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Machtkampf im Weißen Haus

Für Bannon wird die Luft dünn im Weißen Haus

Der Chefstratege des Weißen Hauses, Bannon, steht nach Medieninformationen möglicherweise kurz vor der Entlassung. Hintergrund sind Äußerungen von US-Präsident Trump über die rechtsextreme Gewalt in Virginia.

Nach Informationen des US-Fernsehsenders CNN will John Kelly, der neue Stabschef im Weißen Haus, Stephen Bannon so bald es geht loswerden. Das hätten ein aktueller und ein kürzlich abgetretener Mitarbeiter des Präsidenten dem Sender anonym mitgeteilt. Der Sender CBS legte sich sogar auf einen Zeitraum fest. Er berichtete unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle, Bannon könnte schon zum Ende der Woche seinen Job los sein.

Hintergrund ist die heftige Kritik von US-Präsident Donald Trump an der rechtsextremen Gewalt in Virginia. Trump hatte sich erst am Montag auf massiven Druck aus dem In- und Ausland klar von der rechtsextremen Gewalt in Charlottesville distanziert. Zwei Tage zuvor hatte er lediglich gesagt, für die Gewalt seien "viele Seiten" verantwortlich. Dies brachte ihm unter anderem heftige Kritik auch aus dem eigenen Lager ein.

Bannon soll Kontakte zu rechten Organisationen haben

Viele sehen hinter den zunächst zögerlichen Äußerungen des US-Präsidenten die Handschrift seines Chefstrategen Bannon. Der Vorwurf lautet, Trump habe seine erste Erklärung, die den Terror von rechts nicht klar benannt habe, aus Rücksicht auf die Rechtsextremen und Rassisten in seiner Anhängerschaft formuliert. Dahinter stecke Bannon.

Der rechtsnationalistische ehemalige Chef des Portals "Breitbart News", gilt als einer der Köpfe hinter den Machtkämpfen im Weißen Haus. Bannons einstiges Internet-Portal soll zum Erstarken der antisemitischen und rassistischen Alt-Right-Bewegung beigetragen haben.

Der 63-Jährige wird immer wieder in Verbindung gebracht mit dem Sammelbecken verschiedenster rechter Organisationen, das sich unter dem Stichwort "Alt-Right" versammelt. Wesentliche Teile seiner Agenda sind die Bekämpfung von "zu viel" Einwanderung und ein Kulturkampf des "christlich" geprägten Westens gegen andere Teile der Welt.

Kein klares Bekenntnis vom US-Präsidenten

Bannon soll schon seit einiger Zeit an Einfluss verloren haben. Trump treffe sich nur noch einmal in der Woche mit seinem Chefstrategen; Bannon sei in eine Art "innere Verbannung" geschickt worden, berichtet die "New York Times".

Nach einem Bericht der Zeitung soll Medienmogul Rupert Murdoch bereits vor der Gewalt in Charlottesville Trump aufgefordert haben, seinen Chefstrategen zu feuern. Der US-Präsident widersetzte sich demnach nur halbherzig Murdochs Rat. Gleichzeitig habe er sich enttäuscht über Bannon geäußert. Stabschef John Kelly soll demnach gewarnt haben, er werde die Intrigen im Weißen Haus nicht weiter dulden.

Von Trump selbst kam bislang nur ein eher halbherziges Bekenntnis zu seinem Chefstrategen. So verteidigte er Bannon zwar mit den Worten: "Er ist ein guter Mann, kein Rassist". Auch bezeichnete Trump seinen rechtsnationalistischen Berater als Freund. Dessen Zukunft im Weißen Haus aber ließ Trump offen. "Wir werden sehen, was mit Herrn Bannon geschieht", sagte der US-Präsident.

HF/qu (afp, New York Times)

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