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Politik

Fünf Tote bei Bombenanschlag in Beirut

Ein Bombenanschlag hat den ohnehin krisengeschüttelten Libanon erschüttert: Ein führender General und vier weitere Libanesen sind bei der Explosion in Beirut getötet worden. Die Hintergründe der Tat sind bislang unklar.

Die libanesische Hauptstadt Beirut (Archivbild, Quelle: DW)

Die libanesische Hauptstadt wurde von einem schweren Anschlag erschüttert

Inmitten der innenpolitischen Krise hat am Mittwoch (12.12.2007) ein neues blutiges Attentat den Libanon erschüttert. Brigadegeneral Francois al-Hadsch starb, als in Beiruts östlichem Christen-Vorort Baabda eine Autobombe neben seinem Fahrzeug explodierte. Mit ihm kamen nach inoffiziellen Angaben sein Leibwächter und drei weitere Menschen ums Leben. Al-Hadsch hätte Nachfolger von Armeechef Michel Suleiman werden sollen, falls dieser zum Staatschef gewählt werden sollte.

Opfer bekämpfte Islamisten

Brennendes Auto in Beirut (12.12.2007, Quelle: AP)

Mindestens vier Menschen kamen bei dem Anschlag ums Leben

Hadsch hatte die Kämpfe gegen die Islamisten der Gruppe Fatah el Islam in der palästinensischen Flüchtlingssiedlung Nahr el Bared angeführt, die Anfang September nach mehr als drei Monaten zu Ende gegangen waren. Der General war ein Vertrauter des Präsidentschaftskandidaten und Armeechefs Michel Suleiman.

Das Attentat am Mittwoch ereignete sich vor dem Bürgermeisteramt von Baabda, in einem Viertel, das als gut gesichert galt, weil in der Nähe der Präsidentenpalast und das Verteidigungsministerium liegen. In diesem Stadtteil befinden sich neben dem Präsidentenpalast eine Reihe von Botschaften. Mindestens zwei Autos gingen vor dem Rathaus in Flammen auf, wie aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautete. Unklar war, ob die Bombe in einem der Autos oder am Straßenrand versteckt war. Ein ausländischer Diplomat, der in Baabda wohnt und nicht namentlich genannt werden wollte, sagte, die Explosion sei sehr stark gewesen und habe sich zur Hauptverkehrszeit ereignet. Die Polizei führte einen Verdächtigen ab.

"Verabscheuungswürdige Tat"

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte sich bestürzt über das Attentat. Der Libanon befinde sich in einer kritischen politischen Situation, sagte Steinmeier. Die Armee sei in dieser Lage ein stabilisierender Faktor. "Der heutige Anschlag ist daher ein Anschlag gegen alle Libanesen", sagte der Außenminister. EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner sprach von einer "verabscheuungswürdigen Tat, die für noch mehr Druck in Libanons schwieriger Lage sorgt".

Der Anschlag fällt in die Zeit der schwersten politischen Krise im Libanon seit dem Ende des Bürgerkriegs von 1975 bis 1990. Seit dem Ende der Amtszeit von Präsident Emile Lahoud am 23. November ist das Land ohne Staatsoberhaupt. Eine Abstimmung des Parlaments über einen Nachfolger wurde am Montag zum achten Mal verschoben. Die Spaltung des Parlaments in ein prowestliches Regierungslager und die prosyrische Opposition mit der Hisbollah hat bislang die Wahl eines Nachfolgers verhindert. Die rivalisierenden Parteien einigten sich zwar nach wochenlangen Verhandlungen auf Armeechef Michel Suleiman als Kompromisskandidat, streiten nun aber über eine Verfassungsänderung, die notwendig ist, damit der Armeechef sofort das Amt des Staatschefs antreten kann.

Ende der Krise nicht absehbar

Der Libanon wird seit knapp drei Jahren von einer Serie politischer Morde erschüttert. Die Siniora-Fraktion macht die einstige Schutzmacht Syrien, die im April 2005 ihre Truppen aus dem Libanon hatte abziehen müssen, dafür verantwortlich. Auch Syrien verurteilte den jüngsten Anschlag. In einer Erklärung hieß es, Al-Hadsch sei ein "Märtyrer", wie die staatliche Nachrichtenagentur SANA berichtete. Ein Regierungssprecher wies zudem darauf hin, "dass Israel 1976 im Süden des Libanons das Auto von Francois al-Hadsch in die Luft gesprengt hatte".

Al-Hadsch stammt aus dem einst von Israel besetzten Süden des Landes. Er hatte im Sommer 2006 nach dem Ende des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah zudem die libanesischen Truppen angeführt, als diese im Süden zusammen mit den UN-Soldaten die Kontrolle übernahmen. Im vergangenen Sommer hatte Al-Hadsch das Kommando im Kampf gegen die Terroristen der Fatah al-Islam geführt. Die sunnitische Terrorgruppe hatte sich in dem Palästinenserlager Nahr al-Bared im Norden des Libanons verschanzt und war von der Armee nach mehr als dreimonatigen Kämpfen besiegt worden. (mg)

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