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Aktuell Welt

Fünf mutmaßliche Extremisten in Australien gefasst

Groß-Razzia in Melbourne: Die australische Polizei hat fünf junge Männer festgenommen. Zwei von ihnen stehen im Verdacht, Anschläge geplant zu haben. Sie sollen vor allem Polizisten im Visier gehabt haben.

Etwa 200 Polizisten waren bei mehreren Durchsuchungen in der australischen Metropole Melbourne im Einsatz, um Terrorpläne einer Teenager-Gruppe zu vereiteln. Dabei nahmen sie fünf junge Männer fest. Zwei 18-Jährige sollen Anschläge in Melbourne am Nationalfeiertag am 25. April geplant haben. An diesem Tag wird alljährlich der australischen und neuseeländischen Truppen gedacht, die 1915 an der Schlacht von Gallipoli in der heutigen Türkei teilnahmen. Damals scheiterte der Versuch des Australien and New Zealand Corps (Anzac), mit rund 60.000 Soldaten auf der Halbinsel zu landen, um gegen das Osmanische Reich vorzugehen. Mehr als 11.000 Australier und Neuseeländer wurden an diesem Tag getötet. Insgesamt kamen in der Schlacht in der Nähe der strategisch wichtigen Dardanellen mehr als 100.000 Menschen zu Tode. Der 25. April 1915 markiert zugleich Australiens Eintritt in den Ersten Weltkrieg.

Australien 100er Gedenkveranstaltung in Melbourne zum Jahrestag der Landung der ANZAC Truppen auf Gallipoli (Archivfoto: dpa)

Jedes Jahr gedenken viele Australier der Opfer der Landung der Anzac-Truppen auf Gallipoli in der heutigen Türkei

Die aktuellen Terrorpläne seien von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) inspiriert gewesen, teilten die Sicherheitsbehörden mit. Ein weiterer 18-Jähriger junger Mann sei wegen Waffenbesitzes in Haft genommen worden. Zwei andere Männer seien in Gewahrsam und würden der Polizei bei den Ermittlungen helfen.

Mehrfach Anschläge vereitelt

Die Polizei in Australien hat im September die Terrorwarnstufe erhöht und nach eigenen Angaben seitdem mehrfach Anschläge verhindert, darunter geplante Enthauptungen auf australischem Boden. Mehrere Verdächtige wurden angeklagt.

Im Dezember terrorisierte ein gebürtiger Iraner mehr als ein Dutzend Geiseln stundenlang in einem Café in Sydney. Er behauptete, im Namen der islamistischen Terrormiliz IS zu handeln, die vor allem im Irak und in Syrien aktiv ist. Bei der Stürmung des Cafés kamen zwei Geiseln und der Geiselnehmer um. Der Vorfall hatte Ängste vor einer Radikalisierung unter den australischen Muslimen genährt. Nach Ermittlungen der einheimischen Behörden sind mindestens 110 Australier in den Irak und nach Syrien gereist, um sich dem IS anzuschließen. Mehr als 30 von ihnen sollen inzwischen zurückgekehrt sein. Erst vor zwei Monaten hatte Premierminister Tony Abbott (im Artikelbild rechts) vor der Bedrohung durch Extremisten aus dem eigenen Land gewarnt.

In den vergangenen Wochen kamen in Australien wiederholt Befürchtungen auf, dass IS-Kämpfer anlässlich des 100. Jahrestages der Gallipoli-Schlacht Anschläge begehen. Erst vor wenigen Tagen hatten die australischen Streitkräfte begonnen, ein Kontingent von 330 Soldaten nach Irak zu verlegen. Dort sollen sie zwei Jahre lange irakische Kollegen für den Kampf gegen Dschihadisten wie die IS-Kämpfer trainieren. Die australische Luftwaffe und Spezialeinsatzkräfte sind der Region bereits aktiv.

kle/as (afpd, dpa, rtr, afpe)