwickt die linke Wade, doch eine winzige Chance besteht noch. Robben selbst meint: "Ich weiß noch nicht, ob es für Manchester reicht. Ich denke, dass es ganz eng wird." Bayern-Coach Louis van Gaal betont, er wolle kein Risiko eingehen und ihn nur bringen, wenn er völlig fit sei. "Wir brauchen einen Spieler wie Robben gegen einen Gegner wie Manchester. Aber es ist ein großes Spiel, da reichen 80 Prozent nicht." Kapitän Mark van Bommel hält die Bayern aber auch ohne Robben für gut genug, obwohl auch Franck Ribery noch nicht wieder bei 100 Prozent seiner Leistungsfähigkeit ist. "Es ist nicht so, dass wir völlig abhängig sind von Arjen und Franck, auch wenn wir mit ihnen besser sind. Bei Juventus Turin haben wir auch ohne Arjen und Franck gewonnen", sagt der Niederländer. Erschwerend kommt hinzu, dass Stammspieler Bastian Schweinsteiger aufgrund seiner Gelbsperre nicht zur Verfügung steht.

Die Verunsicherung nach den Niederlagen

Manu ist ein dicker Brocken auch für Bayern-Coach van Gaal. (Foto: apn Photo/Christof Stache)

Auch für Trainer van Gaal: Manu ist ein dicker Brocken

Nationalspieler Philipp Lahm gibt sich dennoch oder gerade deswegen kämpferisch: "Jetzt muss die Mannschaft zeigen, wie weit sie ist." Damit spielt der Bayern-Profi aber auch auf die beiden jüngsten Bundesliga-Niederlagen in Frankfurt und gegen Stuttgart an und ergänzt, dass er trotzdem noch fest an mindestens zwei Titel glaube. "Champions League ist ein anderer Wettbewerb. Da ist es egal, was vorher in der Liga war", sagt van Bommel vor dem 350. Europapokalspiel der Bayern. Die Bilanz jedenfalls spricht trotz der bitteren Finalniederlage von 1999 für die Gastgeber: In sieben Spielen gegen Manu gab es zwei Bayern-Siege, vier Remis - und eben diese eine Schmach. Hauptsache kein Gegentor, heißt erstmal die Devise der Münchner. "Wir haben noch gar nichts verspielt", betonte van Bommel, der selbst bei einem Remis eine gute Ausgangslage für das Rückspiel in einer Woche beim englischen Tabellenführer sieht. "Wir brauchen nicht zu gewinnen. Ein 0:0 ist auch nicht schlecht." An die Meisterschaft, wie Präsident Uli Hoeneß, scheint so kurz vor dem Viertelfinalhinspiel gegen ManU von den Spielern jedenfalls keiner zu denken.

Autor: Calle Kops

Redaktion: Arnulf Boettcher

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