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Politik

Fünf Tote bei Amoklauf in einem Rathaus in USA

Im Bundesstaat Missouri hat ein bewaffneter Mann bei einem Amoklauf in einem Rathaus fünf Menschen getötet und zwei weitere verletzt. Unter den Verletzten ist auch der Bürgermeister der Gemeinde.

Ein Polizeiwagen vor dem Rathaus in Kirkwood, 2.2.2008, (Quelle: AP)

Ein erneuter Amoklauf, diesmal auf ein Rathaus im Bundesstaat Missouri, erschüttert die USA

Der Überfall ereignete sich in der Stadt Kirkwood in der Nähe von St. Louis. Eine Reporterin der Zeitung "St. Louis Post-Dispatch" war Augenzeugin. Der Mann, der von Augenzeugen als der 52-jährige Charles Lee "Cookie" Thornton identifiziert wurde, hat zunächst auf dem Parkplatz vor dem Rathaus einen Polizisten erschossen, berichtete die Polizei von St. Louis County am Donnerstagabend (Ortszeit). Dann sei er in das Gebäude gestürmt, in dem gerade die abendliche Sitzung des Stadtrates begann. Er habe einen zweiten Polizisten erschossen und sei in den Sitzungsraum eingedrungen, wo er weitere drei Menschen tötete. Die Polizei wollte die Identität des Täters nicht bestätigen.

Amokläufer von Polizei erschossen

Im Rathaus hatten sich etwa 30 Menschen für die abendliche Sitzung versammelt - Stadtratsmitglieder, Angestellte, Bürger und Journalisten. Der Angreifer habe mindestens eine Waffe gehabt, berichtete die Augenzeugin. Nach Angaben der Polizeisprecherin Tracy Panus schrie der Täter beim Einstürmen in die Sitzung "erschießt den Bürgermeister". Der Justiziar der Stadt versuchte demnach, den Schützen abzuwehren, indem er Stühle auf ihn warf. Kurz darauf stürmten Polizisten in den Saal und der Verdächtige wurde bei einem Schusswechsel von Polizisten getötet, teilten die Behörden in der Nacht zum Freitag mit. Einer der im Amoklauf getöteten war ein Abgeordneter des Stadtparlaments, wie die Zeitung "St.Louis Post-Dispatch" auf ihrer Internetseite berichtete. Bürgermeister Mike Swoboda wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Kriegszug des Verdächtigen

Polizei umringt die Szene des Amoklaufs rund um das Rathaus in Kirkwood, Missouri, 7.2.2008, (Quelle: AP)

Der Angreifer stürmte mit mindestens einer Waffe die Sitzung im Rathaus

Der Angreifer, der nach Angaben des Fernsehsenders CNN von einer örtlichen Bürgerrechtsbewegung unterstützt wird, war bereits in der Vergangenheit durch Konflikte mit den örtlichen Behörden aufgefallen. Er habe mehrfach Stadtratssitzungen gestörte, wurde von Sitzungen verwiesen und im Jahr 2006 zweimal in Handschellen aus dem Saal geführt. Er habe bei einer der Sitzungen auch wiederholt den Bürgermeister Swoboda beschimpft. Der Stadtrat erwog demnach sogar einen dauerhaften Ausschluss, entschied sich aber dagegen.

Im vergangenen Monat hatte ein Bundesrichter in St. Louis eine Klage des späteren Schützen abgewiesen. Darin hatte der Mann sich beklagt, dass städtische Beamte ihn in seinem Recht auf freie Rede beschnitten hätten. Der Bruder des Mannes, Gerald Thornton, sagte dem Fernsehsender CNN er akzeptiere das Handeln seines Bruders. "Er hat die Sache jetzt selbst in die Hand genommen und ist in den Krieg gezogen, um zu einem Ende zu kommen", sagte er den Medien. Ein Freund des Schützen sagte, er habe vor drei Monaten eine Veränderung bei dem Mann bemerkt, der immer unzufriedener geworden sei.

Verbrechen in ruhiger Gemeinde

Die Stadt Kirkwood hat etwa 27.000 Einwohner und liegt circa 30 Kilometer südwestlich von St. Louis. Sie ist in der Gegend als ruhige Gemeinde bekannt. Der Gouverneur von Missouri, Matt Blunt, zeigte sich bestürzt über die Tat. Es handele sich um ein sinnloses und entsetzliches Verbrechen.

Amokläufe sind in den USA nicht selten. Erst im Dezember letzten Jahres hatte ein 19-jähriger in der Stadt Omaha, im Bundesstaat Nebraska, acht Menschen und dann sich selbst in einem Einkaufszentrum getötet. Am Samstag (2.2.2008) hatte ein Mann bei einem Diebstahl in einem Einkaufszentrum bei Chicago fünf Frauen erschossen. Die Polizei hat den Täter noch nicht geschnappt. (rbb)

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